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Trade-Republic-Gründer: Wer hinter Deutschlands größtem Neobroker steckt

Pitchdeck Magazin Redaktion·
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Bild von Artem Podrez auf Pexels

Die Trade-Republic-Gründer Christian Hecker, Thomas Pischke und Marco Cancellieri haben 2015 in München ein Start-up gegründet, das heute als größter Neobroker Deutschlands gilt. Aus der einfachen Trading-App mit nur einem Euro Fremdkostenpauschale pro Order ist ein Finanzunternehmen mit rund zehn Millionen Kunden und 150 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen geworden (Eigenangaben, Stand April 2026). Zuletzt wurde Trade Republic mit 12,5 Milliarden Euro bewertet (Stand Dezember 2025) und gilt damit laut Presseberichten als wertvollstes deutsches Start-up. Dieses Porträt zeigt, wer die drei Gründer sind, wie das Unternehmen gewachsen ist und welche Kritik es auf diesem Weg begleitet hat.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gründer: Christian Hecker, Thomas Pischke und Marco Cancellieri
  • Gründung: 2015 in München als „Neon Trading“, heute Sitz in Berlin-Mitte
  • Bewertung: 12,5 Milliarden Euro (Secondary-Runde, Stand Dezember 2025)
  • Kunden: rund 10 Millionen, verwaltetes Vermögen 150 Milliarden Euro (Eigenangaben, Stand April 2026)
  • Regulierung: Vollbanklizenz und BaFin-Aufsicht; seit Februar 2026 zusätzlich eine Lizenz für einen eigenen Handelsplatz

Trade Republic im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten zu Trade Republic im Überblick:

Firma & SitzTrade Republic Bank GmbH, Berlin-Mitte
Gründung2015 in München (zunächst als „Neon Trading“)
GründerChristian Hecker, Thomas Pischke, Marco Cancellieri
Branche & GeschäftsmodellNeobroker – Wertpapierhandel per App; Kreditinstitut mit Vollbanklizenz, Lizenz als Wertpapierhandelsbank seit Dezember 2018
Wichtigste InvestorenFounders Fund, Accel, Sequoia, TCV, Thrive Capital, OTPP; seit Dezember 2025 auch Wellington, GIC, Fidelity und Khosla Ventures (laut Pressemitteilung vom 17. Dezember 2025)
Bewertung12,5 Milliarden Euro (Stand Dezember 2025, Secondary-Runde)
Kundenrund 10 Millionen (Eigenangabe, Stand April 2026)
Verwaltetes Vermögen150 Milliarden Euro (Eigenangabe, Stand April 2026)
GeschäftsführungChristian Hecker, Thomas Pischke, Andreas Torner, Gernot Mittendorfer (laut Impressum, abgerufen Oktober 2025)

Diese Eckdaten geben bereits eine erste Dimension: Aus einem Münchner Inkubator-Projekt ist in gut zehn Jahren ein europaweit aktiver Broker geworden. Wie das gelingen konnte, hängt eng mit den drei Personen an der Spitze zusammen.

Wer sind die Gründer von Trade Republic?

Hinter Trade Republic steht ein Gründertrio mit drei unterschiedlichen fachlichen Hintergründen: Wirtschaft und Philosophie, Physik und Informatik.

Christian Hecker ist das öffentliche Gesicht des Unternehmens. Der Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler arbeitete vor der Gründung im Investmentbanking, unter anderem im M&A-Geschäft von Merrill Lynch (laut seinem LinkedIn-Profil). Heute ist er Geschäftsführer und tritt als Sprecher des Unternehmens auf, etwa in Interviews mit Handelsblatt und FAZ. Auf LinkedIn beschreibt er die Mission von Trade Republic mit den Worten „Democratise Wealth“ – Vermögensbildung für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.

