Investitionsplan erstellen: Aufbau, Positionen und Beispiel

Ein Investitionsplan listet alle Anschaffungen auf, die du für die Gründung oder den Ausbau deines Unternehmens planst – mit Kosten und geplantem Zeitpunkt. Er zeigt auf einen Blick, wie viel Kapital du wofür benötigst, und ist fester Bestandteil von Businessplan und Finanzplan: Banken, Förderinstitute und Investoren lesen daraus ab, ob deine Planung realistisch ist.
Das Wichtigste in Kürze:
- Inhalt: Ein Investitionsplan enthält alle geplanten Investitionen in Anlagevermögen (zum Beispiel Maschinen, IT, Einrichtung) und in immaterielle Güter (zum Beispiel Lizenzen, Patente, Marken) – klar abgegrenzt gegen die laufenden Betriebskosten.
- Zweck: Er ermittelt deinen Kapitalbedarf und ist die Grundlage für Bankgespräche, Förderanträge und Investorenpitches.
- Erstellung: In fünf Schritten zum eigenen Plan – Bedarf sammeln, kategorisieren, Beträge recherchieren, zeitlich einordnen, Puffer einplanen und mit dem Finanzierungsplan abgleichen.
- Abgrenzung: Der Investitionsplan zeigt, was du kaufst. Der Investitionskredit ist ein mögliches Instrument, um genau diese Anschaffungen zu finanzieren.
- Häufigster Fehler: eine zu knappe Kalkulation ohne Puffer – unvorhergesehene Kosten bringen die Finanzierung dann ins Wanken.
Was ist ein Investitionsplan?
Der Investitionsplan ist Teil des Finanzplans im Businessplan und damit ein Kernstück jeder Gründungs- und Wachstumsplanung. Während Umsatz- und Rentabilitätsplanung weit in die Zukunft schauen, beantwortet der Investitionsplan eine sehr konkrete Frage: Welche Vermögensgegenstände musst du anschaffen, damit dein Geschäftsmodell überhaupt starten und funktionieren kann?
Typischerweise bezieht sich der Plan auf einen Planungshorizont von etwa drei Jahren – passend zur Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung, die Banken und Förderinstitute für diesen Zeitraum erwarten. Für jede Position hältst du drei Angaben fest: Was wird angeschafft, zu welchem Preis und zu welchem Zeitpunkt. Aus der Summe aller Positionen ergibt sich dein Investitionsbedarf, der den größten Block des Gesamtkapitalbedarfs ausmacht.
Die Vorlagen von IHK und KfW für Gründungen folgen genau diesem Aufbau. Wenn du dich an diese Struktur hältst, triffst du automatisch die Erwartungen der Stellen, die deinen Plan später lesen und bewerten.
Abgrenzung zum Finanzierungsplan
Investitionsplan und Finanzierungsplan sind zwei Seiten derselben Medaille. Der Investitionsplan beschreibt die Mittelverwendung: Wofür fließt das Geld? Der Finanzierungsplan beschreibt die Mittelherkunft: Woher kommt das Geld? Dort führst du Eigenmittel, Bankkredite, Förderdarlehen, Zuschüsse oder Beteiligungskapital auf. Wer weder Kredite noch Investoren einbinden will, finanziert das Vorhaben alternativ per Bootstrapping – also komplett ohne Fremdkapital.
Beide Pläne gehören zusammen: Erst wenn die Summe der Finanzierungsbausteine den Kapitalbedarf aus dem Investitionsplan plus die laufenden Kosten der Anlaufphase deckt, ist deine Finanzierung geschlossen. Genau diese Gegenüberstellung erwarten Banken, Förderinstitute wie die KfW und potenzielle Investoren in deinem Businessplan.
Welche Positionen gehören in einen Investitionsplan?
Was genau in deinen Investitionsplan gehört, hängt vom Geschäftsmodell ab – ein Software-Startup braucht keine Maschinen, ein Handwerksbetrieb keine Serverlandschaft. Die Kategorien des Plans sind aber branchenübergreifend gleich. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Positionen; die Beträge sind reine Beispielwerte zur Orientierung.
