Break-even-Point berechnen: Formel, Beispiel und Gewinnschwelle einfach erklärt

Der Break-even-Point (deutsch: Gewinnschwelle) ist der Punkt, an dem die Erlöse eines Unternehmens genauso hoch sind wie die Gesamtkosten. An diesem Punkt entsteht weder Gewinn noch Verlust. Jeder Verkauf oberhalb der Gewinnschwelle erwirtschaftet Gewinn, jede Einheit darunter bedeutet Verlust.
Die wichtigsten Antworten zum Break-even-Point in Kürze:
- Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück (Verkaufspreis minus variable Stückkosten).
- Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Verkaufspreis pro Stück.
- Unterhalb der Gewinnschwelle befindet sich dein Unternehmen in der Verlustzone, oberhalb in der Gewinnzone.
- Die Berechnung funktioniert für Produkte, digitale Angebote und Dienstleistungen gleichermaßen.
- Mit dem kostenlosen Break-even-Rechner im Pitch Deck Magazin ermittelst du deine Gewinnschwelle in wenigen Sekunden.
Was ist der Break-even-Point (Gewinnschwelle)?
Der Break-even-Point beschreibt die Absatzmenge beziehungsweise den Umsatz, bei dem ein Unternehmen seine gesamten Kosten deckt. Mathematisch betrachtet ist er die Nullstelle der Gewinnfunktion: An genau diesem Punkt ist der Gewinn gleich null. Im deutschen Sprachraum haben sich mehrere Begriffe für dasselbe Konzept etabliert — Gewinnschwelle, Nutzenschwelle und Kostendeckungspunkt meinen alle dasselbe. Liegt dein Absatz unterhalb der Gewinnschwelle, schreibst du rote Zahlen. Liegt er darüber, befindest du dich in der Gewinnzone.
Die Grundlage jeder Break-even-Berechnung ist die saubere Unterscheidung zweier Kostenarten. Fixkosten fallen unabhängig davon an, wie viel du produzierst oder verkaufst. Typische Beispiele sind Miete, Versicherungen, feste Gehälter, Software-Abonnements und Abschreibungen. Variable Kosten entstehen dagegen mit jeder einzelnen Einheit, etwa für Material, Verpackung, Versand oder Verkaufsprovisionen. Diese Trennung ist deshalb so wichtig, weil sich nur mit ihr berechnen lässt, wie viel jeder einzelne Verkauf zur Deckung der Fixkosten beiträgt. In der Praxis fallen manche Kosten allerdings in keine der beiden Schubladen: Strom- oder Telefontarife etwa bestehen aus einer festen Grundgebühr und einem verbrauchsabhängigen Anteil. Solche Mischkosten teilst du vor der Berechnung in ihren fixen und variablen Bestandteil auf — nur so stimmt deine Gewinnschwelle am Ende.
Die Methode hinter der Kennzahl heißt Break-even-Analyse. Sie beantwortet drei zentrale Fragen deiner Finanzplanung: Wie viele Einheiten musst du mindestens absetzen, um keine Verluste zu machen? Ab welcher Menge erzielst du Gewinn? Und wie verschiebt sich die Gewinnschwelle, wenn du Preise oder Kosten anpasst? Gerade in der Gründungsphase ist die Analyse ein ehrlicher Realitätscheck: Sie zeigt, ob ein Geschäftsmodell rechnerisch überhaupt tragfähig sein kann, bevor du größere Summen investierst. Auch im laufenden Geschäftsbetrieb bleibt sie relevant: Wann immer sich Rahmenbedingungen ändern — etwa durch höhere Materialkosten, neue Wettbewerber oder sinkende Absatzzahlen — lohnt ein frischer Blick auf die aktuelle Gewinnschwelle.
Auch für externe Geldgeber ist der Break-even-Point eine Schlüsselgröße. Investoren und Banken wollen wissen, ab wann ein Startup profitabel arbeitet und ab wann eingesetztes Kapital wieder zurückfließen kann. Eine plausibel hergeleitete Gewinnschwelle gehört deshalb in jeden Businessplan und in jedes Pitch Deck. Wer den Begriff zusätzlich aus fachlicher Sicht einordnen will, findet eine ausführliche Definition im Gabler Wirtschaftslexikon.
Formel: Break-even-Menge und Break-even-Umsatz berechnen
Für die Berechnung der Gewinnschwelle brauchst du nur drei Eingabegrößen: deine Fixkosten, den Verkaufspreis pro Stück und die variablen Kosten pro Stück. Alles Weitere ergibt sich in drei einfachen Rechenschritten.
