Oatsome: Wie Tim Horn und Philipp Reif die Smoothie-Bowl-Marke aufgebaut haben

Oatsome hat aus einem Instagram-Trend ein Geschäft mit einem geschätzten Umsatz im zweistelligen Millionenbereich gemacht: Das Frankfurter Startup vertreibt Smoothie Bowls als Fertigmischung, die sich in rund 60 Sekunden zubereiten lässt. Gegründet wurde das Unternehmen Anfang 2017 von Tim Horn und Philipp Reif. Nach eigenen Angaben haben inzwischen über 500.000 Kunden die Produkte gekauft, und für die nächste Wachstumsphase hat Oatsome zuletzt eine Crowdinvesting-Runde gestartet. In diesem Porträt erfährst du, wer hinter Oatsome steckt, wie das D2C-Modell funktioniert und welche Vertriebswege die Marke nutzt.
Oatsome im Steckbrief
Die wichtigsten Fakten zum Frankfurter Food-Startup im Überblick:
| Firmenname & Sitz | Oatsome GmbH, Frankfurt am Main |
|---|---|
| Gründung | 6. Januar 2017 (Quelle: Gründerküche) |
| Gründer | Tim Horn und Philipp Reif |
| Branche & Geschäftsmodell | D2C-Food: Smoothie Bowls und Frühstücksprodukte im Direktvertrieb, ergänzt durch stationären Handel |
| Mitarbeiterzahl | rund 32 (laut LinkedIn-Unternehmensprofil, Stand 2026) |
| Umsatz | zweistelliger Millionenbetrag (Schätzung laut gruender.de, Stand 2022) |
| Finanzierung | Crowdinvesting-Kampagne über die Plattform OneCrowd (Quelle: vegconomist, 2026) |
Hinter diesen Kennzahlen steht eine Gründungsgeschichte, die mit einem Social-Media-Trend begann – und die zeigt, wie daraus ein Unternehmen wurde.

Wer steckt hinter Oatsome? Die Gründer Tim Horn und Philipp Reif
Hinter Oatsome stehen zwei Gründer, die sich während ihres dualen Studiums der Wirtschaftsinformatik kennenlernten, wie ein Porträt auf gruender.de (2022) beschreibt. Zwei Dinge verbanden Tim Horn und Philipp Reif von Anfang an: die gemeinsame Leidenschaft für Sport und gesunde Ernährung sowie der Wunsch, ein eigenes Unternehmen von Null aufzubauen.
Nach dem Studium gingen die beiden deshalb gemeinsam auf die Suche nach einer Geschäftsidee. Für sie stand früh fest, dass ein langfristiges Vorhaben nur mit einem Thema funktionieren würde, das sie selbst begeistert. Der Fitnessmarkt war 2016 bereits voll mit Produkten, also suchten die Gründer gezielt nach einer Lücke im Alltag: Was stört an bestehenden Angeboten, und was würde ein gesundes Frühstück praktikabler machen? Diese Frage führte sie zur Smoothie Bowl – und zu einem Markt, der überraschend unbesetzt war.
Die Gründungsgeschichte: Vom Instagram-Trend zur eigenen Smoothie Bowl
Den entscheidenden Hinweis lieferte Instagram. Dort stießen Horn und Reif 2016 auf Smoothie Bowls: bunt garnierte Schüsseln aus püriertem Obst, Haferflocken und Toppings, die anders als ein klassischer Smoothie nicht getrunken, sondern gelöffelt werden. Der Hashtag #smoothiebowls wurde zu diesem Zeitpunkt bereits millionenfach genutzt – ein fertiges Produkt dafür gab es weltweit nicht, berichtet gruender.de (2022). Für die beiden war das die gesuchte Marktlücke.
Die klassische Smoothie Bowl hatte aus ihrer Sicht allerdings ein Alltagsproblem: Wer sie selbst zubereitet, muss Obst schneiden, pürieren und mehrere Zutaten vorrätig haben. Das ist ein Aufwand, der sich morgens kaum mit einem vollen Terminkalender verträgt. Die Lösung sollte eine gesunde Fertigmischung sein, die sich schnell anrühren lässt und trotzdem schmeckt.
