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Erfolgsstories

Little Lunch: Der DHDL-Deal mit Wendung – und die Millionen-Suppe danach

Pitchdeck Magazin Redaktion·
Startseite von Little Lunch mit Markenauftritt und Bio-Suppen-Sortiment

Was wurde aus Little Lunch nach „Die Höhle der Löwen“ (DHDL)? Die kurze Antwort: Aus dem Augsburger Bio-Suppen-Startup der Brüder Denis und Daniel Gibisch wurde einer der bekanntesten Erfolge der Sendung – obwohl der TV-Deal nach der Ausstrahlung noch eine überraschende Wendung nahm. 2015 pitchten die Gründer ihre Bio-Suppen im Glas, drei Investoren sagten zu, einer stieg danach wieder aus. Fünf Jahre später verkauften die Brüder ihr Unternehmen vollständig an den niederländischen Bio-Konzern Wessanen. Dieses Porträt erzählt die ganze Geschichte: vom Pitch über den Aufbau der Marke bis zum Exit – und was du als Gründer daraus lernen kannst.

Little Lunch im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten zum Unternehmen im Überblick:

Firmenname & Sitzlittlelunch GmbH, Augsburg (Amtsgericht Augsburg, HRB 30319)
Gründung2014
GründerDenis und Daniel Gibisch
Branche & GeschäftsmodellBio-Suppen, Eintöpfe, Currys und Saucen im Glas, vertrieben über Onlineshop und stationären Handel
DHDL-InvestorenJudith Williams (10 %) und Frank Thelen (20 %); Vural Öger stieg nach der Sendung aus dem Deal aus
Eigentümerseit Oktober 2020 Wessanen (Niederlande), eingegliedert über die deutsche Tochter Allos Hof-Manufaktur
Umsatzca. 16 Mio. Euro für 2020 geplant (Schätzung laut Gründerszene, zitiert bei t3n, Stand Oktober 2020); aktuell Umsatzklasse 10–50 Mio. Euro (laut wer-zu-wem.de)
Mitarbeiterca. 33 in Deutschland (laut wer-zu-wem.de)

Hinter diesen Eckdaten steckt eine Gründergeschichte, die oft verkürzt erzählt wird – besonders die Episode um den TV-Deal.

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Die Little-Lunch-Gründer: Wer steckt hinter den Bio-Suppen?

Gegründet wurde Little Lunch 2014 von den Brüdern Denis und Daniel Gibisch in Augsburg. Im Juni 2014 starteten die beiden mit ihren ersten veganen Bio-Suppen im Glas. Bei der Entwicklung der Rezepte ließen sie sich nach eigenen Angaben von einem Sternekoch unterstützen, der Klassiker wie Tomaten-, Kürbis- oder Gulaschsuppe für die Marke neu auflegte.

Die Idee dahinter: eine Antwort auf die tägliche Frage „Was esse ich heute Mittag?“ – als haltbare Bio-Mahlzeit im Glas statt Kantine oder Fast Food. Weil die Suppen ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker auskommen und ungekühlt lange haltbar sind, eignen sie sich für Büro und Versandhandel gleichermaßen. Diese Kombination aus Convenience und Bio-Positionierung machte das Augsburger Startup später auch für die Löwen interessant.

Little Lunch bei „Die Höhle der Löwen“: Der Deal mit Wendung

Am 8. September 2015 stellten die Gibisch-Brüder Little Lunch in Staffel 2, Folge 4 von „Die Höhle der Löwen“ vor. Ihr Gesuch: 60.000 Euro für 8 Prozent der Firmenanteile – das entsprach einer Bewertung von 750.000 Euro.

Im Studio griffen gleich drei Löwen zu: Judith Williams, Vural Öger und Frank Thelen sagten gemeinsam 100.000 Euro für 30 Prozent zu. Nach der Sendung stockten die Investoren auf insgesamt 150.000 Euro auf – zusätzlich gab es laut deutsche-startups.de Medialeistungen im Wert von 30.000 Euro. Der Ansturm war so groß, dass der Onlineshop während der Ausstrahlung zeitweise offline ging.

Die eigentliche Wendung folgte hinter den Kulissen: Wie dhdl.info dokumentiert, stieg Vural Öger nach der Sendung wieder aus dem Deal aus. Übrig blieben Judith Williams mit 10 Prozent und Frank Thelen mit 20 Prozent. Aus Sicht der Gründer bedeutete das mehr abgegebene Anteile als geplant und eine niedrigere Bewertung, dafür zwei erfahrene Investoren mit Vertriebs- und Marken-Know-how. Aus Sicht der Investoren war es der Einstieg in eine Marke, die bereits kurz nach der Ausstrahlung stark wuchs.