Schritt 1: Deckungsbeitrag pro Stück ermitteln
Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Verkaufspreis übrig bleibt. Er zeigt, wie viel jede verkaufte Einheit zur Deckung deiner Fixkosten beiträgt:
Deckungsbeitrag pro Stück = Verkaufspreis pro Stück − variable Kosten pro Stück
Verkaufst du ein Produkt für 50 Euro und verursacht jede Einheit 20 Euro an variablen Kosten, beträgt dein Deckungsbeitrag 30 Euro pro Stück. Nur wenn der Verkaufspreis über den variablen Stückkosten liegt, kann die Gewinnschwelle überhaupt erreicht werden. Liegt er darunter, verliert jedes verkaufte Stück Geld, und kein Absatz der Welt kann die Fixkosten decken.
Schritt 2: Break-even-Menge berechnen
Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück
Teilst du deine gesamten Fixkosten durch den Deckungsbeitrag pro Stück, erhältst du die Absatzmenge, bei der die Summe aller Deckungsbeiträge exakt die Fixkosten abdeckt. Das ist deine Gewinnschwelle. Wichtig: Weil du keine Bruchstücke verkaufen kannst, rundest du das Ergebnis immer auf die nächste ganze Einheit auf — erst ab dieser Stückzahl bist du tatsächlich in der Gewinnzone.
Die Herleitung der Formel ist übrigens einfach: Am Break-even-Point ist der Gewinn null, Erlös und Kosten sind also gleich hoch. Der Erlös ergibt sich aus Preis mal Menge, die Gesamtkosten aus den Fixkosten plus den variablen Stückkosten mal Menge. Setzt du beide Seiten gleich und löst nach der Menge auf, erhältst du genau die Formel oben: Fixkosten geteilt durch die Differenz aus Preis und variablen Stückkosten.
Schritt 3: Break-even-Umsatz berechnen
Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Verkaufspreis pro Stück
Der Break-even-Umsatz beantwortet die Frage, welchen Erlös du mindestens erzielen musst, um kostendeckend zu arbeiten. Alternativ kannst du ihn über die Deckungsbeitragsquote bestimmen. Sie ergibt sich aus dem Deckungsbeitrag geteilt durch den Verkaufspreis; den Umsatz an der Gewinnschwelle erhältst du dann, indem du die Fixkosten durch diese Quote teilst. Beide Wege führen zum selben Ergebnis, solange du die exakte, ungerundete Break-even-Menge zugrunde legst.
Wenn du die Formel nicht jedes Mal von Hand nachrechnen willst, nutze den Break-even-Rechner hier im Magazin. Dort gibst du Fixkosten, Verkaufspreis und variable Kosten ein und erhältst Break-even-Menge und Break-even-Umsatz automatisch.
Beispielrechnung: Break-even-Point Schritt für Schritt
Theorie wird erst durch Zahlen greifbar. Das folgende Beispiel mit frei gewählten, runden Werten zeigt dir die komplette Rechnung — du kannst sie eins zu eins auf dein eigenes Geschäftsmodell übertragen. Stell dir ein Startup vor, das ein physisches Produkt vertreibt und monatlich mit diesen Größen plant:
- Fixkosten: 5.000 Euro pro Monat (zum Beispiel Büromiete, Gehälter und Software)
- Verkaufspreis: 50 Euro pro Stück
- Variable Kosten: 20 Euro pro Stück (zum Beispiel Material, Verpackung und Versand)
Schritt 1: Zuerst ermittelst du den Deckungsbeitrag. Von den 50 Euro Verkaufspreis ziehst du die 20 Euro variablen Kosten ab — es bleiben 30 Euro, die jede verkaufte Einheit zur Deckung der Fixkosten beisteuert.
Schritt 2: Jetzt teilst du die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag: 5.000 Euro geteilt durch 30 Euro ergibt 166,67. Da du keine zwei Drittel eines Produkts verkaufen kannst, rundest du auf — die Break-even-Menge liegt bei 167 Stück pro Monat.
Schritt 3: Für den Break-even-Umsatz multiplizierst du die Menge mit dem Verkaufspreis: 167 Stück mal 50 Euro ergibt 8.350 Euro. Erst ab diesem Monatsumsatz arbeitet das Beispiel-Startup kostendeckend.
