Pumpkin Organics: Die Gemüse-Marke von Familie Schnau zwischen Bio-Boom und Höhle-der-Löwen-Mythos

Pumpkin Organics ist eine Münchner Bio-Marke für Baby- und Kindersnacks – gegründet 2016 von Jaclyn und Florian Schnau, weil die beiden im Babyregal nichts fanden, das ihren Ansprüchen an gesunde Kinderernährung genügte. Heute sind die Gemüse-Quetschies nach Unternehmensangabe in über 10.000 Verkaufsstellen gelistet; eine millionenschwere Finanzierungsrunde ist ebenfalls gesichert. Die häufigste Suchfrage zur Marke dreht sich trotzdem um etwas anderes: War Pumpkin Organics bei „Die Höhle der Löwen“? Die kurze Antwort: Nein – ein Pitch oder Deal in der VOX-Show ist öffentlich nicht belegt. Woher die Verwechslung kommt und was hinter der Marke steckt, klärt dieses Porträt.
Pumpkin Organics im Steckbrief
Die wichtigsten Fakten zum Unternehmen im Überblick:
| Firmenname & Sitz | Pumpkin Organics GmbH, Adalbertstr. 57, 80799 München (HRB 227719, Amtsgericht München; Quelle: Impressum) |
|---|---|
| Gründungsjahr | 2016, München (Quelle: Unternehmenswebsite) |
| Gründer | Jaclyn Schnau und Florian Schnau |
| Branche & Geschäftsmodell | Bio-Baby- und Kindersnacks (Gemüse-Quetschies, Knabbersnacks, Haferriegel, Backmischungen u. a.), vertrieben über den eigenen Online-Shop sowie Drogerie- und Lebensmittelhandel |
| Umsatz | Keine öffentlich belegten Angaben (Stand 2025) |
| Finanzierung | 4,3 Mio. Euro (Finanzierungsrunde Mai 2023; Quellen: munich-startup.de, Business Insider) |
Hinter diesen Eckdaten steckt eine Gründungsgeschichte, die mit einem Umzug und einem Spitznamen beginnt.
Wer steckt hinter Pumpkin Organics?
Hinter der Marke steht Familie Schnau: Jaclyn und Florian, ein Ehepaar mit zwei Kindern, das vor der Gründung von Kanada nach München gezogen war. Beide führen die GmbH laut Impressum gemeinsam.
Der Markenname geht auf Jaclyns Kindheit zurück: Ihr Großvater nannte sie „Pumpkin“ – der Spitzname blieb hängen und wurde Jahrzehnte später zum Firmennamen. Die Gründungsidee selbst entstand am Babyregal. Nach eigener Darstellung fanden die Eltern dort vor allem Produkte mit irreführenden Labels, verstecktem Zucker und langen Zutatenlisten. Ihre Antwort waren eigene Rezepturen mit viel Gemüse und weniger Fruchtzucker.
Jaclyn Schnau ist seither das öffentliche Gesicht des Startups, etwa in Gründer-Porträts und auf Branchenbühnen. Auf der eigenen Website tritt die Firma unter dem Motto „die mit dem Gemüse“ auf.
Die Gründungsgeschichte
Gegründet wurde Pumpkin Organics 2016 in München. Ein Jahr später ging der Online-Shop live, die ersten Bio-Gemüse-Quetschies kamen auf den Markt, und das Unternehmen erhielt das EU-Bio-Siegel (Kontrollstelle DE-ÖKO-001). 2018 folgte eine Partnerschaft mit TerraCycle zum Recycling der Quetschbeutel – nach Firmenangabe war Pumpkin Organics damals eines von zwei Unternehmen in Deutschland mit einem solchen Programm.
Ab 2019 wurde die Marke sichtbarer: Damals lief der erste TV-Werbespot, 2020 ein zweiter. Parallel stieg der Gemüseanteil der Quetschies auf 70 %, dazu kamen erste Branchenpreise wie der Bits-&-Pretzels-Award im Food-&-Ag-Sektor (2020). Diese frühe TV-Präsenz war reguläre Werbung – sie spielt gleich noch eine Rolle, wenn es um die Löwen-Frage geht.