Die Zahlen im Vergleich:

Gesuch im PitchFinaler Deal
Investment60.000 Euro150.000 Euro
Anteile8 %30 % (Williams 10 %, Thelen 20 %)
Unternehmenswert750.000 Euro500.000 Euro

Quellen: dhdl.info, deutsche-startups.de (Stand 9. September 2015). Der finale Deal war für die Gründer also deutlich teurer als das ursprüngliche Gesuch – hielt aber auch dann, als ein Investor absprang.

Entwicklung und Erfolg nach der Sendung

Der TV-Effekt war messbar. Als die Brüder 2015 in der Show auftraten, verkauften sie laut einem CHIP-Bericht gerade einmal 2.000 Suppen. Zwei Jahre später kratzte das Unternehmen erstmals an der 10-Millionen-Euro-Umsatzmarke.

2017 bezeichnete Investor Frank Thelen Little Lunch im stern als „das erfolgreichste Start-up aus ‚Die Höhle der Löwen‘“. Parallel wuchs das Sortiment über die ursprünglichen Suppen hinaus: Eintöpfe, Currys, Saucen sowie Brühen und Fonds kamen dazu. Little Lunch entwickelte sich vom Suppen-Anbieter zur Marke für schnelle Bio-Mahlzeiten – eine Positionierung, die auch den Handel überzeugte.

Vertrieb und Markenaufbau

Ein Kern des Erfolgs war die konsequente Handelsstrategie. Statt nur auf den eigenen Onlineshop zu setzen, brachten die Gründer ihre Produkte früh in den stationären Handel und bauten die Präsenz Schritt für Schritt aus.

Heute ist Little Lunch nach Angaben der Unternehmenswebsite unter anderem bei diesen Händlern erhältlich:

  • Rewe, Edeka, Kaufland, Globus und tegut
  • Rossmann, dm, Müller und Budni
  • Alnatura und Denns im Bio-Fachhandel
  • online über Amazon sowie die Lieferdienste Flink und Picnic

Für ein Food-Startup ist diese Listungsbreite entscheidend: Sie sorgt für planbare Stückzahlen, Sichtbarkeit im Regal und Verhandlungsmacht gegenüber weiteren Ketten. Ergänzend setzt die Marke auf unverwechselbares Design im Glas statt Plastikverpackung und auf eine Bio-Zertifizierung mit EU-Bio-Siegel – Faktoren, die im Regal zwischen konventionellen Fertiggerichten auffallen. Ein Porträt beim Business Punk beschreibt den Ansatz als Beispiel dafür, wie Bio in der Masse funktionieren kann.

Wachstum, Exit und Umsatz

Im Oktober 2020 folgte der nächste große Schritt: Der niederländische Bio-Lebensmittelkonzern Wessanen gab bekannt, Little Lunch vollständig zu übernehmen und der deutschen Tochter Allos Hof-Manufaktur zuzugliedern, wie t3n berichtete. Den Kaufpreis nannte der Konzern nicht. Wessanen-CEO Christophe Barnouin begründete den Zukauf mit der strategischen Bedeutung Deutschlands als größtem Markt für Bio-Produkte in Europa.

Für die Gründer änderte sich operativ wenig: Der Firmensitz blieb in Augsburg, und Denis und Daniel Gibisch blieben dem Unternehmen erhalten. Mit der vollständigen Übernahme gingen auch die Anteile der bisherigen Investoren auf Wessanen über – für Thelen und Williams endete die Beteiligung damit nach fünf Jahren. Der Deal zählt laut netzundwerk zu den größten Exits in der Geschichte der Sendung.

Zum finanziellen Stand liegen nur belegte Schätzungen vor: Für 2020 plante Little Lunch laut Gründerszene (zitiert bei t3n) mit einem Umsatz von rund 16 Millionen Euro und war zu diesem Zeitpunkt profitabel. Neuere geprüfte Umsatzzahlen sind nicht öffentlich. Die Firmendatenbank wer-zu-wem.de führt die littlelunch GmbH aktuell mit rund 33 Mitarbeitern in Deutschland und der Umsatzklasse 10 bis 50 Millionen Euro.

Die wichtigsten Meilensteine im Überblick:

  • 2014: Gründung in Augsburg durch Denis und Daniel Gibisch
  • September 2015: Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“, Deal mit Judith Williams und Frank Thelen
  • 2017: Umsatz nahe der 10-Millionen-Euro-Marke
  • Oktober 2020: Vollständige Übernahme durch Wessanen / Allos Hof-Manufaktur
  • Heute: Teil des Wessanen-Konzerns, Sitz weiterhin Augsburg

Hinter jedem dieser Meilensteine steht eine konkrete Entscheidung – vom Nachverhandeln nach der Show bis zum Zeitpunkt des Exits.