Bevor sie überhaupt eine eigene Rezeptur entwickelt hatten, testeten die Gründer die Nachfrage nach dem Lean-Startup-Prinzip: Wie sie später erzählten, bauten sie zunächst einen Online-Shop auf und füllten ihn mit frei verfügbaren Bildern von Smoothie Bowls aus dem Netz – ohne dass ein eigenes Produkt existierte. Der Test zeigte, dass Kunden bereit waren zu bestellen. Erst danach entstand die eigene Mischung. Am 6. Januar 2017 wurde die Oatsome GmbH offiziell gegründet (Quelle: Gründerküche). Die Marke bezeichnet ihre Bowl bis heute als „den ersten Smoothie zum Löffeln“.
Das D2C-Geschäftsmodell rund um Smoothie Bowls
Oatsome arbeitet als Direct-to-Consumer-Marke (D2C): Der Vertrieb läuft zentral über den eigenen Online-Shop, der auf der Shopsoftware Shopify betrieben wird. Dieser direkte Draht zu den Kunden ist der Kern des Modells – das Unternehmen steuert Sortiment, Preise und Kommunikation selbst und erhält Feedback ohne Umweg über den Handel. Wie erfolgreich dieses Modell sein kann, zeigt auch die Umsatz-Story von Snocks-Gründer Johannes Kliesch.
Das Kernprodukt ist eine Fertigmischung für Smoothie Bowls: Mit Flüssigkeit angerührt, ist das Frühstück nach Angaben des Unternehmens in etwa 60 Sekunden fertig. Die Rezepturen sind zu 100 Prozent natürlich, kommen ohne Zuckerzusatz aus und sind vegan (Quelle: oatsome.de). Ausgehend von diesem Produkt hat Oatsome das Angebot schrittweise zu einem Frühstückssortiment ausgebaut, das aktuell fünf Kategorien umfasst:
- Smoothie Bowls: das Kernprodukt mit Sorten wie „Alice im Beerenland“
- High Protein Bowls: proteinreiche Varianten wie „Strong Peanut“
- Crunchy Toppings: Granola-Toppings ohne zugesetzten Zucker, in Bio-Qualität
- Feelgood Spreads: cremige Aufstriche ohne Palmöl
- Magische Cereals: Cerealien für Kinder, teils mit Bio-Siegel
Mit dieser Staffelung adressiert Oatsome unterschiedliche Frühstücksbedürfnisse – vom schnellen Standard bis zur proteinreichen Variante – und erhöht zugleich den durchschnittlichen Warenkorb über Sets und Probierpakete.
Wachstum und Sortiments-Entwicklung: Die wichtigsten Meilensteine
Die Entwicklung von Oatsome lässt sich an wenigen, klar datierten Stationen ablesen. Die wichtigsten Meilensteine im Überblick:
- 2016: Die Gründer entdecken den Smoothie-Bowl-Trend auf Instagram und testen die Idee mit einem Shop ohne eigenes Produkt (Quelle: gruender.de, 2022).
- 6. Januar 2017: Gründung der Oatsome GmbH in Frankfurt am Main (Quelle: Gründerküche).
- 2017 bis 2022: Aufbau der Marke im Direktvertrieb und schrittweise Sortimentserweiterung.
- 2022: Über 500.000 Kunden innerhalb von fünf Jahren und ein geschätzt zweistelliger Millionen-Umsatz; laut gruender.de ist Oatsome zu diesem Zeitpunkt die meistverkaufte Smoothie Bowl in Deutschland.
- Bis 2026: Expansion in Handel und Marktplätze – die Produkte sind bei dm und Rossmann gelistet und zusätzlich über Amazon erhältlich.
- 2026: Start einer Crowdinvesting-Kampagne über die Plattform OneCrowd zur Finanzierung der nächsten Wachstumsphase (Quelle: vegconomist).
Bei den Unternehmenskennzahlen gibt es je nach Quelle unterschiedliche Stände: Das LinkedIn-Unternehmensprofil nennt aktuell rund 32 Mitarbeiter, das Porträt auf gruender.de sprach 2022 noch von gut 60. Die Werte stammen aus verschiedenen Zeiträumen und Erhebungswegen und lassen sich daher nicht direkt miteinander vergleichen. In einem Interview auf dem Blog von OneCrowd spricht das Unternehmen zudem von über 40 Millionen verkauften Portionen; ein Stichtag für diese Eigenangabe ist dort nicht erkennbar.
Vertriebswege und Marketing: Vom eigenen Shop in den Handel
Gestartet ist Oatsome als reine Online-Marke. Der eigene Shop auf oatsome.de ist bis heute ein zentraler Absatzkanal – ergänzt wird er inzwischen durch den stationären Handel und Marktplätze: Die Produkte sind bei dm und Rossmann gelistet und über einen eigenen Marken-Shop bei Amazon erhältlich. Für eine D2C-Marke ist das ein bewusster Strategiewechsel: Statt ausschließlich auf den Direktvertrieb zu setzen, kombiniert das Unternehmen beide Kanäle.