Eine kurze Kontrollrechnung zeigt, warum das Aufrunden entscheidend ist. Bei 166 verkauften Stück erzielst du 8.300 Euro Erlös, dem jedoch Gesamtkosten von 8.320 Euro gegenüberstehen (5.000 Euro Fixkosten plus 3.320 Euro variable Kosten) — du machst 20 Euro Verlust. Bei 167 Stück liegt der Erlös bei 8.350 Euro und die Kosten bei 8.340 Euro: Du erwirtschaftest erstmals einen kleinen Gewinn von 10 Euro. Die Gewinnschwelle ist also exakt die Grenze zwischen diesen beiden Zonen.
Grafisch veranschaulicht wird dieser Zusammenhang im klassischen Break-even-Diagramm. Dort verlaufen zwei Geraden: Die Umsatzgerade startet im Nullpunkt und steigt mit jedem verkauften Stück, die Kostengerade beginnt auf Höhe der Fixkosten und steigt flacher an. Ihr Schnittpunkt markiert den Break-even-Point. Links davon liegt die Verlustzone, rechts davon die Gewinnzone — und der Abstand zwischen den beiden Linien zeigt dir auf einen Blick, wie hoch Gewinn oder Verlust bei einer bestimmten Absatzmenge ausfällt.

Größen, Formeln und Beispielwerte im Überblick
Die folgende Tabelle fasst alle Größen der Beispielrechnung noch einmal kompakt zusammen — von den Eingabewerten bis zur Gewinnschwelle:
| Größe | Formel | Beispielwert |
|---|---|---|
| Fixkosten | Eingabegröße (z. B. Miete, Gehälter, Versicherungen) | 5.000 € |
| Verkaufspreis pro Stück | Eingabegröße | 50 € |
| Variable Kosten pro Stück | Eingabegröße (z. B. Material, Versand) | 20 € |
| Deckungsbeitrag pro Stück | Verkaufspreis − variable Kosten pro Stück | 30 € |
| Break-even-Menge | Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück | 167 Stück (aufgerundet) |
| Break-even-Umsatz | Break-even-Menge × Verkaufspreis | 8.350 € |
Du kannst die Tabelle als Schablone nutzen: Ersetze die Beispielwerte durch deine eigenen Zahlen und rechne die Zeilen von oben nach unten durch. Am Ende stehen deine persönliche Break-even-Menge und dein Break-even-Umsatz.
Was der Break-even-Point konkret aussagt
Die Gewinnschwelle ist mehr als eine Rechengröße — sie liefert dir vier praktische Informationen für deine Unternehmenssteuerung. Erstens definiert sie deinen Mindestabsatz: Verkaufst du dauerhaft weniger als die Break-even-Menge, ist dein Modell in dieser Konstellation nicht tragfähig. Zweitens misst sie deinen Sicherheitsabstand. Liegt dein realistisch geplanter Absatz bei 250 Stück pro Monat, beträgt dein Polster 83 Stück — du könntest also rund ein Drittel deines Plan-Absatzes einbüßen, bevor du in die Verlustzone rutschst. Je größer dieser Abstand, desto robuster verkraftet dein Geschäft Nachfrageschwankungen. Liegt der Plan-Absatz dagegen nur knapp über dem Break-even-Point, reichen schon kleine Einbrüche für rote Zahlen.
Drittens ist die Kennzahl ein Werkzeug für deine Preiskalkulation. Weil der Verkaufspreis direkt in den Deckungsbeitrag einfließt, verschiebt jede Preisänderung die Gewinnschwelle. Senkst du im Beispiel den Preis auf 45 Euro, fällt der Deckungsbeitrag auf 25 Euro — und die Break-even-Menge springt auf 200 Stück. Erhöhst du ihn auf 55 Euro, steigt der Deckungsbeitrag auf 35 Euro, und du bist schon ab 143 Stück profitabel. Solche Szenarien solltest du durchrechnen, bevor du Rabatte gewährst oder Preise anpasst. Voraussetzung ist allerdings, dass deine Kunden die höhere Preisstellung auch mittragen.