Little Lunch heute

Das Portfolio ist seit dem Exit weiter gewachsen. Neben den bekannten Suppen-Sorten wie Tomate, Kürbis Mango oder Karotte Orange umfasst die Range inzwischen Eintöpfe, Currys, Saucen sowie Brühen und Fonds. Zuletzt ergänzte die Marke ihre vegetarischen Fertiggerichte: Nach Pasta-Sorten kam im April 2025 ein Asia-Reis in Bio-Qualität dazu, wie eine Pressemitteilung vom Januar 2025 ankündigte. Alle Produkte bleiben der ursprünglichen Positionierung treu: Bio-Qualität, keine künstlichen Zusätze, verpackt im Glas.

Vertrieben wird weiterhin zweigleisig: über den eigenen Onlineshop und Marktplätze einerseits, über den stationären Handel und Lieferdienste andererseits. Und obwohl die littlelunch GmbH seit 2020 zum Wessanen-Konzern gehört, arbeiten die Gründerbrüder nach wie vor am Augsburger Standort – die Marke zählt damit zu den wenigen DHDL-Beispielen, bei denen Gründer und Standort einen vollständigen Exit mitgetragen haben. Andere erfolgreiche DHDL-Marken wie Tallow Naturals von Gründer Niklas Spiegel zeigen dagegen, dass auch Wachstum ohne Konzern-Exit gelingen kann.

Learnings für Gründer: Was du aus der Little-Lunch-Story mitnehmen kannst

Die Geschichte ist mehr als eine TV-Anekdote. Wenn du selbst gründest oder vor Investoren pitchen willst, kannst du aus dem Verlauf fünf konkrete Punkte ableiten:

  • Kommuniziere klar, was du kannst – und was nicht. Die Gibisch-Brüder sagten im Pitch offen, dass sie ein starkes Produkt gebaut hatten, aber Partner für Marketing und Vertrieb suchten. Genau diese Klarheit lobte DHDL-Coach Felix Thönnessen später öffentlich.
  • Rechne mit Nachverhandlungen nach der Show. Ein Studio-Deal ist noch kein Vertrag: Aus 100.000 Euro wurden nach der Sendung 150.000 Euro plus Medialeistungen – und ein Investor stieg wieder aus.
  • Lass dich von einem Rückzieher nicht stoppen. Ögers Ausstieg veränderte die Aufteilung, beendete den Deal aber nicht. Williams und Thelen blieben an Bord.
  • Setze im Food-Business auf Handelspartner, nicht nur auf Reichweite. Der Umsatzsprung kam über Listungen bei Rewe, Edeka, Rossmann und anderen Ketten. Die TV-Bekanntheit war der Türöffner, der Handel der Motor.
  • Betrachte die Exit-Strategie als möglichen Skalierungsschritt. Der Verkauf an Wessanen brachte die Marke in einen europäischen Konzern, ohne dass Gründer und Standort verschwanden.

Keiner dieser Punkte wirkt isoliert. Zusammen erklären sie, warum aus einem 60.000-Euro-Gesuch am Ende ein zweistelliger Millionenumsatz und ein Komplett-Exit wurde.

FAQ: Häufige Fragen zu Little Lunch

Was ist bei Little Lunch in der Höhle der Löwen passiert?

Am 8. September 2015 pitchten die Gründer ein Gesuch über 60.000 Euro für 8 Prozent der Anteile. Judith Williams, Vural Öger und Frank Thelen sagten gemeinsam 100.000 Euro für 30 Prozent zu. Nach der Sendung wurde die Summe auf 150.000 Euro aufgestockt, Öger stieg jedoch wieder aus. Final hielten Williams 10 und Thelen 20 Prozent.

Wer sind die Gründer von Little Lunch?

Little Lunch wurde 2014 von den Brüdern Denis und Daniel Gibisch aus Augsburg gegründet. Beide blieben auch nach dem Verkauf an Wessanen im Oktober 2020 operativ am Standort Augsburg.

Wem gehört Little Lunch heute?

Seit Oktober 2020 gehört die littlelunch GmbH vollständig zum niederländischen Bio-Lebensmittelkonzern Wessanen. In Deutschland ist die Marke der Allos Hof-Manufaktur zugeordnet, der Firmensitz bleibt Augsburg.

Wie hoch ist der Umsatz von Little Lunch?

Aktuelle geprüfte Zahlen sind nicht öffentlich. Für 2020 wurde laut Gründerszene ein Umsatz von rund 16 Millionen Euro geplant, das Unternehmen galt damals als profitabel. Die Firmendatenbank wer-zu-wem.de ordnet das Unternehmen aktuell in die Umsatzklasse 10 bis 50 Millionen Euro ein.

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