„Diese Omnichannel-Präsenz ist ein riesiger Hebel.“ — Philipp Reif, Mitgründer von Oatsome (Quelle: vegconomist, 2026)
Der parallele Ausbau von Online-Geschäft und Handel erhöht die Markenreichweite und reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Vertriebswegen. Wie wichtig dabei ein gepflegter Markenauftritt über die Jahre ist, zeigt das Beispiel Just Spices: Die Gewürzmarke hat nach zehn Jahren ein neues Design und einen frischen Markenauftritt vorgestellt. Beim Marketing setzt Oatsome weiterhin stark auf Social Media – konsequent, denn über Instagram entstand auch die ursprüngliche Idee. Kundenbewertungen spielen dabei eine sichtbare Rolle: In seinem Shop wirbt das Unternehmen mit 4,7 von 5 Punkten bei über 10.000 Bewertungen auf der Plattform REVIEWS.io. Auf Trustpilot äußern sich einzelne Kunden dagegen kritisch, etwa zu kurzen Mindesthaltbarkeitsdaten und Lieferzeiten – die Beanstandungen betreffen vor allem Logistik und Service, weniger das Produkt selbst.
Finanzierung: Die Crowdinvesting-Runde
Für die nächste Wachstumsphase öffnet sich Oatsome auch für Privatanleger: Über die Plattform OneCrowd wurde eine Crowdinvesting-Kampagne aufgesetzt, wie das Fachmedium vegconomist berichtet (2026). Die berichteten Konditionen: eine Beteiligung ab 250 Euro, gestaltet als Darlehen mit fester Verzinsung von 8 Prozent pro Jahr. Zusätzlich ist eine erfolgsabhängige Bonusverzinsung vorgesehen, die an die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens gekoppelt ist. Wie die Gründerküche berichtet, erreichte die Kampagne ihre 100-Prozent-Schwelle; eine Beteiligung war anschließend weiterhin möglich.
Das eingeworbene Kapital soll in den Ausbau der Marktpräsenz, die Weiterentwicklung des Sortiments sowie in operative und strukturelle Maßnahmen fließen. Die Entscheidung für die Crowd begründen die Gründer mit ihrer Arbeitsweise: „Crowdinvesting passt zu unserer Art, Unternehmen aufzubauen.“ Als zentralen Wettbewerbsvorteil sehen sie ihre frühe Marktposition.
„Der First-Mover-Vorteil zeigt sich heute vor allem in unserer Marke und unserem Know-how.“ — Tim Horn, Mitgründer von Oatsome (Quelle: vegconomist, 2026)
Diese Faktoren seien entscheidend, um sich gegen neue Marktteilnehmer zu behaupten und die Nachfrage langfristig zu sichern. Den aktuellen Stand der Runde kannst du auf der Kampagnenseite der Plattform einsehen.
FAQ: Häufige Fragen zu Oatsome
Wer sind die Gründer von Oatsome?
Oatsome wurde von Tim Horn und Philipp Reif gegründet. Die beiden lernten sich im dualen Studium der Wirtschaftsinformatik kennen und gründeten das Unternehmen am 6. Januar 2017 in Frankfurt am Main (Quellen: gruender.de, Gründerküche).
Was ist die Smoothie Bowl von Oatsome?
Die Smoothie Bowl von Oatsome ist eine Fertigmischung für ein löffelbares Frühstück. Sie lässt sich nach Unternehmensangaben in etwa 60 Sekunden mit Flüssigkeit anrühren und ist zu 100 Prozent natürlich, ohne Zuckerzusatz und vegan (Quelle: oatsome.de).
Wo kannst du Oatsome kaufen?
Erhältlich sind die Produkte im eigenen Online-Shop auf oatsome.de, dazu im stationären Handel bei dm und Rossmann sowie über einen Marken-Shop bei Amazon.
Wie hoch ist der Umsatz von Oatsome?
Das Unternehmen veröffentlicht keine Bilanzzahlen. Laut einer Schätzung von gruender.de aus dem Jahr 2022 erwirtschaftet Oatsome einen zweistelligen Millionen-Umsatz. Aktuellere öffentlich belegte Zahlen liegen nicht vor.
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