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Erfolgsstories

Formel Skin: Wie das Berliner Healthtech-Startup mit Haut-Telemedizin Geld verdient

Pitchdeck Magazin Redaktion·
Offizielle Ueber-uns-Seite von FORMEL SKIN mit Gruenderfoto von Dr. Sarah Bechstein, Florian Semler und Anton Kononov

Formel Skin verdient sein Geld mit einem klar umrissenen Modell: personalisierte Hautbehandlung per App im Monatsabo – Diagnose durch approbierte Ärzte, individuell dosierte Rezeptur per Post, laufende ärztliche Betreuung inklusive. Hinter dem Unternehmen stehen die Gründer Dr. Sarah Bechstein, Florian Semler und Anton Kononov. Seit Dezember 2025 steht das Berliner Unternehmen für digitale Hautbehandlung unter neuem Dach: Es wurde vom britischen Healthtech-Anbieter Manual übernommen. Mehr als zwei Millionen Behandlungen hat Formel Skin nach eigenen Angaben bislang durchgeführt, zuletzt mit rund 125 Mitarbeitern. Wie das Geschäftsmodell mit der Haut-Telemedizin im Detail funktioniert, wie das Startup finanziert ist und was über Umsatz, Marktumfeld und Wettbewerb bekannt ist – dieses Porträt ordnet die Fakten ein.

Formel Skin im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten zum Unternehmen im Überblick – jede Angabe mit Quelle und Stand:

Firmenname & SitzFORMEL SKIN (Formel Skin Derma GmbH), Berlin
GründungEnde 2019 in Berlin, zunächst unter dem Namen „True Skin“; die Datenbank CB Insights nennt als Gründungsjahr 2020
GründerDr. Sarah Bechstein, Florian Semler, Anton Kononov
Branche & GeschäftsmodellTeledermatologie: personalisierte, ärztlich begleitete Hautbehandlung im Monats-Abo
FinanzierungSeries A über 30 Mio. Euro (Februar 2022); Gesamtfinanzierung laut CB Insights rund 39,92 Mio. US-Dollar (Datenbankabruf 2025)
Wichtigste InvestorenSingular VC, Cherry Ventures, Heartcore Capital, Vorwerk Ventures, Heal Capital (laut Übernahme-Mitteilung vom Dezember 2025)
Mitarbeiterrund 125 (Stand: Dezember 2025, Unternehmensangabe)
Durchgeführte Behandlungenüber 2 Mio. (Stand: Dezember 2025, Unternehmensangabe)
Eigentümerstrukturseit Dezember 2025 Teil der britischen Healthtech-Gruppe Manual

Hinter diesen Zahlen steht eine Gründungsgeschichte, die mit einem persönlichen Hautproblem begann.

Infografik: Formel Skin im Steckbrief – Gründung, Gründer, Finanzierung und Kennzahlen des Berliner Healthtech-Startups im Überblick

Wer steckt hinter Formel Skin? Gründer und Gründungsidee

Die Idee zu Formel Skin entstand aus eigener Betroffenheit: Dr. Sarah Bechstein, Fachärztin für Dermatologie, litt nach ihren Schilderungen während des Medizinstudiums und ihrer fachärztlichen Ausbildung selbst unter hartnäckiger Akne. Den Wendepunkt brachte ihre Zeit an der Berliner Charité: Eine Oberärztin verschrieb ihr eine Individualrezeptur, deren Wirkstoffe gezielt auf ihr Hautbild abgestimmt waren – mit sichtbarem Erfolg. Aus dieser Erfahrung entwickelte Bechstein den Plan, personalisierte dermatologische Behandlung für möglichst viele Patienten zugänglich zu machen.

Ende 2019 gründete sie gemeinsam mit Florian Semler und Anton Kononov in Berlin das Unternehmen; die Datenbank CB Insights nennt als Gründungsjahr 2020. Zunächst firmierte das Startup unter dem Namen „True Skin“, später wurde daraus Formel Skin. Semler übernahm die Rolle des CEO, Bechstein ist Medizinische Direktorin; als öffentliche Gesichter der Marke treten vor allem die beiden auf. Auf der Über-uns-Seite des Unternehmens beschreibt das Team sein Ziel so: Zugang zu hautärztlicher Expertise – unabhängig von Wartezeiten und Wohnort.

Das Geschäftsmodell: Haut-Telemedizin per App

Formel Skin verdient sein Geld mit einem Abo-Modell für personalisierte Hautbehandlung. Der Ablauf ist auf der Website des Anbieters beschrieben und gliedert sich in vier Schritte:

  • Online-Hautanalyse: Du füllst einen Fragebogen aus und lädst Fotos deiner Haut hoch.
  • Diagnose in 24 Stunden: Approbierte Ärzte erstellen eine Diagnose samt Behandlungsplan.
  • Individuelle Rezeptur: Eine Creme mit je nach Hautbild dosierten Wirkstoffen – etwa Vitamin-A-Säure, Benzoylperoxid, Azelainsäure oder Niacinamid – kommt zusammen mit begleitenden Pflegeprodukten per Post zu dir nach Hause.
  • Dauerbetreuung: Monatliche Check-ins, die Anpassung deiner Formel und ärztliche Beratung per Chat sind Teil des Abos.