| Investitionsposition | Betrag | Hinweis |
|---|---|---|
| Grundstücke und Gebäude | 0 € (Anmietung) | Kauf ist bei Gründungen selten; Mietkautionen zählen zu den Betriebsmitteln |
| Bau- und Umbaumaßnahmen | 15.000 € | Ladenbau, Renovierung, Elektrik – Angebote frühzeitig einholen |
| Maschinen und Geräte | 25.000 € | Produktionsanlagen, Werkzeuge, Spezialgeräte |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 8.000 € | Büromöbel, Regale, Ladeneinrichtung |
| IT-Hardware | 5.000 € | Rechner, Server, Kassensysteme |
| Software und Lizenzen | 2.500 € | Kauf oder Jahreslizenzen; monatliche Abos zählen zu den laufenden Kosten |
| Fahrzeuge | 20.000 € | Kauf, Leasing oder Miete sauber gegenüberstellen |
| Immaterielle Investitionen | 3.000 € | Patente, Markenanmeldung, Franchise- oder Lizenzgebühren |
Alle Beträge in dieser Tabelle sind fiktive Beispiele und dienen nur der Veranschaulichung der Kategorien. Der Hinweis in der dritten Spalte hat einen praktischen Grund: Banken und Förderstellen fragen bei jeder Position, ob der Betrag durch ein Angebot belegt ist oder geschätzt wurde. Je konkreter deine Recherche, desto belastbarer wirkt der Plan. Bei Software- und Tech-Gründungen fallen die klassischen Positionen oft kleiner aus, dafür dominieren immaterielle Investitionen – etwa aktivierungsfähige Entwicklungskosten oder Lizenz- und Markenrechte.
Drei Abgrenzungen sind wichtig: Erstens zählen laufende Kosten wie Miete, Gehälter oder Marketing nicht in den Investitionsplan – sie gehören in die Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung. Zweitens bilden Warenlager, Material und Kautionen die Betriebsmittel; sie werden in vielen Vorlagen separat ausgewiesen, gehören aber zum Gesamtkapitalbedarf. Drittens entstehen Gründungskosten wie Beratung, Notar und Eintragungen oft vor der ersten Anschaffung – plane sie ebenfalls mit ein, damit deine Kapitalsumme stimmt.
Ein weiterer Grund für die saubere Kategorisierung ist die Steuer: Anlagevermögen wird nicht sofort als Aufwand abgezogen, sondern über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einer bestimmten Grenze kannst du dagegen sofort abschreiben. Die Details klärst du am besten mit deiner Steuerberatung – für den Plan selbst reicht die saubere Trennung der Kategorien.
Übrigens muss nicht jede Position gekauft werden: Beim Leasing oder Mietkauf schaffst du das Wirtschaftsgut nicht selbst an – die Raten laufen als laufende Kosten über die Liquiditätsplanung, während der Leasinggeber Eigentümer bleibt. Für den Investitionsplan heißt das: Kaufvarianten gehören als Position mit vollem Betrag in die Tabelle, Leasingraten dagegen in die laufende Planung. Vergleiche bei teuren Positionen wie Fahrzeugen oder Maschinen beide Varianten und halte deine Entscheidung im Hinweis-Feld fest – das ist eine der ersten Rückfragen im Finanzierungsgespräch.
Den Investitionsplan Schritt für Schritt erstellen
Ein belastbarer Investitionsplan entsteht nicht am Schreibtisch in einer halben Stunde, sondern in Recherchearbeit. Die folgenden fünf Schritte führen dich strukturiert zum fertigen Plan – von der ersten Ideenliste bis zur finanzierungsfähigen Summe.
- Investitionsbedarf sammeln. Geh dein Geschäftsmodell Schritt für Schritt durch: vom Arbeitsplatz über die Technik bis zum Vertrieb. Notiere jede Anschaffung, die nötig ist, bevor du den ersten Euro verdienst – und alles, was in den ersten Jahren voraussichtlich dazukommt.
- Positionen kategorisieren. Sortiere die Liste nach Anlagevermögen, immateriellen Investitionen und Betriebsmitteln. Diese Struktur brauchst du später für den Finanzierungsplan und für die steuerliche Behandlung der Anschaffungen.
- Beträge recherchieren und schätzen. Hole für größere Positionen konkrete Angebote ein, statt mit Listenpreisen zu arbeiten. Denk an Nebenkosten wie Transport, Installation und Schulung. Bist du vorsteuerabzugsberechtigt, rechne mit Nettopreisen, weil die Umsatzsteuer als Vorsteuer zurückfließt. Beim Umrechnen von Brutto- und Nettobeträgen hilft dir ein Umsatzsteuer-Rechner.
- Zeitpunkt und Reihenfolge festlegen. Lege fest, welche Anschaffung wann fällig ist: Was muss vor der Eröffnung bezahlt werden, was erst nach einigen Monaten? Diese Zeitachse gleichst du mit deiner Liquiditätsplanung ab, damit das Geld zum Zahlungstermin tatsächlich da ist.