Thomas Pischke ist Physiker und Mitgründer. Er gehört ebenfalls der Geschäftsführung an (Stand: Impressum, Oktober 2025), tritt aber deutlich seltener öffentlich in Erscheinung als Hecker. Gemeinsam mit Hecker gab er früh größere Unternehmensanteile ab – zunächst 2017 an den Investor Sino, später im Zuge der Risikokapitalrunden.

Marco Cancellieri, der dritte Gründer, ist Informatiker. Er tritt öffentlich kaum in Erscheinung und gehört der aktuellen Geschäftsführung laut Impressum nicht mehr an (Stand Oktober 2025). Über seine heutige Rolle im Unternehmen liegen keine belastbaren öffentlichen Angaben vor.

Diese Mischung aus Finanzmarkt- und Technikhintergrund prägte das Unternehmen von Anfang an – und erklärt, warum Trade Republic klassische Bankenprozesse konsequent als App neu gedacht hat.

Die Gründungsgeschichte von Trade Republic

Trade Republic startete 2015 in München unter dem Namen „Neon Trading“ im Start-up-Inkubator der Comdirect Bank. Die Idee: Wertpapierhandel sollte per Smartphone funktionieren – mit niedrigen Gebühren und ohne die Hürden klassischer Depotbanken.

2017 stieg die Düsseldorfer Sino Beteiligungen GmbH mit drei Millionen Euro ein und übernahm die Mehrheit der Anteile; Sino-Chef Ingo Hillen wurde Geschäftsführer von Trade Republic. Der entscheidende Schritt folgte im Dezember 2018: Trade Republic erhielt die Lizenz als Wertpapierhandelsbank. Ab 2019 war der Handel per App zunächst für einen geschlossenen Nutzerkreis möglich, danach ohne Beschränkung.

In den Jahren 2019 und 2020 investierten die Risikokapitalgeber Creandum, Project A Ventures, Accel Partners und Founders Fund insgesamt über 60 Millionen Euro. Sino verkaufte dabei einen Teil seiner Anteile mit Gewinn und war fortan nicht mehr Mehrheitseigner. Der Sitz des Unternehmens verlagerte sich nach Berlin. Ende 2020 startete Trade Republic in Österreich, 2021 in Frankreich; nach Unternehmensangaben ist der Broker inzwischen in 18 europäischen Märkten aktiv (Stand 2025).

Finanzierung und Bewertung von Trade Republic

Die Finanzierungsgeschichte zeigt, wie schnell Trade Republic vom Inkubator-Projekt zum Milliardenunternehmen wurde. Die wichtigsten Stationen im Überblick:

JahrEreignisVolumenBewertung
2017Einstieg Sino Beteiligungen (Mehrheitsübernahme)3 Mio. Euro
2019/2020Runden mit Creandum, Project A, Accel, Founders Fundüber 60 Mio. Euro
Mai 2021Finanzierungsrunde900 Mio. US-Dollarca. 5 Mrd. US-Dollar
Juni 2022Runde mit OTPP und Bestandsinvestoren250 Mio. Euroca. 5,3 Mrd. US-Dollar
Dez. 2025Secondary-Runde unter Führung von Founders Fund1,2 Mrd. Euro12,5 Mrd. Euro
Infografik: Funding-Timeline von Trade Republic – Finanzierungsstationen 2017 (Einstieg Sino), 2019/2020 (Series A/B mit Creandum, Project A, Accel und Founders Fund), Mai 2021 (Bewertung 5 Mrd. US-Dollar), Juni 2022 (ca. 5,3 Mrd. US-Dollar) und Dezember 2025 (12,5 Mrd. Euro)

Besonders bemerkenswert ist die jüngste Runde vom Dezember 2025: Im Rahmen eines sogenannten Secondary Deals kauften Bestandsinvestoren wie Founders Fund, Sequoia, Accel, TCV und Thrive Capital Anteile von Frühphaseninvestoren auf; neu hinzu kamen unter anderem Wellington, GIC, Fidelity und Khosla Ventures. Mit der Bewertung von 12,5 Milliarden Euro überholte Trade Republic laut Süddeutscher Zeitung (17. Dezember 2025) das Rüstungs-Start-up Helsing als wertvollstes deutsches Start-up. Da es sich um einen Anteilsverkauf unter Gesellschaftern handelte, floss das Geld nicht ins Unternehmen, sondern an die verkaufenden Altgesellschafter. Für Frühphaseninvestoren sind solche Secondary Deals eine gängige Exit-Strategie, um Anteile zu Geld zu machen, ohne auf einen Börsengang warten zu müssen.

