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Pitchdeck Magazin Redaktion·
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Bild von Arina Krasnikova auf Pexels

Junglück ist eine Münchner Kosmetikmarke, die 2018 gegründet wurde – ohne öffentlich bekannte externe Investoren, aber mit einem geschätzten Jahresumsatz von knapp 30 Millionen Euro (Stand 2023). Dahinter steckt Seriengründer Benedikt Klarmann. Dieses Porträt ordnet ein, wer hinter der Marke steht, wie sie gewachsen ist – und was an der Kritik an Junglück dran ist.

Junglück im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten zur Marke im Überblick – jede Zahl mit Stand und Quelle:

Firmenname & Sitzjunglück GmbH, München (Machtlfinger Str. 30, 81379 München, laut wer-zu-wem.de)
Gründungsjahr2018 (laut LinkedIn-Unternehmensprofil); die Idee entstand bereits 2017 (laut absatzwirtschaft.de, 2023)
GründerBenedikt Klarmann
Branche & GeschäftsmodellD2C-Kosmetikmarke mit Naturkosmetik-Positionierung; Vertrieb über eigenen Onlineshop, Flagship-Store in München, Douglas und Amazon
InvestorenKein externer Investor öffentlich bekannt; laut wer-zu-wem.de Familienunternehmen, Gesellschafter ist Benedikt Klarmann
Umsatzca. 30 Mio. Euro (Schätzung, Stand 2023, laut absatzwirtschaft.de)
Mitarbeiterzahlca. 48 bis 70 (48 laut LinkedIn-Profil, 70 laut absatzwirtschaft.de 2023; die Quellen weichen voneinander ab)

Hinter diesen Eckdaten steht eine Gründerstory, die für die deutsche D2C-Szene typisch klingt – und doch einige ungewöhnliche Wendungen hat.

Wer steckt hinter Junglück? Gründer Benedikt Klarmann

Der Junglück-Gründer Benedikt Klarmann wollte laut absatzwirtschaft (2023) schon mit 14 Jahren ein eigenes Unternehmen aufbauen. Bis zur Kosmetik probierte er viel aus: eine Weltkarte zum Rubbeln, einen Pizzastein mit Kochbuch, später eine erfolgreiche Online-Druckerei.

Die Idee für Junglück entstand 2017 eher zufällig. Wie die Gründerstory auf junglueck.de erzählt, bekam Klarmann zu Hause mit, dass seine Mutter und seine Frau mit ihren Kosmetikprodukten unzufrieden waren. Sie suchten eine Pflege ohne reizende Duftstoffe, dafür mit wirksamen Inhaltsstoffen – nachhaltig produziert und transparent deklariert – und fanden diese Kombination am Markt nicht. Genau diese Lücke wurde zum Gründungsimpuls.

Die Gründungsgeschichte: Von der Idee zur D2C-Marke

2018 gründete Klarmann die junglück GmbH in München. Der Anfang lief nach seiner Darstellung schnell: Branche kennenlernen, Labor suchen, Team aufbauen, Produkte herstellen – und über Amazon verkaufen. Das kam so gut an, dass er den Fokus bald voll auf den eigenen Onlineshop legte. Seine Begründung: Nur im direkten Kundenkontakt könne eine Marke die Bedürfnisse wirklich verstehen und die Customer Journey sauber steuern.

2021 blickte das Unternehmen erstmals öffentlich auf „3 Jahre JUNGLÜCK“ zurück. Der bisher größte Schritt folgte 2023: Am 8. Juli 2023 eröffnete der erste Flagship-Store am Gärtnerplatz in München – 160 Quadratmeter in Bestlage. Zur Eröffnung standen die Menschen Schlange (absatzwirtschaft, 2023).

Geschäftsmodell: D2C, eigenes Labor und die ALOE-CORE-Formel

Junglück verkauft Hautpflege – Cremes, Seren, Reinigung – direkt an Endkunden. Zwei Dinge tragen das Modell: Zum einen entstehen die Rezepturen nach Unternehmensangabe größtenteils im eigenen Labor. Zum anderen ersetzt die Marke Wasser, den gängigsten Füllstoff der Branche, durch eine eigene Aloe-Vera-Basis namens ALOE-CORE. Die Produkte sind vegan und laut absatzwirtschaft PETA-zertifiziert.

Der Vertrieb läuft heute über mehrere Kanäle:

  • Eigener Onlineshop – der Hauptkanal, auf den Klarmann den Fokus legt
  • Flagship-Store am Gärtnerplatz in München (seit Juli 2023)
  • Douglas – Listung im Sortiment
  • Amazon – Startkanal der Anfangszeit, heute ohne strategische Priorität

Ergänzend ist die Marke laut absatzwirtschaft im Duty-Free-Bereich am Flughafen und im Bordverkauf der Lufthansa präsent. Klarmanns Anspruch: Der eigene Shop müsse so gut sein, dass Kunden gar nicht woanders kaufen wollen.

