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Finanzierung

Media for Equity: Werbereichweite gegen Unternehmensanteile erklärt

Pitchdeck Magazin Redaktion·
Close-up of a vintage typewriter displaying the message 'Social Equity' on paper.
Bild von Markus Winkler auf Pexels

Media for Equity (englisch für „Medialeistung gegen Unternehmensanteile“) bezeichnet ein Finanzierungsmodell, bei dem ein Medienunternehmen einem Startup Werbeleistung zur Verfügung stellt – etwa TV-Spots, Plakatflächen, Radio- oder Online-Werbung – und dafür im Gegenzug Anteile am Unternehmen erhält. Die Gegenleistung besteht aus Medialeistung statt aus Geld.

Das Wichtigste zum Modell in Kürze:

  • Grundprinzip: Du erhältst ein Werbebudget in Form von Medialeistung – das Medienunternehmen erhält dafür Anteile an deinem Startup.
  • Anbieter: Vor allem Konzerntöchter wie SevenVentures (ProSiebenSat.1) und Ströer sowie unabhängige Media-Fonds wie der German Media Pool.
  • Passend für: Skalierbare B2C-Geschäftsmodelle mit hohem Werbebedarf, etwa E-Commerce, Online-Travel oder Vergleichsportale.
  • Zentrales Risiko: Die Medialeistung wird häufig auf Basis eines rabattierten Bruttovolumens bewertet; dazu kommt die Verwässerung deiner Anteile.
  • Unterschied zu Venture Capital: Klassisches Risikokapital liefert Cash, Media for Equity liefert Reichweite – die Exit-Logik ist dieselbe.

Entstanden ist das Modell in den 1990er-Jahren; praktische Erfahrungen damit existieren vor allem in Europa und Indien. Es besetzt eine Lücke in der Finanzierung von Wachstumsunternehmen – zwischen der frühen Angel-Phase und späteren Investments. Gerade internetbasierte B2C-Startups greifen darauf zurück, weil sie in kurzer Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad aufbauen müssen, sich aber entsprechende Werbebudgets nicht aus der laufenden Kasse leisten können.

Wie funktioniert Media for Equity?

Der Tausch folgt einer einfachen Logik: Werbeinventar gegen Eigenkapital. Das Startup bekommt Werbeplätze oder Werbezeiten für seine Marketingkampagne zur Verfügung gestellt und zahlt dafür mit Anteilen am eigenen Unternehmen, weil es das nötige Budget nicht aufbringen kann oder will. Das Modell ähnelt laut Wikipedia klassischen Risikokapital-Beteiligungen – mit dem entscheidenden Unterschied, dass Werbeinventar wie TV-Werbezeiten, Plakatflächen oder Magazinanzeigen als eine Art Sacheinlage in das Unternehmen eingebracht wird.

In der Praxis läuft ein solcher Deal typischerweise in fünf Schritten ab:

  • Verhandlung und Bewertung: Beide Seiten einigen sich auf Umfang und Wert der Medialeistung sowie auf die Anteilshöhe, die das Startup dafür abgibt.
  • Beteiligungsvertrag: Die gesellschaftsrechtliche Seite wird fixiert – das Medienunternehmen steigt gegen die zugesagte Medialeistung ein.
  • Medialeistungsvertrag: Ein separater Vertrag regelt die schuldrechtlichen Details, etwa Ausstrahlungszeitpunkte, Sendeplätze und Spotlängen.
  • Kampagnenlaufzeit: Die Werbung wird sukzessive über einen definierten Zeitraum ausgespielt; das Startup baut Bekanntheit auf.
  • Exit: Wächst das Unternehmen und steigen die Anteile im Wert, verkauft das Medienunternehmen seine Beteiligung und realisiert so den Erlös für seine Medialeistung.
Infografik: So funktioniert Media for Equity – Media-Budget gegen Unternehmensanteile. Schritt 1: Verhandlung und Bewertung der Medialeistung | Schritt 2: Beteiligungsvertrag – das Medienunternehmen steigt gegen Medialeistung ein | Schritt 3: Medialeistungsvertrag mit Sendeplätzen und Spotlängen | Schritt 4: Kampagnenlaufzeit – das Startup baut Bekanntheit auf | Schritt 5: Exit – das Medienunternehmen verkauft seine Anteile und realisiert den Wertzuwachs

Weil bei diesem Tausch kein Geld fließt, hängt alles an einer Frage: Wie viel ist die gelieferte Werbung tatsächlich wert? Genau hier sitzt einer der wichtigsten Verhandlungspunkte für dich als Gründer.

