Project A Ventures: Der operative VC aus Berlin hinter Trade Republic

Project A Ventures ist ein 2012 in Berlin gegründeter Frühphaseninvestor mit Büros in Berlin und London – und nach eigenen Angaben einer der führenden Early-Stage-Investoren Europas. Das Besondere am Modell: Neben Kapital unterstützt ein eigenes Team aus rund 100 operativen Experten die Portfoliounternehmen beim Aufbau. Spätestens seit dem Aufstieg von Trade Republic zum Dekacorn ist der VC auch außerhalb der Startup-Szene ein Begriff. Nach dem jüngsten Fondsstart gibt Project A das verwaltete Vermögen mit rund 1,2 Milliarden Euro an (Stand: Juni 2025). Dieses Porträt ordnet ein, wer hinter Project A steckt, wie groß die Fonds sind, welche Unternehmen zum Portfolio gehören und was den Investor für Gründer interessant macht.
Project A Ventures im Steckbrief
Die wichtigsten Fakten zum Investor im Überblick – Quellen: offizielle Website und Fact Sheet (Stand: Februar 2024):
| Name und Sitz | Project A Ventures (Project A Ventures GmbH & Co. KG), Hauptsitz Berlin, weiterer Standort London |
|---|---|
| Gründung | 2012 |
| Gründer | Florian Heinemann, Uwe Horstmann, Christian Weiss und Thies Sander, zuvor Manager bei Rocket Internet |
| Geschäftsführung / Partner | Benjamin Fischer, Anton Grabovski, Dr. Florian Heinemann, Uwe Horstmann, Dr. Jan-Willem Jensen, Thies Sander und Dr. Anton Waitz; UK-Einheit: Malin Posern und Jack Wang (Stand: Februar 2024) |
| Verwaltetes Vermögen | rund 1 Mrd. US-Dollar (Stand: Februar 2024); laut Unternehmensangabe rund 1,2 Mrd. Euro nach dem jüngsten Fondsstart (Stand: Juni 2025) |
| Aktueller Fonds | 325 Mio. Euro (2025, laut offizieller Mitteilung); zuvor Fund IV mit 375 Mio. US-Dollar (2022) |
| Mitarbeiter | rund 130, davon etwa 100 operative Experten im Plattform-Team (Stand: Februar 2024) |
| Portfolio | über 120 Startups seit 2012 (Stand: Februar 2024); laut Website inzwischen über 130 Gründerteams |
Was Project A vom klassischen Risikokapital unterscheidet, lässt sich auch an der Gründungsgeschichte ablesen.

Wer steckt hinter Project A? Gründung und operatives Modell
Project A wurde 2012 in Berlin von vier ehemaligen Rocket-Internet-Managern gegründet: Florian Heinemann, Uwe Horstmann, Christian Weiss und Thies Sander. Das Startkapital stellte die Otto Group mit einem ersten Fonds über 50 Millionen Euro bereit (Presseberichte vom März 2012). Wegen der Herkunft des Teams wurde Project A in den frühen Jahren häufig als Gegenentwurf zur Startup-Fabrik Rocket Internet beschrieben – ein Etikett, das der Investor mit seiner späteren Entwicklung abgelegt hat.
Das Modell firmiert unter dem Begriff „Operational Venture Capital“: Neben der Finanzierung erhalten die Portfoliounternehmen direkte operative Unterstützung. Rund 100 festangestellte Experten aus Bereichen wie Softwareentwicklung, Business Intelligence, Data Engineering, Recruiting, Sales und Marketing arbeiten laut Fact Sheet ausschließlich für die Beteiligungen (Stand: Februar 2024). Project A bezeichnet dieses Plattform-Team als das größte seiner Art unter europäischen Wagniskapitalgebern (Eigenangabe). Insgesamt beschäftigt die Firma rund 130 Mitarbeiter an den Standorten Berlin und London (Stand: Februar 2024).
