koawach: Die Geschichte hinter dem Koffein-Kakao aus der Höhle der Löwen

koawach ist ein Koffein-Kakao aus Berlin, der 2015 durch die VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ bundesweit bekannt wurde. Dahinter steht die koakult GmbH von Heiko Butz und Daniel Duarte, die ihre Idee in einer Kölner WG-Küche entwickelten. Dieses Porträt zeigt die Gründungsgeschichte, ordnet den Deal-Verlauf in der Sendung sachlich ein und verfolgt die Entwicklung des Unternehmens bis heute. Alle Zahlen sind mit Stand und Quelle belegt; Umsatz und Bewertung sind als Schätzungen gekennzeichnet.
koawach im Steckbrief
Die wichtigsten Fakten zum Unternehmen hinter dem Koffein-Kakao im Überblick:
| Firmenname & Sitz | koakult GmbH, Berlin |
|---|---|
| Gegründet | 2014; erster öffentlicher Pitch 2013 als „GUAfair“ (Quelle: koawach.de) |
| Gründer | Heiko Butz und Daniel Duarte |
| Produkt | koffeinhaltige Kakaoprodukte mit Guarana; Bio- und Fairtrade-zertifiziert seit 2017 |
| Investoren | TV-Deal mit Jochen Schweizer (2015) in ursprünglicher Form nicht umgesetzt; Crowdinvesting über OneCrowd/Econeers (2020, 2021) |
| Geschätzter Umsatz | ca. 10 Mio. Euro Jahresumsatz bei positivem EBITDA (Stand 2023; Eigenangabe laut Crowdinvesting-Compact und OneCrowd) |
Hinter diesen Eckdaten steckt eine Gründungsgeschichte, die in einer WG-Küche begann.

Wer steckt hinter koawach? Die Gründer und die Idee
Die koawach-Gründer Heiko Butz und Daniel Duarte lernten sich als Studenten in Köln kennen. Was sie einte, war die gemeinsame Abneigung gegen Kaffee: Für die Prüfungsphasen suchten sie eine Alternative, die wach macht. Über Duartes kolumbianische Wurzeln kam die Idee auf, Trinkschokolade – in Südamerika ein Kultgetränk – mit koffeinhaltigem Guarana-Samenpulver aus Brasilien zu kombinieren (Quelle: koawach.de/pages/geschichte).
Die WG-Küche wurde zum „Kakaolabor“: Mit einem Campingkocher und immer neuen Mischungen tüftelten die beiden an der Rezeptur; getestet wurde im Bekanntenkreis und auf dem Campus der Kölner Universität. Beim Entrepreneurship Summit 2013 stellten sie ihr Produkt unter dem Namen „GUAfair“ erstmals einer größeren Öffentlichkeit vor – nach einem einminütigen Pitch gingen rund 500 Bestellungen ein. 2014 gründeten Butz und Duarte die koakult GmbH, die sie inzwischen von Berlin aus führen (Quelle: gruenderfreunde.de, Oktober 2015).
koawach in der Höhle der Löwen: Der Deal-Verlauf
Am 13. Oktober 2015 strahlte VOX die Folge aus, in der Butz und Duarte ihren Koffein-Kakao präsentierten (Staffel 2; Quelle: dhdl.info). Ihr Gesuch: 120.000 Euro für zehn Prozent der Anteile – eine Unternehmensbewertung von 1,2 Millionen Euro.
Die Verhandlung verlief ungewöhnlich. Judith Williams, Vural Öger und Frank Thelen boten gemeinsam 120.000 Euro für 30 Prozent der Anteile plus eine Umsatzbeteiligung von einem Euro pro verkauftem Produkt. Der zunächst ausgestiegene Jochen Schweizer mischte sich ein und rechnete vor, dass dieses Angebot die Bewertung des Unternehmens auf 400.000 Euro drücken würde. Butz und Duarte lehnten das Angebot ab – woraufhin Schweizer zuschlug: 120.000 Euro für 15 Prozent der Anteile, was einer Bewertung von 800.000 Euro entspricht (Quellen: dhdl.info; FOCUS Online, Oktober 2015).