Pumpkin Organics und die Höhle der Löwen – was wirklich dahintersteckt
Kommen wir zur meistgesuchten Frage: War Pumpkin Organics bei „Die Höhle der Löwen“? Nach allem, was öffentlich belegbar ist, lautet die Antwort: Nein. In den Kandidaten-Übersichten der VOX-Show taucht die Marke nicht auf, und auch wiederholte gezielte Recherchen liefern keinen Hinweis auf Pitch, Staffel oder Deal. Andere Food-Gründer waren dagegen tatsächlich zu sehen – Tallow-Naturals-Gründer Niklas Spiegel etwa spricht offen über Hautpflege, Wachstum und seinen DHDL-Erfolg.
Was es gibt, ist eine Investorin mit echter Löwen-Verbindung. Tijen Onaran, Gründerin von Global Digital Women und Publizistin der Startup-Szene, schrieb 2021 in einem t3n-Gastbeitrag: „Mein erstes Investment ging an Pumpkin Organics.“ Gemeint war ein persönliches Angel-Investment außerhalb der Sendung. Onaran war von 2023 bis Ende 2024 selbst reguläre DHDL-Löwin – ihr Angel-Investment in Pumpkin Organics hatte sie jedoch bereits 2021 getätigt, also Jahre vor ihrem Einstieg als Löwin; genau diese Kombination dürfte die hartnäckige Suchverwechslung erklären. Kennengelernt haben sich beide Seiten laut Unternehmens-Timeline beim Digital Female Leader Award 2020, bei dem Pumpkin Organics Finalist war.
Die echte Finanzierungsstory ist handfester: Im Mai 2023 schloss das Startup eine Runde über 4,3 Mio. Euro ab, wie munich-startup.de damals berichtete. Wenn du also nach dem „Löwen-Deal“ suchst, ist diese Runde die belastbare Antwort. Dass Produkte aus der Show den Weg in den stationären Handel finden, zeigt übrigens das Beispiel Netto, das Höhle-der-Löwen-Produkte ins Sortiment aufgenommen hat – darunter eine Kinderdusche und vegane Bulgurcups.
Bio-Positionierung im Quetschie-Markt
Der Markt für Babybrei und Kinder-Quetschies ist umkämpft: Marken wie Ella's Kitchen, Holle, Alana oder Little Lunch besetzen seit Jahren die Regale. Pumpkin Organics positioniert sich dazwischen über die Rezeptur – mehr Gemüse, weniger Fruchtzucker, kein zugesetzter Zucker. 2020 hob das Unternehmen den Gemüseanteil seiner Quetschies auf 70 % an, 2025 kam nach Firmenangabe der erste Quetschie mit 99 % Gemüse dazu.
Untermauert wird diese Positionierung mit Zertifikaten und Nachhaltigkeitsnachweisen:
- EU-Bio-Siegel (Kontrollstelle DE-ÖKO-001), seit 2017
- Klimaneutral zertifiziert durch ClimatePartner (2021) – nach Eigenangabe eine der ersten Babynahrungsmarken weltweit
- Recyclingfähige Quetschie-Verpackung, zertifiziert von Interseroh (2021) – laut Unternehmen eines der ersten Unternehmen Europas
- IFS-Zertifizierung für Qualitäts- und Sicherheitsstandards (2024)
Das eigentliche Differenzierungsmerkmal ist damit weniger der Preis als die Kombination aus Nährwertversprechen und geprüften Standards. Sie dürfte auch den Handelseinkäufern das Argument geliefert haben, die Marke flächendeckend zu listen.

Entwicklung und Handelspräsenz seit der Gründung
Aus dem Online-Shop der Anfangsjahre ist inzwischen eine breite Handelspräsenz geworden. 2023 kamen Kaufland, Alnatura und Amazon als Partner dazu, in Österreich Billa und BIPA. Den eigentlichen Sprung markiert 2024: Erstmals lagen vier Quetschie-Sorten stationär bei dm-drogerie markt, neu gelistet waren außerdem Müller – nach Firmenangabe mit der bis dahin größten Sortimentsauswahl bei einem Händler – sowie tegut, budni und dm Österreich.
2025 zog das Unternehmen nach: bundesweite Listung bei dm, 2.300 Rossmann-Filialen, alle dm- und budni-Märkte und der Einstieg in die Schweiz über Müller. Insgesamt spricht die Firma von über 10.000 Verkaufsstellen (Stand 2025, Unternehmensangabe ohne unabhängige Prüfung).