Project-A-Fonds: Von 50 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro
Die Fondshistorie zeigt die Entwicklung vom Otto-finanzierten Startup-Aufbauer zu einem milliardenschweren Frühphaseninvestor. Alle Meilensteine mit Jahr und Quelle:
| Jahr | Fonds und Volumen | Quelle |
|---|---|---|
| 2012 | Erster Fonds über 50 Mio. Euro, finanziert von der Otto Group | Presseberichte, März 2012 |
| 2016 | Neuer Fonds über 120 Mio. Euro | Pressebericht, April 2016 |
| 2017 | Zweiter Fonds über 140 Mio. Euro plus 40 Mio. Euro Aufstockungsreserve; Investoren unter anderem Otto, Axel Springer und ProSiebenSat.1 sowie die Unternehmerfamilien Haniel, Ravensburger und Oetker | Pressebericht, Februar 2017 |
| 2022 | Fund IV über 375 Mio. US-Dollar für Frühphaseninvestments in europäische Tech-Unternehmen | Otto Group Newsroom, Juni 2022 |
| 2025 | Neuer Fonds über 325 Mio. Euro; das verwaltete Vermögen steigt auf rund 1,2 Mrd. Euro | Offizielle Mitteilung, Juni 2025 |
Zwei Details helfen beim Einordnen dieser Zahlen. Erstens wechselt die Währung: Der vierte Fonds wurde 2022 in US-Dollar kommuniziert (375 Mio. USD, laut Otto Group Newsroom), der neue Fonds 2025 in Euro (325 Mio., laut offizieller Mitteilung). Zweitens gibt es beim verwalteten Vermögen zwei Stände: Im Februar 2024 nannte das Fact Sheet rund 1 Milliarde US-Dollar, seit dem Fondsstart im Juni 2025 spricht Project A von rund 1,2 Milliarden Euro.
Das Project-A-Portfolio: Von Trade Republic bis Quantum Systems
Seit 2012 hat Project A mehr als 120 Startups finanziert (Stand: Februar 2024); die Website spricht inzwischen von über 130 begleiteten Gründerteams. Das bekannteste Investment ist Trade Republic: Project A stieg bereits 2019 ein, gemeinsam mit Creandum im Rahmen einer vorgezogenen Kapitalerhöhung über rund 3,4 Millionen Euro (Mitteilung der sino AG vom 30. September 2019). In der Series-C-Runde im Mai 2021 nahm der Neobroker 900 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 5 Milliarden US-Dollar auf (Angaben von Project A). Im Dezember 2025 folgte eine Secondary-Runde über 1,2 Milliarden Euro bei einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro, die Trade Republic zum Dekacorn machte. Project A gehörte als Frühphaseninvestor zu den Anteilseignern, die im Rahmen der Transaktion teilweise Anteile verkauften (Pressemitteilung vom 17. Dezember 2025).
| Unternehmen | Branche | Runde / Beteiligung |
|---|---|---|
| Trade Republic | Fintech (Neobroker) | Einstieg 2019 in der Frühphase; Series C 2021 (900 Mio. US-Dollar, Bewertung 5 Mrd. US-Dollar); Secondary-Runde 2025 (Bewertung 12,5 Mrd. Euro) |
| Sennder | Digitale Logistik | seit der Gründungsphase begleitet |
| Quantum Systems | Defense-Tech (Drohnen) | Frühphasen-Investor; zuletzt rund 3 Mrd. Euro Marktbewertung (Dezember 2025, laut Medienberichten) |
| 11x | KI-Vertriebsautomatisierung | früher Unterstützer |
| Catawiki | E-Commerce (Online-Auktionen) | Wachstumsphase |
| Casavo | PropTech (Immobilien) | Wachstumsphase |
Für Sennder, Catawiki und Casavo liegen keine öffentlich belegten Angaben zur konkreten Beteiligungsrunde vor, daher nennt die Tabelle hier bewusst keine Beträge. Die Quantum-Systems-Bewertung von rund 3 Milliarden Euro stammt aus Medienberichten vom Dezember 2025 und ist keine offizielle Unternehmensangabe. Weitere Portfoliounternehmen sind unter anderem Spryker, Kry und Zepz (WorldRemit); die vollständige Liste veröffentlicht Project A auf seiner Portfolio-Seite.
