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Erfolgsstories

Snocks: Wie Johannes Kliesch aus 4.000 Euro ein Millionen-Business machte

Pitchdeck Magazin Redaktion·
Porträt von Johannes Kliesch auf der offiziellen Gründerseite von Snocks

Snocks hat aus 4.000 Euro Startkapital ein Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz aufgebaut – und das weitgehend ohne Venture Capital. Hinter der Marke steht Johannes Kliesch, der 2016 gemeinsam mit seinem Cousin Felix Bauer in Mannheim einen Amazon-Shop für Sneakersocken eröffnete. In diesem Porträt erfährst du, wie die Bootstrapping-Story verlief, welche Umsatzzahlen öffentlich belegt sind und wie das Unternehmen heute aufgestellt ist.

Snocks im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten zum Unternehmen im Überblick – jede Zahl mit Quelle und Stand:

Firmenname & SitzSnocks, Mannheim (gegründet als SNOCKS UG)
Gründungsjahr2016
GründerJohannes Kliesch und Felix Bauer (Cousins)
Branche & GeschäftsmodellE-Commerce: Socken, Unterwäsche und Basics; Start über Amazon FBA, heute Multi-Channel
Startkapital4.000 Euro (Quelle: snocks.com; SWR, 17.4.2025)
UmsatzErstmals über 100 Mio. Euro im Jahr 2025 (laut RNZ, 17.12.2025); mehr als 130 Mio. Euro Konzernumsatz (Stand 1.6.2025, laut OMR-Podcast) – beides Medienangaben, keine geprüften Bilanzzahlen
MitarbeiterzahlÜber 100 (Stand ca. 2022/2023, Quelle: snocks.com)

Hinter diesen Zahlen steckt eine Gründergeschichte, die ohne große Anfangsinvestoren auskam – und genau das macht sie für dich als Leser mit eigenen Gründungsplänen interessant.

Wer ist Johannes Kliesch? Der Kopf hinter Snocks

Johannes Kliesch kommt nicht aus der Modebranche, sondern aus der Bankenwelt: Nach dem Schulabschluss startete er gemeinsam mit seinem Cousin Felix Bauer ein duales Studium bei einer Bank. Glücklich wurden beide damit nicht – der Wunsch, sich finanziell unabhängig zu machen, blieb. 2016 wagten die Cousins den Sprung und gründeten die SNOCKS UG in Mannheim.

Der entscheidende Punkt ihrer Strategie: Snocks wurde jahrelang komplett gebootstrapped. Statt auf Risikokapital setzten die Gründer auf Wachstum aus eigenen Erträgen, ergänzt um einen Kredit über 50.000 Euro in der Anfangsphase. Erst 2022 – sechs Jahre nach der Gründung – stieg erstmals ein externer Investor ein: Laut Medienberichten zahlte eine Private-Equity-Gesellschaft einen zweistelligen Millionenbetrag für einen Teil der Anteile.

Heute ist Kliesch Geschäftsführer und öffentliches Gesicht der Marke. Er war 2025 Protagonist einer eigenen ARD-Doku („Mit Socken zum Millionär“). Der SWR bezeichnete ihn im April 2025 als Unternehmer und Millionär.

Der Amazon-Start und der Weg zur eigenen Marke

Snocks begann nicht mit einer perfekten Produktidee, sondern mit einem Geschäftsmodell: Fulfillment by Amazon (FBA). Dabei übernimmt Amazon Lagerung, Versand, Kundenservice und Retouren – die Gründer konnten sich voll auf Produkt und Vermarktung konzentrieren. Als Einstiegsprodukt wählten sie Sneakersocken, die nicht über die Ferse in den Schuh rutschen, weil Kliesch selbst vergeblich nach einer guten Version gesucht hatte.

Der Start verlief holprig. Das erste Produkt brachte im September 2016 rund 10.000 Euro Umsatz. Das zweite Produkt – hohe Socken mit Streifen und Markenlogo, finanziert über den 50.000-Euro-Kredit – wurde zum Ladenhüter: Ohne Markenbekanntheit kaufte kaum jemand Socken mit Logo. Erst das dritte Produkt, höher geschnittene Retro-Sneakersocken, traf die Nachfrage und bescherte Snocks im März 2017 rund 20.000 Euro Monatsumsatz.