- Puffer einplanen und mit dem Finanzierungsplan abgleichen. Keine Investition läuft exakt nach Plan. Als Faustregel gilt ein Puffer von rund zehn Prozent der Gesamtsumme. Zum Schluss prüfst du, ob Eigenmittel, Kredite und Fördermittel aus dem Finanzierungsplan die komplette Summe decken.
Dein Ergebnis ist eine Tabelle mit Position, Betrag, Zeitpunkt und Finanzierungsquelle. Diese eine Seite ist oft das erste Dokument, das ein Bankberater oder Investor sehen will – sie entscheidet darüber, ob deine Zahlen professionell und durchdacht wirken.
Zwei Praxistipps zum Schluss: Sammle die Angebote und Belege hinter deinen Zahlen von Anfang an in einer Mappe oder einem Ordner – viele Banken und Förderstellen wollen die größeren Positionen durch Angebote belegt sehen, und im Anhang deines Businessplans sind sie gut aufgehoben. Und behandle den Plan als lebendes Dokument: Wenn sich Preise ändern oder der Zeitplan rutscht, passe die Tabelle an, statt mit veralteten Zahlen ins Gespräch zu gehen. Eine aktuelle Version mit erkennbarem Stand wirkt deutlich professioneller als ein Plan, dem man sein Alter ansieht.
Beispiel: Investitionsplan für ein Gründungsvorhaben
Wie ein fertiger Investitionsplan aussieht, zeigt das folgende Rechenbeispiel. Es ist vollständig fiktiv: Ein Gründer startet einen Onlineshop für Outdoor-Ausrüstung mit eigenem kleinen Lager. Alle Zahlen dienen nur der Veranschaulichung – deine echten Beträge holst du über Angebote und Recherche ein.
| Investitionsposition | Betrag | Hinweis |
|---|---|---|
| Onlineshop und Website | 6.500 € | Agentur-Angebot, inklusive Anbindung des Shopsystems |
| IT-Hardware | 3.500 € | Zwei Arbeitsplätze, Drucker, Peripherie |
| Software und Lizenzen | 1.800 € | Warenwirtschaft und Buchhaltung, Jahreslizenzen |
| Lagerregale und Lagertechnik | 7.500 € | Inklusive Hubwagen und Verpackungsarbeitsplatz |
| Büroausstattung | 4.200 € | Zwei Arbeitsplätze im Lagerbüro |
| Foto-Equipment | 2.300 € | Eigene Produktfotografie spart später Agenturkosten |
| Markenanmeldung und Gründungskosten | 1.900 € | Marke, Notar, Eintragungen |
| Kaution Lagerfläche | 3.600 € | Betriebsmittel, drei Monatsmieten |
| Erstbestand Waren | 18.000 € | Betriebsmittel, kalkulatorischer Einkaufswert |
| Puffer (rund 10 %) | 5.000 € | Für Preissteigerungen und Überraschungen |
| Gesamter Kapitalbedarf | 54.300 € | Summe aller Positionen |
An diesem Beispiel fallen zwei Dinge auf: Erstens übersteigt der Kapitalbedarf die eigentlichen Investitionen deutlich, weil Warenlager und Kaution als Betriebsmittel dazukommen. Zweitens fehlen hier noch die laufenden Kosten der Anlaufphase – Miete, Gehalt, Marketing. Sie gehören in die Liquiditätsplanung, erhöhen aber den tatsächlichen Finanzierungsbedarf, den du stemmen musst.
In der Praxis würde der Gründer die 54.300 Euro nun dem Finanzierungsplan gegenüberstellen: zum Beispiel Eigenmittel, ein Gründerdarlehen einer Förderbank und ergänzendes Fremdkapital der Hausbank. Erst wenn beide Seiten zusammenpassen, ist der Plan finanzierbar. Und nur dann lohnt es sich, Bestellungen auszulösen oder Mietverträge zu unterschreiben.
Konkret könnte diese Gegenüberstellung so aussehen – wieder rein fiktiv: 15.000 Euro bringt der Gründer als Eigenmittel ein, 25.000 Euro kommen als Gründerdarlehen einer Förderbank dazu, und die restlichen 14.300 Euro deckt ein klassischer Investitionskredit der Hausbank. Die Summe der drei Bausteine entspricht exakt dem Kapitalbedarf von 54.300 Euro. Banken sehen bei solchen Rechnungen gern einen spürbaren Eigenanteil, weil er zeigt, dass der Gründer selbst ein Risiko trägt. Wichtig ist vor allem die Logik dahinter: Jede Position des Investitionsplans lässt sich einer konkreten Finanzierungsquelle zuordnen, und keine Position bleibt ungedeckt.