Viertens hat die Gewinnschwelle eine wichtige Signalwirkung nach außen. Investoren und Banken lesen aus dem Break-even-Point ab, ob du dein Geschäftsmodell verstehst und ab wann es sich selbst trägt. Eine sauber hergeleitete Gewinnschwelle im Businessplan zeigt, dass du realistisch planst und mit fremdem Kapital verantwortungsvoll umgehst. Gerade in der Frühphase entscheidet diese Plausibilität oft darüber, ob ein Gespräch weitergeht — deshalb lohnt es sich, die Kennzahl vor jedem Termin frisch zu berechnen. Wie du die Suche nach dem passenden Geldgeber angehst, erklärt unser Artikel zum Thema Business Angel als Investor finden.
Grenzen der Kennzahl und häufige Denkfehler
So nützlich der Break-even-Point ist: Er ist ein vereinfachtes Modell der Wirklichkeit. Diese Grenzen und Denkfehler solltest du kennen, bevor du Entscheidungen allein auf die Gewinnschwelle stützt:
- Statische Momentaufnahme: Der Break-even-Point bildet deine Kosten und Preise zu einem bestimmten Zeitpunkt ab. Steigen Mieten, Materialpreise oder Gehälter, veraltet die Rechnung. Plane deshalb feste Termine ein, an denen du die Gewinnschwelle neu berechnest — mindestens bei jeder relevanten Kosten- oder Preisänderung.
- Lineare Annahmen: Die Formel setzt voraus, dass Preise und variable Stückkosten konstant bleiben. In der Praxis gibt es Mengenrabatte im Einkauf, Staffelpreise im Vertrieb oder Überstundenzuschläge bei hoher Auslastung. Dein realer Break-even-Point kann deshalb von der einfachen Rechnung abweichen.
- Mehrere Produkte und Erlösquellen: Die Grundformel taugt für ein Produkt. Verkaufst du mehrere Produkte mit unterschiedlichen Preisen und Margen, hängt die Gesamt-Gewinnschwelle vom Produktmix ab — also davon, in welchem Verhältnis du die einzelnen Angebote absetzt. Rechne die Gewinnschwelle dann am besten je Produkt oder Produktgruppe separat, statt einen Durchschnittspreis anzunehmen.
- Fehlzuordnung von Kosten: Der häufigste praktische Fehler liegt in der Kostentrennung: Wer Ausgaben falsch als fix oder variabel einordnet, verzerrt das Ergebnis massiv. Prüfe jede Position einzeln — und wenn du unsicher bist, wie hoch der Deckungsbeitrag deines Angebots wirklich ist, hilft dir unser Deckungsbeitrags-Rechner bei der sauberen Ermittlung.
- Keine Aussage über die Nachfrage: Die Gewinnschwelle sagt dir, wie viel du verkaufen musst — aber nicht, ob der Markt diese Menge hergibt. Eine Break-even-Menge von 167 Stück ist nur dann ein gutes Zeichen, wenn du glaubhaft machen kannst, dass du sie auch erreichst. Kalkulation und Marktanalyse gehören deshalb immer zusammen.
Wenn du diese fünf Punkte im Hinterkopf behältst, nutzt du die Kennzahl so, wie sie gedacht ist: als verlässlichen Kompass für deine Kalkulation, ergänzt um eine realistische Einschätzung deines Marktes.
Gewinnschwelle berechnen mit dem Break-even-Rechner
Du musst die Formel nicht jedes Mal per Hand durchrechnen. Der kostenlose Break-even-Rechner des Pitch Deck Magazins übernimmt das für dich: Du gibst deine Fixkosten, deinen Verkaufspreis und deine variablen Kosten pro Stück ein und erhältst sofort deine Break-even-Menge und deinen Break-even-Umsatz. So kannst du in wenigen Sekunden verschiedene Szenarien testen — etwa was passiert, wenn du den Preis erhöhst oder deine Fixkosten sinken. Gerade vor Bankterminen oder Investorengesprächen sparst du dir damit die Tabellenkalkulation.
Damit das Ergebnis belastbar wird, gehst du am besten in vier Schritten vor:
- Fixkosten vollständig zusammentragen: Übernimm die Werte aus deiner Buchhaltung oder Finanzplanung und denke an leicht übersehene Posten wie Versicherungen, Abschreibungen und Software-Abos.
- Preis und variable Kosten realistisch ansetzen: Rechne mit dem Preis, den du am Markt tatsächlich durchsetzt — nicht mit dem Wunschpreis — und erfasse alle Kosten, die mit jeder verkauften Einheit anfallen.
- Ergebnis einordnen: Vergleiche die Gewinnschwelle mit deinem realistisch geplanten Absatz. Je größer der Abstand zwischen beiden, desto robuster verkraftet dein Modell Schwankungen.