In der klassischen Media-Vermarktung buchen Werbetreibende ihre Spots zu einem Nettopreis, der deutlich unter dem ausgewiesenen Listenpreis liegt; die Differenz zwischen Bruttolistenpreis und gezahltem Nettopreis heißt Brutto-Netto-Schere. Abgerechnet wird über den Tausender-Kontakt-Preis (TKP), also den Preis pro tausend erreichte Kontakte in der Zielgruppe. Bei Media-for-Equity-Deals wird die Medialeistung laut einer Fachpublikation von Schalast & Partner, der Frankfurt School of Finance & Management und der Hochschule der Medien Stuttgart auf Grundlage eines rabattierten Bruttovolumens bewertet. Da Listenpreise im Markt selten vollständig gezahlt werden, steigt das Medienunternehmen faktisch günstiger ein, als der nominale Mediawert suggeriert. Prüfe deshalb genau, welcher Wert für die Medialeistung angesetzt wird – davon hängt ab, wie viele Anteile du real abgibst.

Zusätzlich lohnt ein Blick in die Vertragsdetails: Der Medialeistungsvertrag legt den Werbedruck fest, etwa über Gross Rating Points, und kann sogenannte Schieberechte enthalten, falls Spots verschoben werden müssen. Ein verbindlicher Werbefahrplan ist entscheidend: Läuft deine Kampagne nur zu Randzeiten, verpufft ein großer Teil des Effekts, für den du Anteile abgegeben hast.

Plane außerdem die zeitliche Dimension ein: Für das Medienunternehmen ist der Deal ein Wagnis mit langer Laufzeit – erst wenn dein Unternehmen wächst, wird aus der eingebrachten Medialeistung ein realisierbarer Wert. Realisiert wird der Erlös typischerweise über den Verkauf der Anteile, etwa an einen Finanzinvestor in einer späteren Finanzierungsrunde oder im Zuge eines Unternehmensverkaufs. Scheitert dein Startup dagegen, entsteht dir keine Rückzahlungspflicht; das Verlustrisiko trägt allein das Medienunternehmen.

Die zwei Media-for-Equity-Modelle in Deutschland

Media for Equity ist nicht gleich Media for Equity: In Deutschland haben sich zwei Ausprägungen etabliert, die sich vor allem darin unterscheiden, wer als Investor auftritt.

Modell 1: Die direkte Konzernbeteiligung (Corporate Media). Hier tritt der Media-Owner selbst als Investor auf und bringt eigenes Werbeinventar ein. Das prominenteste Beispiel ist SevenVentures, die Beteiligungstochter der ProSiebenSat.1-Gruppe; auch der Außenwerber Ströer beteiligt sich nach diesem Muster direkt an Startups. Das Medienunternehmen hält die Anteile unmittelbar und steuert die Kampagnen aus dem eigenen Sende- oder Vermarktungsumfeld.

Modell 2: Der unabhängige Media-Fonds als Intermediär. Beim zweiten Modell schiebt sich ein Fonds zwischen Medienunternehmen und Startup. Mehrere Medienpartner stellen dem Fonds Werbeinventar zur Verfügung; der Fonds bündelt diese Leistungen und investiert sie gegen Anteile. Der bekannteste deutsche Vertreter ist der German Media Pool – zu seinen Medienpartnern zählten die Fernsehsender RTL II und N24, die Radiogruppe REGIOCAST und der Außenwerber Wall AG. Weil solche Fonds TV, Radio, Plakat und weitere Kanäle kombinieren, sprechen Fachkreise auch von einem Cross-Media-Pool. Für Startups entsteht so ein breiterer Media-Mix aus einer Hand; die Medienpartner teilen das Risiko und profitieren von einem Portfolioeffekt. Finanziert wird ein Media-Fonds ähnlich wie ein klassischer VC-Fonds: über eine Management-Fee und eine Gewinnbeteiligung (Carried Interest), die beim Verkauf der Anteile fällig wird.

Für dich als Gründer hat diese Unterscheidung praktische Konsequenzen: Beim Konzernmodell verhandelst du mit einem einzigen Partner – Kampagnenplanung und Beteiligung kommen aus demselben Haus. Beim Fonds erhältst du zwar Zugang zu mehreren Kanälen gleichzeitig, zwischen dir und den einzelnen Medienpartnern steht jedoch der Fonds als weitere Vertragspartei am Tisch.