Häufige Fehler beim Investitionsplan
Die meisten Probleme mit Investitionsplänen entstehen durch vergessene Positionen, weniger durch falsche Mathematik. Diese Fehler solltest du kennen und vermeiden:
- Zu knapp kalkuliert: Ohne Puffer reicht ein einziges teureres Angebot, um die Finanzierung zu sprengen. Plane die Reserve von Anfang an ein, nicht erst auf Nachfrage der Bank.
- Betriebsmittel vergessen: Wareneinkauf, Material und Kautionen binden oft mehr Geld als die komplette Einrichtung – sie gehören zum Kapitalbedarf, auch wenn sie keine klassischen Investitionen sind.
- Nebenkosten unterschätzt: Transport, Installation, Schulung und Inbetriebnahme schlagen bei Maschinen und IT gern mal mit mehreren tausend Euro zu Buche.
- Kein Abgleich mit dem Finanzierungsplan: Wer langfristige Investitionen mit kurzfristigem Geld bezahlt, etwa über den Kontokorrentkredit, gerät schnell in Liquiditätsengpässe. Laufzeit von Investition und Finanzierung sollten zusammenpassen.
- Unrealistischer Zeitplan: Wenn Maschinen oder der Ladenbau später fertig werden als geplant, verschiebt sich der Start – die Fixkosten laufen aber ab Tag eins weiter.
- Brutto und Netto vermischt: Vorsteuerabzugsberechtigte planen mit Nettopreisen. Wer hier durcheinanderkommt, verzerrt die komplette Kalkulation und die Liquiditätsplanung gleich mit.
Wenn du diese sechs Punkte prüfst, bevor du deinen Plan einreichst, bist du den meisten Gründungsvorhaben einen Schritt voraus – und sparst dir unangenehme Rückfragen im Bankgespräch.
Investitionsplan vs. Investitionskredit
Investitionsplan und Investitionskredit werden oft verwechselt, meinen aber zwei verschiedene Dinge: Der Plan ist dein Kalkulationsdokument, der Kredit ist ein Finanzierungsinstrument.
Ein Investitionskredit ist ein zweckgebundenes Darlehen, mit dem Unternehmen Anschaffungen aus dem Investitionsplan bezahlen – etwa Maschinen, Fahrzeuge oder Einrichtungen. Typische Merkmale: mittlere bis lange Laufzeiten, die zur Nutzungsdauer des Investitionsguts passen, Rückzahlung in Raten und häufig tilgungsfreie Anlaufjahre, in denen zunächst nur Zinsen fällig werden. Weil die angeschafften Gegenstände selbst als Sicherheit dienen können, sind die Konditionen meist günstiger als bei einem frei verwendbaren Betriebsmittelkredit.
Für Gründer relevant: Förderbanken wie die KfW bieten spezielle Investitions- und Gründerkredite an, die du über deine Hausbank beantragst. Im Antragsprozess verlangt die Bank genau das Dokument, um das es in diesem Artikel geht – deinen Investitionsplan. Er belegt, dass die beantragte Kreditsumme zum geplanten Vorhaben passt.
Vom Investitionskredit abzugrenzen ist der Betriebsmittelkredit: Er finanziert kurzfristige Bedarfe wie Wareneinkauf oder die Überbrückung von Zahlungszielen und läuft entsprechend kürzer, häufig als flexibler Kontokorrentkredit. Als dritte Möglichkeit kommt Leasing infrage – dann entfällt die Kreditaufnahme für die Anschaffung, dafür steigen die laufenden monatlichen Raten. Die Wahl des Instruments folgt dabei derselben Regel, die schon bei den häufigen Fehlern auftauchte: Die Laufzeit der Finanzierung sollte zur Nutzungsdauer der Anschaffung passen. Welche Variante für dich stimmt, hängt von deiner Liquidität und deinem Eigenkapital ab – dein Investitionsplan liefert die Zahlenbasis für genau diese Entscheidung.
Investitionsplan international: Investment Plan
Wer mit internationalen Investoren arbeitet, trifft schnell auf den englischen Begriff „Investment Plan“. Vorsicht bei der Übersetzung: Im englischsprachigen Finanzkontext meint „investment plan“ häufig einen Plan zur Geldanlage – also die Frage, wie Kapital in Aktien, Fonds oder andere Anlageklassen investiert wird. Das ist etwas anderes als dein Investitionsplan im Businessplan.