Nachhaltigkeitsversprechen: Was wirklich dahintersteckt

Zum Markenkern gehört der Verzicht auf Duftstoffe, Mineralöl, Parabene und Silikone; verpackt wird in Braunglas. Ein unabhängiger Check von utopia.de (2021) bestätigte das weitgehend: In vier zufällig ausgewählten INCI-Listen fanden sich keine bedenklichen Inhaltsstoffe. Einzig Palmöl fiel auf – es stammt laut Unternehmen aus RSPO-zertifizierten Quellen.

Auch beim Klimaschutz macht das Unternehmen Angaben: Auf der Seite zum ökologischen Fußabdruck erklärt Junglück, die eigenen Treibhausgasemissionen – sowohl als Unternehmen als auch für alle Produkte – gemeinsam mit ClimatePartner nach den Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol berechnet und über international anerkannte Klimaschutzprojekte kompensiert zu haben (Stand: Unternehmenswebsite).

Auch sozial positioniert sich die Marke: Nach eigenen Angaben hat Junglück den Bau von fünf Schulen in Malawi finanziert, eine weitere befindet sich in der Finanzierung; Kunden können bei jeder Bestellung einen Beitrag dazugeben.

Eine Lücke bleibt jedoch: Eine offizielle Naturkosmetik-Zertifizierung besitzt Junglück nicht – aus Überzeugung, wie der Kritik-Abschnitt weiter unten zeigt.

Wachstum und Meilensteine

Konkrete Geschäftszahlen veröffentlicht Junglück nicht. Die belastbarste öffentliche Schätzung stammt aus einem Porträt der absatzwirtschaft vom Dezember 2023: knapp 30 Millionen Euro Jahresumsatz, 70 Mitarbeiter – und das Unternehmen sei seit jeher profitabel. Wie Klarmann Impact und Profitabilität zusammenbringt, erzählt er im Podcast „Beichten eines Zebras“. Andere Quellen weichen ab: LinkedIn nennt 48 Mitarbeiter, wer-zu-wem.de nur 21 in Deutschland bei einer Umsatzklasse von 10 bis 50 Millionen Euro. Lies die Zahlen daher als Größenordnung, nicht als Bilanz.

Bemerkenswert für ein Startup dieser Größe: Ein externer Investor ist öffentlich nicht bekannt. Laut wer-zu-wem.de ist Junglück ein Familienunternehmen mit Benedikt Klarmann als Gesellschafter. Das Wachstum kommt offenbar aus dem eigenen Cashflow – ein Prinzip, das der Ratgeber zu Bootstrapping ohne Fremdkapital näher einordnet. Zum Vergleich: Andere Kosmetik-Startups holen sich dagegen Kapital von außen – Weleda investierte etwa in das Kosmetik-Startup Loni Baur.

Die wichtigsten Stationen der Firmengeschichte im Überblick:

  • 2017: Ideenfindung – Klarmann entdeckt die Marktlücke
  • 2018: Gründung der junglück GmbH in München
  • Ab 2018: Vertriebsstart über Amazon
  • Anschließend: Fokuswechsel auf den eigenen Onlineshop
  • Mai 2021: Erster offizieller Meilenstein-Rückblick („3 Jahre JUNGLÜCK“)
  • 8. Juli 2023: Eröffnung des Flagship-Stores am Gärtnerplatz, München
  • Dezember 2023: Jahresrückblick; Umsatzschätzung knapp 30 Mio. Euro (laut absatzwirtschaft)
Infografik: Firmen-Timeline von Junglück mit den Meilensteinen 2017 bis 2023 – Ideenfindung 2017, Gründung der junglück GmbH 2018, Vertriebsstart über Amazon, Fokuswechsel auf den eigenen Onlineshop, Rückblick „3 Jahre JUNGLÜCK“ im Mai 2021, Eröffnung des Flagship-Stores am Gärtnerplatz am 8. Juli 2023 und Jahresrückblick Dezember 2023 mit einer Umsatzschätzung von knapp 30 Mio. Euro

Der Verlauf zeigt den typischen D2C-Pfad: vom Marktplatz-Start zur eigenen Marke mit stationärem Auftritt – in rund fünf Jahren.

Kritik an Junglück: Was ist dran?

Die ausführlichste unabhängige Prüfung lieferte ein Test von utopia.de im Juli 2021. Das Ergebnis zu den Inhaltsstoffen war positiv: unauffällig, unbedenklich, gut für Allergiker geeignet. Drei Kritikpunkte blieben:

1. Fehlende Naturkosmetik-Zertifizierung. Junglück wirkt natürlich, trägt aber kein anerkanntes Siegel. Klarmanns Gegenposition: Zertifizierungen seien intransparent, ein einheitliches staatliches Siegel fehle; die eigenen Standards lägen teils über den Anforderungen – der Bio-Anteil der Rohstoffe liege meist bei 80 bis 90 Prozent. utopia.de hielt dagegen, dass Siegel wie Natrue, Cosmos oder BDIH ihre Kriterien offenlegen. 2021 erklärte das Unternehmen, eine Zertifizierung nun doch zu prüfen; ein Ergebnis ist seither nicht öffentlich.

