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vly: Wer steckt hinter der Berliner Erbsenprotein-Milch?

Pitchdeck Magazin Redaktion·
Startseite der offiziellen vly-Website mit Markenauftritt der Erbsenprotein-Milchalternative

vly ist eine Milchalternative aus Erbsenprotein, hinter der das Berliner Startup VF Nutrition GmbH steht. Seit dem Deutschland-Launch im Januar 2020 hat sich die Marke in einem Markt etabliert, der lange von Haferdrinks dominiert wurde. Dieses Porträt ordnet ein, wer vly gegründet hat, wie das Unternehmen finanziert ist, wie es sich gegen Oatly positioniert – und welche Zahlen dazu öffentlich belegt sind.

vly im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten zu vly im Überblick – jede Angabe mit Quelle und Stand:

Firmenname & Sitzvly, rechtlich VF Nutrition GmbH, Berlin (Quelle: KWS-Pressemitteilung, Juni 2023)
Gegründet2018 (Quelle: CB Insights); Markteinführung in Deutschland im Januar 2020 (Quelle: vegconomist, Mai 2021)
GründerNicolas Hartmann, Niklas Katter und Moritz Braunwarth
InvestorenFive Seasons Ventures (Lead-Investor der Serie A), Global Founders Capital, Good Seed Ventures (Stand: Mai 2021)
FinanzierungSerie A über 6,1 Millionen Euro, bekannt gegeben im Mai 2021 (Quellen: vegconomist, Protein Report)
UmsatzBelegte Schätzung: „mittlerer Millionenbereich“ für das Jahr 2020 (Angabe von Mitgründer Nicolas Hartmann im Interview mit deutsche-startups.de, März 2021); neuere Umsatzzahlen sind nicht öffentlich
Mitarbeiterrund 15 (Stand: März 2021, Quelle: deutsche-startups.de)

Hinter diesen Eckdaten steht ein Gründerteam mit ungewöhnlichen Biografien.

Infografik: vly im Steckbrief Firmenname & Sitz: Gegründet | vly, rechtlich VF Nutrition GmbH, Berlin (Quelle: KWS-Pressemitteilung,...

Wer steckt hinter vly? Gründer und Werdegang

Die vly-Gründer Nicolas Hartmann, Niklas Katter und Moritz Braunwarth gründeten das Unternehmen 2018 gemeinsam. Nach eigenen Angaben halten sie seit der Gründung die Mehrheit an vly – ökonomisch wie stimmrechtlich (Quelle: Unternehmensblog, Mai 2021).

Die drei bringen unterschiedliche Hintergründe mit: Hartmann, Geschäftsführer und Sprecher des Trios, war zuvor Unternehmensberater und Ernährungsberater für vegane Profisportler. Braunwarth ist ausgebildeter Koch und verantwortet die Produktentwicklung. Katter ergänzt das Gründerteam (Quellen: Unternehmensblog; Show-Profil „Die Höhle der Löwen“).

Die Idee zu vly führt Hartmann auf drei Erlebnisse zurück: Eine Verletzung beendete seinen Traum von der Basketball-Profikarriere und sensibilisierte ihn für das Thema Ernährung, der Besuch einer Bio-Molkerei machte ihn zum Veganer, und ein Beratungsprojekt zum Export europäischen Milchpulvers als Säuglingsnahrung nach China führte schließlich zu dem Entschluss, selbst Milchalternativen zu entwickeln (Quelle: deutsche-startups.de, März 2021).

Wissenschaftsgetriebene Produktentwicklung

Rund 400 Iterationen in Forschung und Entwicklung flossen nach Unternehmensangaben in die Milchalternative aus gelbem Erbsenprotein (Split), bevor sie marktreif war (Quelle: vegconomist, Mai 2021). Das Ergebnis soll geschmacksneutral, nährstoffreich und zuckerarm sein und sich vom Kaffeeschaum bis zum Müsli eignen.