Ab da ging es steil bergauf: Im November 2017 zahlten sich die Gründer erstmals ein eigenes Gehalt, und das Jahr endete mit rund 500.000 Euro Umsatz. Ab 2018 investierte das Team verstärkt in den Aufbau einer eigenen Marke – über Social Media, einen eigenen Podcast und ein wachsendes Sortiment, das heute neben Socken auch Unterwäsche und Basics umfasst. Die chronologische Entwicklung ist auf der offiziellen Gründerstory von Snocks nachlesbar.

Snocks-Umsatz: Die Wachstums-Timeline von 10.000 Euro bis über 100 Millionen

Der Snocks-Umsatz gehört zu den meistgesuchten Informationen über das Unternehmen. Öffentlich geprüfte Bilanzzahlen gibt es nicht – die folgenden Werte stammen aus der Unternehmensdarstellung und aus Medienberichten, jeweils mit Stand und Quelle:

Jahr / StandUmsatzQuelle
September 2016rund 10.000 Eurosnocks.com (Gründerstory)
März 2017rund 20.000 Euro (Monatsumsatz)snocks.com (Gründerstory)
2017 (Gesamtjahr)rund 500.000 Eurosnocks.com (Gründerstory)
2018rund 4,5 Mio. Eurosnocks.com (Gründerstory)
2020rund 10 Mio. EuroOMR-Podcast (Rückblick 2020)
2021rund 32 Mio. Euro (Rekordjahr)FashionUnited, 2022
2022kein öffentlich belegter Wert; Private-Equity-EinstiegOMR-Podcast, 2025
ca. 2023mehr als 70 Mio. Euro (Näherungswert)OMR-Podcast, 1.6.2025
Mitte 2025mehr als 130 Mio. Euro (Konzernumsatz)OMR-Podcast, 1.6.2025
Ende 2025erstmals über 100 Mio. EuroRNZ, 17.12.2025

Zwei Einordnungen helfen dir beim Lesen dieser Timeline: Erstens klafft zwischen 2021 (32 Mio. Euro) und 2023 (über 70 Mio. Euro) eine Lücke ohne öffentlich belegte Jahreswerte – der Wert für 2023 ist ein Näherungswert aus dem OMR-Podcast („drei Jahre nach 2020“). Zweitens wirken die beiden Spitzenwerte für 2025 auf den ersten Blick widersprüchlich. Eine plausible Erklärung liegt in der Abgrenzung: Kliesch sprach im Podcast vom Konzernumsatz inklusive Zukäufen, während sich die RNZ-Meldung ausdrücklich auf das Wäsche-Label Snocks bezog. Beide Angaben sind Medienberichte beziehungsweise Unternehmensangaben, keine amtlichen Zahlen.

Infografik: Snocks-Umsatz: Die Wachstums-Timeline von 10.000 Euro bis über 100 Millionen Jahr / Stand: September 2016 | Umsatz: rund...

Marketing und Content: Wie Snocks zur Marke wurde

Der Sprung vom Amazon-Shop zur eigenständigen Marke gelang Snocks ab 2018 – dem Jahr, in dem der Umsatz auf rund 4,5 Millionen Euro kletterte. Statt ausschließlich auf bezahlte Anzeigen setzte das Team auf eigene Inhalte: Snocks wurde auf Instagram, Facebook und YouTube aktiv und startete bereits im Oktober 2017 den Podcast „E-Commerce, Why Not?!“, in dem die Gründer Einblicke in den Aufbau ihres Shops gaben.

Der wichtigste Markenbotschafter ist Johannes Kliesch selbst. Auf LinkedIn folgen ihm laut WirtschaftsWoche weit über 100.000 Menschen; dort teilt er regelmäßig Neuigkeiten zum Unternehmen und Einordnungen zum Online-Marketing. Dieses Founder-Branding macht die Marke unabhängiger von klassischer Werbung – Snocks buchte dennoch später auch große Kampagnen, darunter laut eigener Gründerstory Werbespots in der Champions League bei Amazon Prime. Klieschs Medienpräsenz reicht inzwischen bis zur eigenen ARD-Dokumentation über die Firmengeschichte.