Was Project A von klassischen VCs unterscheidet
Klassisches Risikokapital besteht oft aus dem Investment und einem Sitz im Beirat. Project A geht einen Schritt weiter: Das Plattform-Team aus rund 100 festangestellten Experten arbeitet direkt in den Portfoliounternehmen mit – etwa beim Aufbau von Tech-Teams, bei der Dateninfrastruktur oder bei Recruiting und Vertrieb. Nach eigenen Angaben handelt es sich um das größte Plattform-Team eines europäischen VCs. Für die Beteiligungen heißt das: Die Unterstützung kommt von festangestellten Spezialisten, nicht von externen Beratern.
Der zweite Unterschied greift schon vor der eigentlichen Investition: Im Project A Studio können Gründer Ideen gemeinsam mit dem Investment-Team validieren, bevor eine formale Finanzierung überhaupt zur Debatte steht. Project A beschreibt das Studio als Pre-Investment-Plattform ohne Vorbedingungen. Damit entsteht der Kontakt zum Investor bereits in der Ideenphase – ein Zugang, den klassische VCs in dieser Form kaum anbieten.
Was bedeutet Project A für Gründer?
Project A investiert von Pre-Seed bis Series A. Wer noch früher unterwegs ist, kann als Zwischenschritt einen Business-Angel-Investor finden. Das Fact Sheet nennt Ticketgrößen von 1 bis 10 Millionen US-Dollar für Erstinvestments und bis zu 30 Millionen US-Dollar für Folgerunden (Stand: Februar 2024); auf der aktuellen Website gibt der Investor 1 bis 6 Millionen Euro als initiales Investment an. Thematisch konzentriert sich Project A auf vier Felder: European Resilience (Sicherheit und technologische Souveränität), Fintech, Future of Autonomous Work (KI-gestützte Arbeitsmodelle) und Global Supply Chains.
Wenn dein Startup in eines dieser Felder passt und du für die erste Finanzierungsrunde Investoren finden willst, gehört Project A auf die Longlist – besonders dann, wenn du neben Kapital auch operative Unterstützung beim Aufbau suchst. Über das Studio kannst du eine Idee zudem schon vor einer formellen Runde mit dem Team prüfen. Wird die Finanzierung konkret, solltest du das Term Sheet verstehen und verhandeln können. Dieses Porträt ist eine redaktionelle Einordnung und keine Anlage- oder Finanzierungsberatung; ob ein Investor zu deinem Vorhaben passt, solltest du im Einzelfall bewerten.
FAQ zu Project A Ventures
Was ist Project A Ventures?
Project A Ventures ist ein 2012 in Berlin gegründeter Frühphaseninvestor mit einem zweiten Standort in London. Als operativer VC kombiniert die Firma Kapital mit praktischer Unterstützung durch rund 100 eigene Experten. Seit der Gründung hat Project A in über 120 Startups investiert (Stand: Februar 2024), darunter Trade Republic, Sennder und Quantum Systems.
Wie groß ist der Project-A-Fonds?
Project A hat mehrere Fonds aufgelegt: Der 2022 geschlossene Fund IV umfasst 375 Millionen US-Dollar (laut Otto Group Newsroom), der im Juni 2025 gestartete neue Fonds 325 Millionen Euro. Das verwaltete Vermögen liegt damit bei rund 1,2 Milliarden Euro (Stand: Juni 2025); das Fact Sheet hatte im Februar 2024 noch rund 1 Milliarde US-Dollar genannt.
Was gehört zum Project-A-Portfolio?
Zum Project-A-Portfolio zählen mehr als 120 Unternehmen, schwerpunktmäßig in Europa. Zu den bekanntesten gehören der Neobroker Trade Republic, die Logistikplattform Sennder, der Drohnenhersteller Quantum Systems, das KI-Unternehmen 11x sowie Catawiki, Casavo, Spryker, Kry und Zepz (WorldRemit). Die vollständige Liste ist auf der Website von Project A öffentlich einsehbar.
Was unterscheidet Project A von anderen VCs?
Der Kernunterschied ist das operative Modell: Ein Plattform-Team aus rund 100 Experten arbeitet direkt in den Portfoliounternehmen mit, etwa in Softwareentwicklung, Business Intelligence, Recruiting und Vertrieb. Hinzu kommt das Project A Studio, über das Gründer Ideen bereits vor einer formalen Finanzierung mit dem Investment-Team validieren können.
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