Bezahlt wird monatlich: Das Abo kostet regulär 44 Euro im Monat und wird aktuell ab 35 Euro beworben (Stand: Website-Abruf); enthalten sind Analyse, Rezeptur, Versand und die laufende Betreuung. Dazu wirbt das Unternehmen mit einer 90-Tage-Geld-zurück-Garantie. Behandelt werden unter anderem Akne, Rosacea, Rötungen und frühe Fältchen.

Ökonomisch ist das ein klassisches Subscription-Modell: wiederkehrende Umsätze pro Kunde statt einmaliger Produktverkäufe, ergänzt um einen Online-Shop mit weiteren Pflegeprodukten. Die individuell dosierte Rezeptur dient als Abgrenzung gegenüber Drogerie-Pflege und reinen Diagnose-Apps. Wichtig für dich: Die Behandlung läuft komplett remote – bei unklaren oder schweren Hautveränderungen bleibt die Untersuchung in einer Praxis die sichere Option.

Finanzierung und Wachstum: Von der Gründung zur Manual-Übernahme

Die Finanzierungsgeschichte von Formel Skin lässt sich an drei Daten festmachen:

  • Ende 2019: Gründung in Berlin – damals noch unter dem Namen „True Skin“
  • Februar 2022: Series-A-Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro
  • Dezember 2025: Übernahme durch das britische Healthtech-Unternehmen Manual

Die Series A vom Februar 2022 war der bis dahin größte Kapitalzufluss des Startups; die Runde über 30 Millionen Euro wurde damals von mehreren Fachportalen für Gründer und Investoren gemeldet. Auf insgesamt rund 39,92 Millionen US-Dollar beziffert die Datenbank CB Insights die Gesamtfinanzierung (Datenbankabruf 2025) – eine Aggregator-Schätzung, keine geprüfte Unternehmensangabe. Als Geldgeber nennt die spätere Übernahme-Mitteilung Singular VC, Cherry Ventures, Heartcore Capital, Vorwerk Ventures und Heal Capital. Dass Wagniskapital derzeit auch in andere deutsche Healthtech-Modelle fließt, zeigt etwa das Maschmeyer-Investment in den Kassenkompass – ein Start-up, das den Krankenkassenwechsel automatisiert.

Der wichtigste Einschnitt folgte am 5. Dezember 2025: Manual, eine 2019 von George Pallis gegründete britische Healthtech-Plattform mit Präsenz in Großbritannien und Brasilien, gab die Übernahme von Formel Skin offiziell bekannt. Die Marke bleibt demnach in Deutschland bestehen; parallel startet das Unternehmen unter der neuen Marke VOY ein ärztlich betreutes Gewichtsmanagement-Angebot. Zum Zeitpunkt der Übernahme zählte das Berliner Team rund 125 Mitarbeiter, nach eigenen Angaben über zwei Millionen durchgeführte Behandlungen und Zehntausende Nutzer pro Monat.

„Die Übernahme ist der wichtigste Meilenstein in der Geschichte von FORMEL SKIN.“ Florian Semler, Gründer und CEO von Formel Skin, in der offiziellen Mitteilung vom Dezember 2025

Künftig wollen Manual und Formel Skin ihre Technologie und ihre Betreuungsmodelle in einer gemeinsamen Plattform bündeln – mit dem erklärten Ziel, über die Dermatologie hinauszuwachsen.

Marktumfeld und Wettbewerb in der Teledermatologie

Formel Skin operiert in einem wachsenden Markt: Die Übernahme-Mitteilung verweist auf europaweit seit 2014 um fast 40 Prozent gestiegene Gesundheitsausgaben als Rahmenbedingung. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „größten Anbieter digitaler Dermatologie“ in Deutschland – eine Selbsteinschätzung, die unabhängig nicht verifiziert ist. Mit über zwei Millionen Behandlungen (Eigenangabe) zählt der Anbieter aber mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den größeren Playern der Branche. Auch außerhalb der Telemedizin wachsen deutsche Hautpflege-Marken: Tallow-Naturals-Gründer Niklas Spiegel berichtet über Hautpflege, Wachstum und seinen DHDL-Erfolg.