Gesuch und TV-Deal im Vergleich:
| Investment | Anteile | Unternehmenswert | |
|---|---|---|---|
| Gesuch | 120.000 Euro | 10 % | 1.200.000 Euro |
| TV-Deal (Jochen Schweizer) | 120.000 Euro | 15 % | 800.000 Euro |
Umgesetzt wurde der auf Sendung vereinbarte Deal in dieser Form jedoch nicht. In einem Interview mit FOCUS Online (Oktober 2015) erklärte Schweizer, die vereinbarte Umsatzbeteiligung habe im Gesellschafterkreis der Gründer keine Zustimmung gefunden; man arbeite an einem alternativen Modell ohne Umsatzbeteiligung. Duarte sagte gegenüber gruenderfreunde.de, beide Seiten hätten festgestellt, „dass es am Ende doch nicht passt und wir den Deal nicht umsetzen können“. Das Portal dhdl.info vermerkt unter Berufung auf die Gründerszene (Abruf: 19. November 2018), dass der Deal nach dem Sendungs-Pitch nicht zustande gekommen sei. Einen Streit habe es nicht gegeben, betonte Duarte – ein Investment gab es am Ende aber auch nicht.
Der Löwen-Effekt: Was nach der Sendung geschah
Auch ohne Investment brachte die Ausstrahlung einen massiven Schub. Gegenüber gruenderfreunde.de (Oktober 2015) bezifferte Duarte den TV-Effekt: Innerhalb von zwei Stunden verzeichnete die eigens verschlankte Website über 100.000 Aufrufe, binnen zwei Tagen gingen mehr als 10.000 Bestellungen ein – vorbereitet war das Team auf etwa 1.500. Die Facebook-Fans stiegen von gut 2.000 auf fast 10.000, die Zahl der Handelspartner von rund 150 auf 450 Läden. Zudem hätten sich nach der Sendung rund 200 neue Einzelhändler gemeldet, so Duarte; das erklärte Ziel waren 1.000 Geschäfte bis Ende 2015. Von einem ähnlichen Schub nach der Ausstrahlung berichtet auch Tallow-Naturals-Gründer Niklas Spiegel.
Seit 2017 tragen die Produkte der koakult GmbH das Bio- und das Fairtrade-Siegel; die Rohstoffe stammen aus Bauernkooperativen in Lateinamerika (Quelle: koawach.de/pages/geschichte).
Wachstum, Kapitalbedarf und Finanzierung
Der Aufbau des Geschäfts verschlang erhebliches Kapital. Wie deutsche-startups.de am 26. März 2019 unter Berufung auf das Geschäftsjahr 2017 berichtete, stieg der Jahresfehlbetrag der koakult GmbH von 141.288 Euro auf 3,5 Millionen Euro; bis Ende 2017 waren insgesamt rund 8,6 Millionen Euro in das Startup geflossen. Da die koakult GmbH eine kleine Kapitalgesellschaft ist, liegen keine veröffentlichten Umsatzzahlen vor.
Später finanzierte sich das Unternehmen auch über die Crowd: 2020 und 2021 liefen zwei Crowdinvesting-Kampagnen über die Plattformen Econeers und OneCrowd. Das Kapital sollte in Vertrieb und Organisation, Marketing und die Entwicklung neuer Produkte fließen (Quelle: investmentcheck.de). Für 2023 gibt das Unternehmen rund 10 Millionen Euro Jahresumsatz bei positivem EBITDA an (Eigenangabe, zitiert von Crowdinvesting-Compact, Juni 2023, und im OneCrowd-Blog). Als unternehmensnahe Selbstangabe ist diese Zahl eine Schätzung, keine geprüfte Bilanzgröße.
Die wichtigsten Meilensteine der Firmengeschichte im Überblick:
- 2013: erster öffentlicher Pitch als „GUAfair“ beim Entrepreneurship Summit Köln, rund 500 Bestellungen
- 2014: Gründung der koakult GmbH
- 2015: Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ (13. Oktober); TV-Deal später nicht umgesetzt
- 2017: Bio- und Fairtrade-Zertifizierung; Jahresfehlbetrag von 3,5 Mio. Euro, Kapitalzufluss bis dahin rund 8,6 Mio. Euro
- 2020/2021: zwei Crowdinvesting-Kampagnen über Econeers und OneCrowd
- 2023: Eigenangabe von rund 10 Mio. Euro Jahresumsatz bei positivem EBITDA
Die Stationen zeigen, wie aus dem WG-Küchen-Experiment ein etabliertes Handelsunternehmen wurde – mit den typischen Wachstumsschmerzen einer jungen Konsumgütermarke.
koawach im Handel: Wo du die Produkte heute findest
Gut zehn Jahre nach dem TV-Auftritt ist koawach breit im deutschen Handel vertreten. Laut Unternehmenswebsite findest du die Produkte aktuell hier:
- Drogerien: dm und Rossmann
- Lebensmitteleinzelhandel: REWE, Edeka und Kaufland
- Biohandel: Alnatura und denn’s Biomarkt
- Online: eigener Shop auf koawach.de sowie ein Marken-Store bei Amazon
Das Sortiment ist inzwischen deutlich breiter als zur TV-Zeit: Neben Kakaopulvern in Sorten wie Original Schoko oder Karamell gibt es fertige Koffein-Drinks in Dosen (zum Beispiel die Sorte Hafer Banane), dazu Schoko-Snacks, Limonaden, Milchshakes, Smoothie-Bowls und Kekse (Stand laut koawach.de).