Für Joghurt- und Quark-Alternativen erhielt das Startup eigenen Angaben zufolge Forschungsfördergelder in siebenstelliger Höhe aus dem Pro-FIT-Programm, kofinanziert von der EU und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Quellen: deutsche-startups.de, März 2021; Unternehmensblog, 2021).

Seit Juni 2023 entwickelt vly in einer mehrjährigen Partnerschaft mit dem Saatgutspezialisten KWS eine geschmacksoptimierte Bio-Erbse, die Geschmack und Textur pflanzlicher Milchalternativen verbessern soll (Quelle: KWS-Pressemitteilung, 12. Juni 2023).

vly-Milch – Produkt und Positionierung gegen Oatly & Co.

Die vly-Milch unterscheidet sich von Oatly vor allem in der Proteinquelle: Oatly setzt auf Hafer, vly auf gelbes Erbsenprotein. Das Unternehmen wirbt mit mehr Protein und weniger Zucker im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten. Zum Portfolio gehören inzwischen auch Barista-Varianten, Proteinshakes und Joghurt-Alternativen (Quelle: Unternehmenswebsite).

Zur Marktposition existieren zwei öffentliche Einordnungen mit unterschiedlichem Stand: Im Mai 2021 bezeichnete das Fachmagazin vegconomist vly als sechstgrößte Pflanzenmilchmarke Deutschlands. Eine Kundenreferenz des ERP-Anbieters Xentral vom September 2025 zählt die Marke dagegen neben Alpro und Oatly zu den Top-3-Marken des Segments in Deutschland. Letztere Angabe stammt aus einer Anbieter-Fallstudie und ist entsprechend mit Vorsicht zu lesen; eine unabhängige, aktuelle Marktanteilsstudie liegt nicht vor.

Für die Erbsenbasis spricht nach Unternehmensangaben auch die Ökobilanz: Ein Liter vly verursache 15-mal weniger CO₂ und benötige 13-mal weniger Wasser sowie fünfmal weniger Land als ein Liter Kuhmilch (Unternehmensangabe, zitiert nach vegconomist, Mai 2021).

Finanzierung und Wachstum

vly ist venture-capital-finanziert gewachsen. Die wichtigsten Meilensteine von der Gründung bis zum jüngsten belegten Wachstumssignal im Überblick:

  • 2018: Gründung der VF Nutrition GmbH in Berlin (Quelle: CB Insights)
  • Januar 2020: Markteinführung in Deutschland (Quelle: vegconomist)
  • Herbst 2020: Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ – ohne Deal, aber mit deutlichem Bekanntheitsschub (Quelle: deutsche-startups.de)
  • Mai 2021: Serie A über 6,1 Millionen Euro; Lead-Investor war Five Seasons Ventures, die Bestandsinvestoren Global Founders Capital und Good Seed Ventures beteiligten sich erneut (Quelle: vegconomist)
  • Juni 2023: Mehrjährige Entwicklungspartnerschaft mit dem Saatgutkonzern KWS (Quelle: KWS-Pressemitteilung; Bericht bei top agrar)
  • September 2025: Mehr als 20 Millionen ausgelieferte Produkte seit dem Start (Quelle: Kundenreferenz des ERP-Anbieters Xentral)

Das Serie-A-Kapital sollte in die Skalierung in der DACH-Region, neue europäische Märkte und die weitere Produktentwicklung fließen. Good Seed Ventures war nach Unternehmensangaben der erste Unterstützer; für Five Seasons Ventures war vly das erste Investment aus einem neuen Impact-Fonds (Quelle: Unternehmensblog, Mai 2021). Weitere Finanzierungsrunden sind seit 2021 nicht öffentlich belegt.

Die Höhle der Löwen – Kontroverse um die Bewertung

Im Herbst 2020 pitchte das Trio mit seiner Erbsenprotein-Milch in der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“. Den Löwen gefielen Produkt und Auftritt – der aufgerufene Unternehmenswert von 5 Millionen Euro allerdings nicht; es kam zu keinem Deal (Quelle: deutsche-startups.de, März 2021).