Der direkteste Wettbewerber ist dermanostic aus Düsseldorf. Auch dort erhalten Patienten per App und Foto eine Diagnose binnen 24 Stunden; das Unternehmen spricht auf seiner Website von über 500.000 Behandlungen und mehr als 25 Dermatologen (Eigenangaben). Der zentrale Unterschied liegt im Erlösmodell: dermanostic setzt auf fallbezogene Online-Diagnosen, Formel Skin auf ein laufendes Abo mit Individualrezeptur und Dauerbetreuung. Größere Telemedizin-Plattformen wie TeleClinic decken die Dermatologie nur als einen von vielen Fachbereichen ab. Bewegung gibt es auch im klassischen Kosmetiksegment – etwa mit Weledas Investment in das Kosmetik-Start-up Loni Baur.

Gleichzeitig ist die Branche regulatorisch sensibel: Fernbehandlungen und Hautcheck-Apps stehen immer wieder in der fachlichen und rechtlichen Diskussion – ein Faktor, den Investoren und Wettbewerber gleichermaßen beobachten.

Formel Skin heute: Umsatz, Zahlen und Ausblick

Belastbare Umsatzzahlen gibt es zu Formel Skin nicht – das Unternehmen veröffentlicht keine frei zugänglichen Geschäftszahlen. Was kursiert, sind automatisierte Schätzungen von Datenaggregatoren, die sich deutlich widersprechen: Ein Datenbankeintrag nennt rund 6 Millionen US-Dollar Jahresumsatz bei 58 Mitarbeitern, die Plattform growjo.com schätzt rund 10,6 Millionen US-Dollar bei 76 Mitarbeitern. Beide Werte stammen aus automatisiert erstellten Profilen ohne klares Stichdatum und taugen nur als grobe Größenordnung. Verlässlicher sind die Unternehmensangaben aus der Übernahme-Mitteilung vom Dezember 2025: rund 125 Mitarbeiter, über zwei Millionen Behandlungen, Hauptsitz Berlin.

Strategisch geht es nun um die Integration in die Manual-Gruppe. Angekündigt sind neue Services in weiteren Märkten sowie der Aufbau des Gewichtsmanagement-Angebots VOY in Deutschland – laut Mitteilung soll dort auch eine erste eigene Klinik eröffnen.

Kritische Aufmerksamkeit gilt derweil der Branche insgesamt: Ein vielbeachtetes YouTube-Video („Formel Skin: Wo sind die Hautärzte?“) hinterfragte etwa, wie die ärztliche Betreuung hinter dem Online-Modell konkret abläuft. Belastbare Vorwürfe gegen das Unternehmen sind daraus bislang nicht hervorgegangen; Formel Skin verweist auf sein Team approbierter Ärzte und die persönliche ärztliche Ansprechperson pro Patient.

FAQ zu Formel Skin

Was ist Formel Skin und wie funktioniert es?

Formel Skin ist ein Berliner Anbieter für digitale Dermatologie. Du füllst einen Fragebogen aus, lädst Fotos deiner Haut hoch und erhältst binnen 24 Stunden eine ärztliche Diagnose samt Behandlungsplan. Danach kommt eine individuell dosierte Rezeptur zu dir nach Hause – im Abo, mit laufender ärztlicher Betreuung per Chat.

Wer sind die Gründer von Formel Skin?

Gegründet wurde Formel Skin Ende 2019 in Berlin von der Dermatologin Dr. Sarah Bechstein sowie Florian Semler und Anton Kononov. Semler ist CEO, Bechstein Medizinische Direktorin. Zuvor firmierte das Startup unter dem Namen True Skin; die Datenbank CB Insights nennt 2020 als Gründungsjahr.

Wie fallen die Erfahrungen mit Formel Skin aus?

Das Unternehmen wirbt auf seiner Website mit einem Bewertungsschnitt von 4,7 von 5 Sternen bei mehr als 5.700 abgegebenen Bewertungen sowie einer Erfolgsquote von 91 Prozent (Stand: Website-Abruf). Auch auf Trustpilot liegen der Marke tausende Bewertungen vor. Wichtig: Diese Angaben stammen vom Anbieter selbst beziehungsweise aus Nutzerbewertungen – eine unabhängige Prüfung der versprochenen Erfolge gibt es nicht.

Was kostet Formel Skin?

Das Behandlungs-Abo kostet laut Website regulär 44 Euro im Monat und wird aktuell ab 35 Euro beworben (Stand: Website-Abruf). Enthalten sind Hautanalyse, Diagnose, individuelle Rezeptur, Versand und ärztliche Betreuung; dazu bewirbt das Unternehmen eine 90-Tage-Geld-zurück-Garantie.

Wurde Formel Skin übernommen?

Ja. Am 5. Dezember 2025 gab die britische Healthtech-Plattform Manual die Übernahme bekannt. Die Marke Formel Skin bleibt in Deutschland bestehen; unter dem neuen Namen VOY startet die Gruppe zusätzlich ein ärztlich betreutes Gewichtsmanagement-Angebot.

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