Die wichtigsten Stationen seit der Gründung im Überblick:
- 2016: Gründung in München
- 2017: Online-Shop-Start und EU-Bio-Siegel
- 2019: erster TV-Werbespot
- 2021: Klimaneutral-Zertifizierung und „Bestes Produkt des Jahres“ (Deutschland)
- 2023: Finanzierungsrunde über 4,3 Mio. Euro; Start des Kids Ernährungs Summit
- 2024: Einstieg in den stationären Handel bei dm; IFS-Zertifizierung
- 2025: über 10.000 Verkaufsstellen und Expansion in die Schweiz (Unternehmensangabe)

Zweites Standbein neben dem Handel ist der Kids Ernährungs Summit: Das Online-Event startete 2023 mit über 1.100 registrierten Eltern; im Oktober 2024 nahmen laut Veranstalter rund 10.000 Eltern teil, über 30 Speaker lieferten mehr als elf Stunden Programm.
Wachstum und Wettbewerb einordnen
Wie steht Pumpkin Organics wirtschaftlich da? Die härteste öffentliche Zahl bleibt die Finanzierungsrunde vom Mai 2023 über 4,3 Mio. Euro. Der Business Insider berichtete damals, der Abschluss sei „trotz vieler Absagen“ gelungen – ein Hinweis darauf, dass Kapitalbeschaffung im Food-Bereich auch für wachsende Marken kein Selbstläufer ist. Wie langlebig Food-Marken werden können, zeigt das Beispiel Just Spices, das zehn Jahre mit neuem Design und frischem Markenauftritt gefeiert hat.
Zum Team gibt es nur eine Grobangabe: Das LinkedIn-Profil des Unternehmens nennt 10 bis 20 Mitarbeitende (Stand 2025). Umsatzzahlen veröffentlicht die GmbH nicht – jede konkrete Zahl wäre Spekulation, der Steckbrief verzichtet deshalb bewusst auf eine Schätzung.
An Branchen-Anerkennung mangelt es dagegen nicht: 2021 gewann das Unternehmen den CASH Startup Award in Österreich und die Wahl „Bestes Produkt des Jahres“ in Deutschland, 2022 war es Finalist beim Award „EY Entrepreneur of the Year“ in der Kategorie Nachhaltigkeit. Eingeordnet heißt das: Pumpkin Organics ist ein Nischenanbieter, der den Schritt in die Breite des deutschen Drogerie- und Lebensmittelhandels geschafft hat. Das stärkste Wachstumsargument ist die Distribution – belastbare Umsatz- oder Gewinnzahlen liegen dagegen nicht vor.
FAQ: Häufige Fragen zu Pumpkin Organics
War Pumpkin Organics bei der Höhle der Löwen?
Nein, es gibt keinen öffentlichen Beleg für einen Pitch oder Deal in der VOX-Show. Die Verwechslung entsteht vermutlich durch die TV-Werbespots der Marke (2019 und 2020) sowie das Angel-Investment der Investorin Tijen Onaran, die von 2023 bis Ende 2024 selbst reguläre Löwin in der Show war.
Wer hat Pumpkin Organics gegründet?
Jaclyn und Florian Schnau, 2016 in München. Der Markenname geht auf Jaclyns Kindheitsspitznamen „Pumpkin“ zurück, den ihr Großvater ihr gab.
Wo gibt es Pumpkin Organics zu kaufen?
Im eigenen Online-Shop und im Handel, etwa bei dm, Rossmann, Müller, budni, tegut, Kaufland, Alnatura und Amazon. In Österreich führen unter anderem dm, Billa und BIPA die Produkte, in der Schweiz Müller (Stand 2025, laut Unternehmensangaben).
Wie viel Umsatz macht Pumpkin Organics?
Öffentlich belegte Umsatzzahlen gibt es nicht. Belegt sind eine Finanzierungsrunde über 4,3 Mio. Euro (2023), nach Eigenangabe über 10.000 Verkaufsstellen (2025) und eine Teamgröße von 10 bis 20 Mitarbeitenden laut LinkedIn (Stand 2025).
Ist Pumpkin Organics wirklich Bio-zertifiziert?
Ja. Die Marke trägt seit 2017 das EU-Bio-Siegel (Kontrollstelle DE-ÖKO-001). Zusätzlich ist das Unternehmen seit 2021 durch ClimatePartner als klimaneutral zertifiziert und erhielt 2024 die IFS-Zertifizierung.
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