Operativ gilt Trade Republic nach eigenen Angaben seit 2023 als profitabel. Konkrete Umsatz- oder Gewinnzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht; entsprechende Angaben im Netz beruhen daher auf Schätzungen.

Regulierung und Kritik an Trade Republic

Trade Republic ist ein reguliertes Kreditinstitut mit Vollbanklizenz und steht unter Aufsicht der BaFin. Im Mai 2025 erhielt das Unternehmen eine BaFin-Lizenz für Krypto-Dienstleistungen, im Februar 2026 zusätzlich die Genehmigung für einen eigenen elektronischen Handelsplatz (heise.de, 1. Februar 2026). Damit bereitet sich der Broker auf das EU-weite Verbot von „Payment for Order Flow“ vor, das ab Juli 2026 in Deutschland gilt – bislang verdiente Trade Republic einen Teil seiner Einnahmen über Rückvergütungen von Handelspartnern.

Parallel dazu gab es wiederholt Kritik und Rechtsstreitigkeiten, die hier der Vollständigkeit halber eingeordnet werden:

  • GameStop-Kaufstopp (2021): Während des Kursanstiegs der GameStop-Aktie stoppte Trade Republic im Januar 2021 vorübergehend Käufe einzelner Aktien. Die BaFin leitete nach Kundenbeschwerden ein Verfahren ein, teilte im März 2021 jedoch mit, es gebe „keine Verdachtsmomente auf Marktmanipulation“.
  • Abmahnung wegen Gratisaktien-Werbung (2022): Die Verbraucherzentrale Hamburg mahnte das Unternehmen ab, weil eine Gratisaktie im Wert von bis zu 200 Euro beworben worden war, tatsächlich aber teils nur Aktienbruchteile zugeteilt wurden. Trade Republic unterzeichnete eine Unterlassungserklärung.
  • Depotübertragungen (2024): Der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zufolge kam es häufig zu Verzögerungen bei Depotüberträgen, die laut BaFin-Vorgabe maximal drei Wochen dauern dürfen.
  • Kundenservice (2024/2025): Von Januar bis September 2025 gingen bei den Verbraucherzentralen über 300 Beschwerden ein, unter anderem wegen langer Bearbeitungszeiten und fehlender telefonischer Erreichbarkeit. Trade Republic kündigte im Dezember 2025 einen Ausbau an; seit April 2026 gibt es einen 24/7-Telefonsupport (laut Handelsblatt, 15. April 2026).
  • Klage zu Zinsversprechen (2025): Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagte im Februar 2025, weil in der Werbung Zinsen von 3,0 Prozent aufs Girokonto mit Einlagensicherung suggeriert worden seien, obwohl ein Teil der Guthaben in nicht einlagengesicherte Geldmarktfonds investiert wird. Trade Republic wies die Vorwürfe zurück – Kunden könnten nachvollziehen, wie ihre Barguthaben verteilt werden.
  • Steuerfehler nach Nvidia-Aktiensplit (2025): Ein technischer Fehler führte dazu, dass bei einzelnen Kunden fälschlich Kapitalertragsteuer abgezogen wurde; manche Konten rutschten dadurch kurzfristig ins Minus.

Diese Vorfälle zeigen: Das Wachstum lief zeitweise schneller, als die Service- und Technikstrukturen Schritt halten konnten. Gleichzeitig reagiert das Unternehmen inzwischen sichtbar – etwa mit dem ausgebauten Telefonsupport.