International ist das Fonds-Modell ebenfalls verbreitet: Das 2002 in Schweden gegründete Unternehmen Aggregate Media hat der Fachpublikation zufolge über vier Fonds mit insgesamt 15 Medienpartnern rund 120 Investments getätigt und etwa 80 Exits erzielt (Stand 2015). In Indien hält Brand Capital, der Investment-Arm der Times Group, laut einem Economist-Artikel von 2012 Anteile an rund 400 Unternehmen. Das Modell ist also kein deutsches Sonderphänomen, in Deutschland aber besonders stark mit dem TV-Markt verbunden.

Das ProSiebenSat.1- und SevenVentures-Beispiel

Das bekannteste deutsche Beispiel für Media for Equity ist SevenVentures. Die Gesellschaft ist eine Tochter der ProSiebenSat.1-Gruppe und gilt als führender Anbieter dieser Finanzierungsform in Deutschland. Die eingangs zitierte Fachpublikation zählte zum Erhebungszeitpunkt Januar 2015 insgesamt 26 laufende Media-for-Equity-Beteiligungen in Deutschland – 15 davon entfielen auf SevenVentures. Der German Media Pool kam demnach auf zehn Beteiligungen, Leverate Media auf eine. Die Zahlen stammen aus 2015 und sind damit nicht mehr tagesaktuell, dokumentieren aber die historische Marktführerschaft der Sendergruppe in diesem Segment.

Bekannt wurde das Modell vor allem durch die TV-Spots der beteiligten Startups. Laut dem Gründerportal Für-Gründer.de zählen Zalando, eDarling und Trivago zu den prominentesten Media-for-Equity-Beteiligungen von SevenVentures – alle drei konnten ihren Bekanntheitsgrad über die TV-Reichweite massiv steigern. Dennis Ahrling nennt in einem Fachkapitel des Springer-Verlags (2022) weitere Beispiele: Demnach haben auch ABOUT YOU, Verivox, Flaconi und home24 ihre Markenbekanntheit nicht zuletzt durch Media-for-Equity-Investments aufgebaut. Zu den konkreten Konditionen dieser Deals – etwa Anteilshöhen oder bewertete Mediavolumina – liegen keine belastbaren öffentlichen Angaben vor; seriös einordnen lässt sich nur, dass es sich ausnahmslos um werbeintensive Consumer-Modelle handelt.

Warum der Hebel so groß ist, zeigt die Reichweite: Allein die ProSiebenSat.1-Gruppe erreicht nach Schätzungen rund 30 Millionen Zuschauer. Für ein E-Commerce-Startup, das bundesweite TV-Kampagnen aus eigenem Budget kaum bezahlen könnte, ist genau das der entscheidende Vorteil – Markenaufbau in einem Tempo, das mit klassischem Mediaeinkauf schlicht nicht finanzierbar wäre.

Für deine eigene Einordnung lohnt der Blick auf das Muster dieser Deals: Die genannten Unternehmen standen zum Zeitpunkt der Zusammenarbeit bereits am Markt – die Kampagnen skalierten ein funktionierendes Geschäftsmodell und ersetzten keinen Proof of Concept. Typischerweise standen diese Deals zudem nicht isoliert: Die Medialeistung ergänzte klassische Kapitalrunden, statt sie zu ersetzen. Aus genau diesem Muster leitet sich ab, für wen das Modell passt – und für wen nicht.

Für wen passt Media for Equity – und für wen nicht?

Das Modell ist kein Universalmittel. Die Fachliteratur formuliert eine hilfreiche Leitfrage: Würdest du genau diese Medialeistung auch buchen, wenn du das nötige Budget hättest? Nur wenn die Werbeflächen deine Zielgruppe erreichen und nachweislich die Kaufentscheidung deiner Kunden beeinflussen, ist der Deal aus Startup-Sicht sinnvoll.

Zwei Beispiele machen das konkret: Ein Online-Reiseportal, das bundesweit Urlauber anspricht, erreicht über TV- und Radio-Spots genau seine Zielgruppe – jede Ausstrahlung kann unmittelbar in Buchungen übersetzt werden. Ein Anbieter hochspezialisierter B2B-Software dagegen bezahlt für dieselbe Streuung mit Anteilen, ohne dass die Massenreichweite in Kaufentscheidungen mündet. Entscheidend ist dabei nicht die nominale Reichweite, sondern wie hoch der Anteil deiner Zielgruppe an den erreichten Kontakten ist: Je größer der Streuverlust, desto schlechter das Tauschverhältnis.

Media for Equity ist eher geeignet, wenn du:

  • ein skalierbares B2C-Modell betreibst – typischerweise E-Commerce, Online-Travel, Vergleichsportal oder Marktplatz,
  • einen hohen Werbebedarf hast, weil Markenbekanntheit dein Wachstum unmittelbar treibt,
  • bereits über ein funktionierendes Setup verfügst, das die zusätzliche Nachfrage aus der Kampagne auch bedienen kann,
  • dich in einer Finanzierungslücke befindest – zu groß für reine Angel-Finanzierung, aber noch weit von klassischen Late-Stage-Runden entfernt.