Learnings für Gründer: Was sich aus der koawach-Story ableiten lässt
Aus den belegten Stationen der koawach-Geschichte lassen sich vier Lehren für deine eigene Gründung ziehen:
- TV-Reichweite braucht operative Vorbereitung. Mehr als 10.000 Bestellungen in zwei Tagen trafen ein Team, das auf 1.500 eingestellt war; die Auslieferung dauerte zeitweise zwei bis drei Wochen. Wer auf einen Reichweiten-Schub setzt, muss Website, Lager und Logistik vorher auf den Lastfall auslegen.
- Ein TV-Deal ist keine Garantie für ein Investment. Der Handschlag vor der Kamera zählt nicht: Erst die Verhandlungen nach der Sendung entscheiden, ob Geld fließt. Bei koawach scheiterte der Deal an der vereinbarten Umsatzbeteiligung.
- Schnelles Wachstum frisst Kapital. Rund 8,6 Millionen Euro Kapitalzufluss bis Ende 2017 und ein Jahresfehlbetrag von 3,5 Millionen Euro zeigen: Wer schnell in den Handel skaliert, braucht eine Cashflow-Planung mit hohen Vorlaufkosten.
- Crowdinvesting kann eine Alternative sein. Nach dem nicht umgesetzten Investorendeal finanzierte koawach das Wachstum später über zwei Crowd-Kampagnen (2020 und 2021) – ein Weg, der auch ohne klassischen Lead-Investor funktionieren kann.
Die Story zeigt, dass der Fernsehauftritt erst der Anfang war: Gewachsen ist koawach danach über Handelslistungen, neue Finanzierungswege und ein erweitertes Sortiment. Dass klare Storys und Authentizität schon im Pitch den Unterschied machen, zeigt das Beispiel von Steets-Gründer Phil Janssen.
FAQ zu koawach
Wer sind die koawach-Gründer?
Hinter koawach stehen Heiko Butz und Daniel Duarte. Die beiden lernten sich als Studenten in Köln kennen und entwickelten den Koffein-Kakao in ihrer WG-Küche. 2014 gründeten sie die koakult GmbH, die heute in Berlin sitzt (Quellen: koawach.de, gruenderfreunde.de).
Was geschah bei koawach in der Höhle der Löwen?
In der Folge vom 13. Oktober 2015 baten die Gründer um 120.000 Euro für zehn Prozent der Anteile. Auf Sendung einigten sie sich mit Jochen Schweizer auf 120.000 Euro für 15 Prozent. Der Deal wurde nicht umgesetzt, weil die vereinbarte Umsatzbeteiligung im Gesellschafterkreis der Gründer keine Zustimmung fand (Quellen: dhdl.info, FOCUS Online, Oktober 2015).
Wie hoch ist der Umsatz von koawach?
Verbindlich belegt ist der Umsatz nicht, da die koakult GmbH als kleine Kapitalgesellschaft keine Umsatzzahlen veröffentlicht. Für 2023 nennt das Unternehmen selbst rund 10 Millionen Euro Jahresumsatz bei positivem EBITDA (Eigenangabe, zitiert von Crowdinvesting-Compact, Juni 2023). Die Angabe gilt als unternehmensnahe Schätzung.
Wo kannst du koawach kaufen?
Du findest die Produkte laut Unternehmenswebsite bei dm, Rossmann, REWE, Edeka, Kaufland, Alnatura und denn’s Biomarkt. Online ist koawach im eigenen Shop auf koawach.de und bei Amazon erhältlich.
Gibt es koawach noch?
Ja. Die Marke ist weiterhin aktiv und hat ihr Sortiment seit 2015 deutlich erweitert, unter anderem um Fertigdrinks, Snacks, Limonaden und Smoothie-Bowls. Finanziert wurde das Wachstum zuletzt auch über zwei Crowdinvesting-Kampagnen in den Jahren 2020 und 2021.
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