Trade Republic heute: Marktstellung und Ausblick

Die Wachstumskurve ist weiter steil: Im Januar 2024 meldete Trade Republic vier Millionen Kunden und 35 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen, im Januar 2025 bereits acht Millionen Kunden und 100 Milliarden Euro (Pressemitteilung, 9. Januar 2025; Handelsblatt, 9. Januar 2025). Auf der eigenen Website spricht das Unternehmen im April 2026 von rund zehn Millionen Kunden und 150 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen. Christian Hecker bezeichnet Trade Republic als „größten Broker Europas“ – eine Eigenaussage, die sich an Kundenzahl und verwaltetem Vermögen misst und von unabhängiger Seite nicht geprüft ist.

Produktseitig hat sich Trade Republic vom reinen Broker zur breiteren Finanzplattform entwickelt: Seit November 2024 gibt es ein Girokonto mit Bezahlkarte, seit Mai 2025 Kinderdepots, und seit September 2025 können Kunden nach Unternehmensangaben auch in Private-Equity-Unternehmen investieren. 2026 hat das Unternehmen sein Handelssystem umgebaut: Kunden können laut Pressemitteilung zwischen über 30 Handelsplätzen wählen, ein neuer „Bestpreis“-Ordertyp vergleicht die Kurse automatisch, und ein Web-Terminal richtet sich an aktive Anleger.

Für dich als Leser des Pitch Deck Magazins ist Trade Republic damit ein bemerkenswerter Fall: ein deutsches Fintech, das es ohne Börsengang auf eine zweistellige Milliardenbewertung gebracht hat – und dessen Gründer nach mehr als zehn Jahren noch immer an der Spitze stehen. Wie Gründerpersönlichkeiten das europäische Fintech prägen, zeigt auch unser Porträt von Holvi-Gründer Tuomas Toivonen.

FAQ zu Trade Republic und seinen Gründern

Wer sind die Gründer von Trade Republic?

Trade Republic wurde 2015 von Christian Hecker (Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler), Thomas Pischke (Physiker) und Marco Cancellieri (Informatiker) in München gegründet. Hecker und Pischke gehören der Geschäftsführung bis heute an (Stand: Impressum, Oktober 2025).

Wer ist Christian Hecker?

Christian Hecker ist Mitgründer und Geschäftsführer von Trade Republic und gilt als öffentliches Gesicht des Unternehmens. Vor der Gründung arbeitete er im Investmentbanking, unter anderem bei Merrill Lynch (laut LinkedIn-Profil). Er vertritt die Mission, Vermögensbildung für breite Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.

Wie viel ist Trade Republic wert?

Die Bewertung von Trade Republic liegt zuletzt bei 12,5 Milliarden Euro – im Rahmen einer Secondary-Runde unter Führung von Founders Fund im Dezember 2025. Damit gilt das Unternehmen laut Presseberichten als wertvollstes deutsches Start-up. Wichtig: Bei nicht börsennotierten Firmen ist die Bewertung immer eine Momentaufnahme aus der letzten Finanzierungsrunde, kein börsentäglich festgestellter Marktwert. Wie sich der Wert eines Unternehmens grundsätzlich ermitteln lässt, kannst du mit unserem Unternehmenswert-Rechner selbst durchspielen.

Wem gehört Trade Republic?

Die Anteile verteilen sich auf die Gründer und zahlreiche institutionelle Investoren – darunter Founders Fund, Sequoia, Accel, TCV, Thrive Capital und der kanadische Pensionsfonds OTPP; seit Dezember 2025 kamen Wellington, GIC, Fidelity und Khosla Ventures hinzu. Die genaue Anteilsverteilung ist nicht öffentlich. Zwischen 2017 und 2020 hielt der Investor Sino vorübergehend die Mehrheit, verkaufte dann aber große Teile seiner Beteiligung.

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