Von einem Tausch gegen Anteile solltest du dagegen eher absehen, wenn:

  • du ein B2B-Nischenprodukt ohne Massenmarkt-Zielgruppe anbietest – breite TV- oder Plakat-Reichweite verpufft dann wirkungslos,
  • du dich noch in der Pre-Seed-Phase ohne Proof of Concept befindest und dein Geschäftsmodell nicht belastbar getestet ist,
  • dein Unternehmen die erwartete Nachfrage operativ nicht stemmen könnte, etwa wegen begrenzter Logistik oder fehlender Prozesse,
  • du deine Käufer über günstige Online-Kanäle erreichst, die du in kleinen Volumina jederzeit selbst buchen kannst.

Die Markterfahrung bestätigt diese Einordnung: Der überwiegende Teil der bisherigen Deals entfällt der Fachpublikation zufolge auf Internetmodelle mit etabliertem „Playbook“ – also auf Segmente, deren Erfolgsfaktoren Medienunternehmen realistisch einschätzen können. Genau deshalb prüfen die Investoren hier besonders streng, bevor sie Inventar gegen Anteile tauschen.

Chancen und Risiken von Media for Equity

Wie jede Finanzierungsform hat der Tausch zwei Seiten – und er betrifft zwei Parteien mit unterschiedlichen Interessen. Die folgende Übersicht trennt beide Perspektiven.

Chancen für dein Startup

Aus Gründersicht sprechen vor allem diese Punkte für das Modell:

  • Bekanntheit ohne Cash-Abfluss: Du baust eine Marke auf, ohne deine liquiden Mittel für teure Werbung zu opfern.
  • Zugang zu Massenmedien: TV, Radio oder Plakat wären für viele Startups aus eigenen Barmitteln kaum finanzierbar – über den Deal kommst du trotzdem heran.
  • Wachstumsschub ohne zusätzliches Fremdkapital: Steigt die Nachfrage, skaliert dein Umsatz, ohne dass Kredite oder Zinslasten entstehen.
  • Planbares Werbekontingent: Du sicherst dir ein ganzes Kontingent an Werbeleistung über einen definierten Zeitraum, statt jeden Spot einzeln aus der laufenden Kasse zu finanzieren.
  • Ein Partner mit eigenem Erfolgsinteresse: Weil der Exit-Erlös vom Wertzuwachs deines Unternehmens abhängt, hat das Medienunternehmen ein echtes Interesse daran, dass deine Kampagne wirkt.

Risiken für dein Startup

Auf der anderen Seite solltest du diese Nachteile kennen, bevor du Anteile abgibst:

  • Verwässerung: Du gibst Eigenkapital ab – über mehrere Finanzierungsrunden hinweg summiert sich das spürbar.
  • Bewertungsnachteil: Wird die Medialeistung zum rabattierten Bruttovolumen statt zum realen Nettopreis angesetzt, gibst du faktisch mehr Anteile ab, als die Werbung wert ist.
  • Werbefahrplan-Risiko: Ohne verbindliche Sendeplätze läuft deine Kampagne womöglich zu Randzeiten mit geringer Wirkung.
  • Schwierigere Verhandlungslage: Mit der Beliebtheit des Modells wächst der Wettbewerb um die besten Werbeplätze – die Konditionen für Startups können sich dadurch verschlechtern.

Chancen und Risiken für Medienunternehmen

Für Medienhäuser ist Media for Equity eine Möglichkeit, nicht verkaufte Werbeflächen zu monetarisieren, ohne eigenes Cash zu investieren – strategisch beteiligen sie sich so an wachsenden Geschäftsmodellen, und Fonds-Konstruktionen streuen das Risiko über ein ganzes Portfolio. Dem stehen zwei Hauptrisiken gegenüber: Bleibt der Exit aus, war die erbrachte Medialeistung faktisch wertlos. Scheitert das Startup öffentlichkeitswirksam, kann dies zudem auf den Medienpartner als sichtbaren Unterstützer zurückfallen – ein Reputationsrisiko, das sich nicht in der Bilanz abbildet.

Eine Sache kann Media for Equity dabei grundsätzlich nicht leisten: Gehälter, Produktentwicklung oder Wareneinkauf lassen sich mit Werbezeiten nicht bezahlen. Das Modell löst genau ein Problem – es macht Markenaufbau finanzierbar, der aus der laufenden Kasse nicht zu stemmen wäre. Für alles andere brauchst du weiterhin klassische Kapitalquellen.