- Szenarien durchspielen: Wiederhole die Rechnung mit veränderten Preisen oder Kosten. So siehst du sofort, wie sensibel deine Gewinnschwelle auf einzelne Annahmen reagiert.
Die ermittelten Werte kannst du direkt in deinen Finanzplan und dein Pitch Deck übernehmen — eine sauber hergeleitete Gewinnschwelle gehört ohnehin in beides. Wie du deine Kennzahlen überzeugend vor Geldgebern präsentierst, zeigt dir unser Pitch-Deck-Bauplan für Investoren.
Häufige Fragen zu Break-even-Point und Gewinnschwelle
Was ist die Gewinnschwelle?
Die Gewinnschwelle ist die deutsche Bezeichnung für den Break-even-Point. Sie markiert die Absatzmenge beziehungsweise den Umsatz, bei dem deine Erlöse exakt deine Gesamtkosten decken. An diesem Punkt entsteht weder Gewinn noch Verlust. Wird die Gewinnschwelle überschritten, erwirtschaftet dein Unternehmen Gewinn; liegt der Absatz darunter, machst du Verlust.
Wie berechnest du den Break-even-Point?
Du berechnest den Break-even-Point in drei Schritten: Zuerst ermittelst du den Deckungsbeitrag pro Stück (Verkaufspreis minus variable Stückkosten). Dann teilst du deine Fixkosten durch diesen Deckungsbeitrag und erhältst die Break-even-Menge. Multiplizierst du die Menge schließlich mit dem Verkaufspreis, bekommst du den Break-even-Umsatz. Beispiel: Bei 5.000 Euro Fixkosten, 50 Euro Verkaufspreis und 20 Euro variablen Kosten liegt die Gewinnschwelle bei 167 Stück beziehungsweise 8.350 Euro Umsatz.
Was ist der Unterschied zwischen Break-even-Menge und Break-even-Umsatz?
Die Break-even-Menge gibt an, wie viele Einheiten du verkaufen musst, um deine Kosten zu decken — sie ist eine Stückzahl. Der Break-even-Umsatz drückt dieselbe Schwelle als Geldbetrag aus: Er ergibt sich aus der Break-even-Menge multipliziert mit dem Verkaufspreis. Für deine operative Planung ist die Menge hilfreich, für deine Finanzplanung der Umsatz.
Gilt der Break-even-Point auch für Dienstleister?
Ja, die Berechnung funktioniert auch für Dienstleistungen. Statt eines Stückpreises rechnest du mit deinem Stundensatz, Tagessatz oder Projektpreis und ziehst die variablen Kosten pro Leistungseinheit ab — etwa Fremdleistungen, Reisekosten oder Lizenzen. Auch Freelancer haben Fixkosten wie Versicherungen, Software oder Bürokosten. So erfährst du, wie viele Aufträge oder abrechenbare Stunden du pro Monat brauchst, um kostendeckend zu arbeiten.
Kann ein Unternehmen mehrere Break-even-Punkte haben?
Ja. Verkaufst du mehrere Produkte oder betreibst mehrere Geschäftsbereiche, kannst du für jedes Angebot eine eigene Gewinnschwelle ermitteln. Auch unterschiedliche Preismodelle — etwa Abo und Einzelverkauf — führen zu separaten Break-even-Punkten. Für die Gesamtsicht deines Unternehmens aggregierst du die Fixkosten und rechnest mit einem gewichteten Deckungsbeitrag über den Produktmix.
Wie oft solltest du den Break-even-Point aktualisieren?
Immer dann, wenn sich deine Ausgangszahlen ändern: bei Preisanpassungen, steigenden Einkaufspreisen, neuen Fixkosten oder einem erweiterten Angebot. Viele Unternehmen rechnen die Gewinnschwelle zusätzlich quartalsweise nach, um Verschiebungen früh zu erkennen. Mit dem Break-even-Rechner ist eine solche Aktualisierung in wenigen Minuten erledigt.
Fazit: Der Break-even-Point gehört zum Handwerkszeug jeder Gründung. Er zeigt dir, ob dein Modell rechnerisch trägt, wo dein Mindestabsatz liegt und wie sich Preis- und Kostenentscheidungen auswirken. Kennst du deine Zahlen, kannst du deine Gewinnschwelle in wenigen Minuten berechnen — und hast eine der wichtigsten Fragen deiner Finanzplanung beantwortet.
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