In Pitchdecks und bei Gesprächen mit Business Angels oder VCs ist deshalb ein anderer Begriff üblich: „Use of Funds“. Diese Folie beantwortet dieselbe Frage wie dein Investitionsplan – wofür fließt das eingeworbene Kapital? –, allerdings in komprimierter Form, oft als prozentuale Aufteilung auf Bereiche wie Produktentwicklung, Team und Marketing. Wer seinen Investitionsplan sauber erstellt hat, kann die Use-of-Funds-Folie daraus direkt ableiten.
In Investorengesprächen fallen außerdem zwei weitere Begriffe: CapEx und OpEx. CapEx (capital expenditures) bezeichnet genau die Anschaffungen aus deinem Investitionsplan, OpEx (operating expenditures) die laufenden Betriebskosten. Wer im Pitch sauber zwischen beiden trennt, hat einen Vorteil: Investoren lesen aus dem Verhältnis ab, wie kapitalintensiv dein Modell ist – ein Software-Startup mit hohen OpEx für Team und Marketing wird anders bewertet als ein Hardware-Vorhaben mit hohem CapEx. Dein Investitionsplan ist also nicht nur ein Bankdokument, sondern auch die Datenbasis für diese Einordnung.
Häufige Fragen zum Investitionsplan
Was gehört in einen Investitionsplan?
Alle geplanten Anschaffungen mit Betrag und Zeitpunkt: Anlagevermögen wie Maschinen, Fahrzeuge, IT und Einrichtung, dazu immaterielle Investitionen wie Lizenzen, Patente oder Marken. Ergänzend zählen Betriebsmittel (Warenbestand, Kautionen) und Gründungskosten zum Gesamtkapitalbedarf. Laufende Kosten wie Miete und Gehälter gehören dagegen in die Liquiditätsplanung.
Wie erstelle ich einen Investitionsplan?
In fünf Schritten: Erst alle benötigten Anschaffungen sammeln, dann nach Anlagevermögen, immateriellen Gütern und Betriebsmitteln kategorisieren, anschließend die Beträge über Angebote recherchieren, den Zeitpunkt jeder Anschaffung festlegen und zum Schluss einen Puffer einplanen. Abschließend gleichst du die Summe mit deinem Finanzierungsplan ab.
Was ist der Unterschied zwischen Investitionsplan und Finanzierungsplan?
Der Investitionsplan zeigt die Mittelverwendung – also wofür du Geld ausgibst. Der Finanzierungsplan zeigt die Mittelherkunft – also woher das Geld kommt: Eigenkapital, Kredite, Fördermittel oder Beteiligungen. Beide Tabellen gehören im Businessplan zusammen und müssen sich in der Summe decken.
Was ist ein Investitionskredit?
Ein zweckgebundenes Darlehen zur Finanzierung von Anschaffungen aus deinem Investitionsplan, zum Beispiel Maschinen oder Fahrzeuge. Er läuft meist mehrere Jahre, wird in Raten zurückgezahlt und kann tilgungsfreie Anlaufjahre enthalten. Auch die Förderprogramme der KfW für Gründer und Unternehmen sind solche Investitionskredite.
Wie berechne ich meinen Kapitalbedarf?
Addiere alle Positionen deines Investitionsplans inklusive Betriebsmittel und Gründungskosten und schlage einen Puffer von rund zehn Prozent auf. Zusätzlich brauchst du Geld für die laufenden Kosten der Anlaufphase, bis der Umsatz die Ausgaben deckt – das ermittelt deine Liquiditätsplanung. Investitionen plus Anlaufkosten ergeben deinen Gesamtkapitalbedarf.
Gibt es eine Vorlage für einen Investitionsplan?
Ja. Die Tabellen in diesem Artikel kannst du direkt als Muster übernehmen: Position, Betrag und Hinweis bilden das Grundgerüst, ergänzt um Zeitpunkt und Finanzierungsquelle. Auch IHK und KfW stellen Vorlagen für Gründungen bereit, die denselben Aufbau haben – mit diesen Formaten triffst du die Erwartungen von Banken und Förderstellen. Wichtiger als das Layout ist ohnehin die Recherche hinter den Zahlen: Ein schlichtes Dokument mit belastbaren Angeboten überzeugt mehr als eine hübsche Vorlage mit Schätzwerten.
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