Media for Equity im Vergleich zu klassischem Venture Capital

Strukturell ist Media for Equity eine Spielart des Risikokapitals: Der Investor trägt ein Wagnis und partizipiert am Wertzuwachs des Unternehmens. Der entscheidende Unterschied liegt in der „Währung“, mit der er einsteigt. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, was das in der Praxis bedeutet:

KriteriumMedia for EquityKlassisches VC
GegenleistungWerbeinventar (TV, Radio, Plakat, Online)Bargeld beziehungsweise Eigenkapital
KapitalflussKein Cash – Medialeistung als SacheinlageCash-Investment aufs Unternehmenskonto
Risiko des InvestorsOpportunitätskosten unverkaufter WerbeflächenVolles finanzielles Verlustrisiko
Exit-MechanikVerkauf der Anteile nach WertsteigerungVerkauf der Anteile (Trade Sale, IPO)
Typische InvestorenMedienkonzerne und Media-FondsVC-Fonds, Business Angels
Typische EinsatzphaseWachstumsphase – Lücke zwischen Angel- und klassischen Spätphasen-RundenAlle Phasen von Seed bis Late Stage
Beste EignungSkalierbare B2C-Modelle mit hohem WerbebedarfBranchenübergreifend, auch B2B und Deep Tech

Für dich heißt das: Media for Equity und klassisches Venture Capital schließen sich nicht aus. Viele Startups kombinieren beide Formen – Cash für Produktentwicklung und Team, Reichweite für den Markenaufbau. Welche Seite gerade wichtiger ist, hängt davon ab, welche Ressource deinem Wachstum aktuell am stärksten im Weg steht. Konkret gefragt: Hast du Kapital, aber keinen bezahlbaren Zugang zu Massenreichweite, spricht das für Media for Equity; fehlt es dir an Geld für Team und Produktentwicklung, führt an klassischem VC kein Weg vorbei.

Häufige Fragen zu Media for Equity

Was ist Media for Equity genau?

Der englische Begriff wird in Deutschland in der Medienindustrie und in der Risikokapitalbranche für ein bestimmtes Investment-Modell verwendet: Ein Medienunternehmen bringt Werbeinventar als Sacheinlage in ein Startup ein und erhält dafür Unternehmensanteile. Erst wenn das Startup wächst und die Anteile an Wert gewinnen, wird aus der Medialeistung ein echter Erlös – etwa durch einen späteren Verkauf der Beteiligung.

Wer bietet Media for Equity an?

Direkt als Konzernbeteiligung bieten das vor allem SevenVentures (ProSiebenSat.1) und Ströer an. Zu den unabhängigen Fonds in Deutschland zählen der German Media Pool und Leverate Media; international gehören Aggregate Media in Schweden und Brand Capital in Indien zu den bekannten Vertretern. Die meisten Anbieter kommen aus dem TV-Markt oder bearbeiten diesen.

Was ist der Unterschied zu Media for Revenue?

Bei Media for Equity erhält das Medienunternehmen Anteile und profitiert einmalig beim Exit. Bei Media for Revenue beteiligt es sich stattdessen laufend an den Umsätzen des Startups – die Vergütung für die Werbung fließt also kontinuierlich aus dem operativen Geschäft. Für dich als Startup ist der Unterschied mehr als technisch: Der Anteilsdeal belastet dich einmalig über die Verwässerung, die Umsatzbeteiligung dagegen dauerhaft über deine Marge – dafür bleibt deine Gesellschafterstruktur unberührt. In der Praxis lassen sich beide Komponenten auch in einem Vertrag kombinieren.

Für welche Startups eignet sich das Modell?

Für skalierbare B2C-Geschäftsmodelle mit hohem Werbebedarf, einem erprobten Geschäftsmodell und der operativen Fähigkeit, zusätzliche Nachfrage zu verarbeiten. Historisch konzentrieren sich die Deals auf E-Commerce, Online-Travel, Vergleichsportale und Marktplätze. Für B2B-Nischen oder frühe Ideen ohne Proof of Concept ist der Tausch dagegen meist ungeeignet.

Wie wird die Media-Gegenleistung bewertet?

Üblicherweise auf Basis eines rabattierten Bruttovolumens statt des vollen Listenpreises; als Preismaßstab dient der Tausender-Kontakt-Preis. Für dich ist entscheidend, welcher Wert konkret angesetzt wird – er bestimmt, wie viele Anteile du für die zugesagte Werbung abgibst. Lass dir die Bewertungsgrundlage daher transparent im Vertrag festhalten.

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