Auf die Bewertungsdebatte angesprochen, sagte Hartmann später: „Witzigerweise titelte die Bild-Zeitung dann nach der Ausstrahlung: ‚Mega-Flop mit veganer Milch‘. Und heute reden wir schon von einem Vielfachen der damaligen Unternehmensbewertung.“ (Zitat: deutsche-startups.de, 17. März 2021)

Einordnung: Ein geplatzter Deal ist in der Show kein ungewöhnliches Ergebnis – und war für vly kein wirtschaftlicher Rückschlag. Die Ausstrahlung brachte der Marke große Reichweite; wenige Monate später folgte die Serie A über 6,1 Millionen Euro. Welche Bewertung dabei konkret erzielt wurde und wie das Term Sheet aussah, ist nicht öffentlich.

vly heute – Marktpräsenz und aktueller Stand

Die Distribution wuchs nach dem Deutschland-Start schnell: Binnen zwölf Monaten stieg die Zahl der Verkaufsstellen von 25 auf 10.000, darunter Filialen von Rewe und Edeka; hinzu kamen Kunden in Österreich, Estland, den Niederlanden und der Schweiz (Quelle: vegconomist, Mai 2021). Rund 20 Prozent des Umsatzes erzielte das Unternehmen damals über den eigenen Onlineshop. Hartmann sprach von mehr als einer Million verkauften Litern im ersten Jahr und einer Präsenz „in jedem sechsten Supermarkt“ (Quelle: deutsche-startups.de, März 2021).

Aktuellere belastbare Kennzahlen sind rar. Die jüngste öffentliche Zahl stammt aus der erwähnten Xentral-Fallstudie: Bis September 2025 hat vly demnach mehr als 20 Millionen pflanzliche Produkte ausgeliefert. Als Anbieter-Kundenreferenz ist diese Zahl ein Indikator, keine geprüfte Kennzahl. Wenn du aktuelle Umsatz- oder Bewertungsdaten suchst, wirst du nicht fündig – das Unternehmen hat seit 2021 keine neuen Zahlen dieser Art veröffentlicht.

FAQ: Häufige Fragen zu vly

Wer sind die vly-Gründer?

vly wurde 2018 von Nicolas Hartmann, Niklas Katter und Moritz Braunwarth in Berlin gegründet. Das Trio hält nach eigenen Angaben die wirtschaftliche und stimmrechtliche Mehrheit am Unternehmen (Quelle: Unternehmensblog, Mai 2021).

Was genau ist die vly-Milch?

Die vly-Milch ist eine pflanzliche Milchalternative aus gelbem Erbsenprotein, vermarktet als proteinreich und zuckerarm. Zum Sortiment gehören außerdem Barista-Varianten, Proteinshakes und Joghurt-Alternativen.

Wie hoch ist der Umsatz von vly?

Belegt ist nur eine Schätzung: Mitgründer Nicolas Hartmann bezifferte den Umsatz für 2020 im März 2021 gegenüber deutsche-startups.de auf den „mittleren Millionenbereich“. Neuere Umsatzzahlen sind nicht veröffentlicht.

Wer hat in vly investiert?

Zu den Investoren zählen Five Seasons Ventures (Lead der Serie A), Global Founders Capital und Good Seed Ventures. Die im Mai 2021 bekannt gegebene Serie A umfasste 6,1 Millionen Euro (Quelle: vegconomist).

Wie unterscheidet sich vly von Oatly?

Der zentrale Unterschied liegt in der Proteinquelle: Oatly produziert auf Haferbasis, vly auf Basis von Erbsenprotein. Oatly ist ein börsennotierter schwedischer Konzern, vly ein deutlich kleineres Berliner Startup mit Fokus auf den deutschsprachigen Markt.

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