Snocks heute: House of Brands, Zukäufe und was als Nächstes kommt

Amazon ist für Snocks weiterhin wichtig, aber nur noch ein Kanal von mehreren: Der Verkauf läuft zusätzlich über Plattformen wie Zalando und den eigenen Online-Shop. Mehr als 100 Mitarbeiter arbeiten laut Unternehmensangaben an den Standorten Mannheim und Hamburg sowie remote; das Team ist international aufgestellt. Mitgründer Felix Bauer hat sich inzwischen operativ zurückgezogen (Stand: OMR-Podcast, Juni 2025).

Strategisch verfolgt Kliesch den nächsten Wachstumsschritt über eine House-of-Brands-Strategie – ausdrücklich mit dem Luxuskonzern LVMH als Vorbild. Konkret übernimmt Snocks E-Commerce-Marken, die zu günstigen Bewertungen verfügbar sind, und entwickelt sie mit den eigenen Stärken weiter. Zwei Beispiele sind bereits belegt: die zuvor angeschlagene D2C-Marke Oceansapart (Leggings und Sportswear), die Snocks übernommen hat, und Femtis, ein Anbieter von Periodenunterwäsche mit Umsätzen im niedrigen einstelligen Millionenbereich (Angaben jeweils aus dem OMR-Podcast vom 1.6.2025). Auch die RNZ bringt das Erreichen der 100-Millionen-Marke Ende 2025 mit den Zukäufen in Verbindung – Wachstum „auch dank der Zukäufe“.

Und persönlich? Kliesch schließt eine künftige Rolle als Investor bei „Die Höhle der Löwen“ nicht aus – ein Deal war Stand Juni 2025 allerdings nicht bestätigt.

FAQ zu Snocks und Johannes Kliesch

Wer ist Johannes Kliesch?

Johannes Kliesch ist Gründer und Geschäftsführer von Snocks. 2016 startete er gemeinsam mit seinem Cousin Felix Bauer in Mannheim einen Amazon-Shop für Sneakersocken – mit 4.000 Euro Startkapital und ohne externe Investoren. Heute ist er eine der bekanntesten Gründerstimmen im deutschen E-Commerce, unter anderem mit über 100.000 LinkedIn-Followern und einer eigenen ARD-Doku.

Wie hoch ist der Snocks-Umsatz?

Dazu gibt es zwei öffentlich belegte Angaben: Laut RNZ (17.12.2025) hat Snocks 2025 erstmals die Marke von 100 Millionen Euro Umsatz geknackt. Im OMR-Podcast (1.6.2025) sprach Kliesch von mehr als 130 Millionen Euro Konzernumsatz – vermutlich weiter gefasst inklusive der zugekauften Marken. Beides sind Medien- beziehungsweise Unternehmensangaben, keine geprüften Bilanzzahlen.

Wem gehört Snocks?

Gegründet wurde Snocks von Johannes Kliesch und Felix Bauer. 2022 stieg erstmals eine Private-Equity-Gesellschaft ein und erwarb laut Medienberichten für einen zweistelligen Millionenbetrag einen Teil der Anteile. Die genaue heutige Gesellschafterstruktur ist öffentlich nicht vollständig belegt. Kliesch führt das Unternehmen weiter als Geschäftsführer, Bauer hat sich operativ zurückgezogen.

Wie hat Snocks als Amazon-Shop angefangen?

Über das Modell Fulfillment by Amazon (FBA): Amazon übernahm Logistik, Versand und Retouren, die Gründer kümmerten sich um Produkt und Marketing. Nach einem moderaten Start mit Sneakersocken und einem Flop mit Logo-Socken brachte erst das dritte Produkt – Retro-Sneakersocken – im März 2017 den Durchbruch mit rund 20.000 Euro Monatsumsatz.

Was macht Snocks heute?

Snocks verkauft Socken, Unterwäsche und Basics über Amazon, Zalando und den eigenen Online-Shop. Strategisch baut das Unternehmen ein House of Brands nach Vorbild von LVMH auf und hat dafür bereits die Marken Oceansapart und Femtis übernommen (Stand: OMR-Podcast, Juni 2025).

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