2. Einfache Formulierungen zum Premiumpreis. Einige Hautexperten bemängelten laut utopia.de teils niedrig dosierte Wirkstoffe bei vergleichsweise hohem Preis. Die Marke konterte: Viel sei nicht automatisch besser; Wirkstoffe wie Retinol wirkten bereits in kleinen Mengen.

3. Glasflaschen-Rücknahme ohne echtes Recycling. Kunden können zehn Leerflaschen zurückschicken – das wirkt wie ein Mehrweg-System. Auf Nachfrage räumte Junglück 2021 ein, die Flaschen bislang nur einzulagern, weil keine passende Reinigungsmaschine für das kleine Format existiere; eine Lösung werde mit einem Maschinenbauer entwickelt. Ob das System inzwischen läuft, ist öffentlich nicht belegt.

Einordnung: Das ist kein Skandal, aber sichtbare Reibung zwischen Markenanspruch und Umsetzung. Die Kritik betrifft Kommunikation und Systeme – an den Rezepturen selbst fand sie kaum etwas auszusetzen.

Junglück heute

Die Marke ist über die Social-Media-Anfänge hinausgewachsen: 165.000 Instagram-Follower (laut absatzwirtschaft, 2023), Kooperationen mit Influencern wie Pamela Reif, dazu TV-Spots und eine Printkampagne, um auch Zielgruppen ab 40 zu erreichen. Wie die Marke Instagram und Influencer-Marketing als stabilen Umsatzkanal nutzt, erklärt Klarmann im Podcast „E-Commerce, Why Not?!“. Dem Instagram-Profil zufolge betreibt Junglück inzwischen eigene Stores in München und Düsseldorf. Auf der Website wirbt das Unternehmen mit 4,56 von 5 Punkten aus über 22.600 Bewertungen (Reviews.io-Widget) und nennt Glamour, Cosmopolitan, Grazia und Vogue als Presse-Referenzen.

Wer ähnliche D2C-Wachstumsgeschichten sucht, findet sie im Porträt über Snocks-Gründer Johannes Kliesch oder im Interview mit Tallow-Naturals-Gründer Niklas Spiegel – beide haben ihre Marken ebenfalls mit Direktvertrieb aufgebaut. Einen ähnlichen Weg ging Just Spices, das sein zehnjähriges Jubiläum mit neuem Design und frischem Markenauftritt feierte.

FAQ zu Junglück

Wer ist der Gründer von Junglück?

Gründer und Gesellschafter ist Benedikt Klarmann aus München. Zuvor betrieb er unter anderem eine Online-Druckerei; die Idee zu Junglück entstand 2017, die Gründung folgte 2018 (Quellen: absatzwirtschaft.de, 2023; junglueck.de).

Ist Junglück echte Naturkosmetik?

Nach Markenanspruch ja, nach Siegel-Definition nein. Die Produkte verzichten auf Duftstoffe, Parabene, Silikone und Mineralöl und sind vegan; eine anerkannte Naturkosmetik-Zertifizierung (etwa Natrue, Cosmos oder BDIH) besitzt die Marke jedoch nicht – eine bewusste Entscheidung, die das Unternehmen seit 2021 nach eigener Aussage überdenkt.

Wie nachhaltig ist Junglück wirklich?

Belegt positiv: unbedenkliche Inhaltsstoffe im utopia.de-Check 2021, RSPO-zertifiziertes Palmöl, fünf finanzierte Schulen in Malawi sowie die nach Unternehmensangabe mit ClimatePartner berechneten und kompensierten Treibhausgasemissionen. Die Kritikpunkte – fehlende Zertifizierung und eine Flaschenrücknahme, die 2021 noch ohne echte Wiederverwendung auskam – findest du im Kritik-Abschnitt oben eingeordnet.

Wem gehört Junglück? Gibt es Investoren?

Öffentlich ist weder ein externer Investor noch eine Finanzierungsrunde bekannt. Laut Firmenprofil wer-zu-wem.de ist die junglück GmbH ein Familienunternehmen mit Benedikt Klarmann als Gesellschafter.

Wie viel Umsatz macht Junglück?

Die jüngste belegte Schätzung stammt aus dem Dezember 2023: knapp 30 Millionen Euro Jahresumsatz (laut absatzwirtschaft.de). Aktuellere verlässliche Zahlen liegen nicht vor; wer-zu-wem.de ordnet das Unternehmen der Umsatzklasse 10 bis 50 Millionen Euro zu.

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