Fitnessstudio eröffnen: Voraussetzungen, Kosten und Schritte im Überblick

Wenn du ein Fitnessstudio eröffnen willst, brauchst du mehr als Trainingswissen und Motivation. In der Praxis scheitern Studio-Gründungen meist an unterschätzten Kosten, fehlenden Genehmigungen oder einem Standort ohne passende Zielgruppe. Dieser Fahrplan zeigt dir, welche Voraussetzungen du erfüllen musst, welche Kosten realistisch auf dich zukommen und in welcher Reihenfolge du vorgehst – mit belegbaren Größenordnungen statt vager Versprechen.
- Die Gewerbeanmeldung ist Pflicht, eine spezielle Berufszulassung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.
- Baurecht prüfen: Wer eine Fläche umbaut oder erstmals als Sportstätte nutzt, muss häufig eine Nutzungsänderung beantragen.
- Die Startkosten liegen je nach Konzept grob zwischen 50.000 Euro (kleines Studio) und 300.000 Euro oder mehr (mittelgroße Anlage, Stand 2026).
- Sobald im Studio Musik läuft, ist eine Anmeldung bei der GEMA erforderlich.
- Über die Wirtschaftlichkeit entscheiden Mitgliederzahl und Beitragshöhe – nicht die Anzahl der Geräte.
Voraussetzungen für die Eröffnung eines Fitnessstudios
Formal ist der Einstieg in den Fitnessmarkt einfacher als in vielen anderen Branchen. Vier Punkte musst du trotzdem vor der Eröffnung sauber klären, sonst wird es später teuer.
Gewerbeanmeldung und rechtliche Grundlagen
Ein Fitnessstudio ist ein ganz normales Gewerbe. Du meldest es beim Gewerbeamt deiner Gemeinde an; die Gebühr liegt je nach Kommune meist im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich. Nach der Anmeldung melden sich automatisch das Finanzamt und die zuständige Industrie- und Handelskammer – eine IHK-Mitgliedschaft ist Pflicht. Eine gesetzlich vorgeschriebene Trainerausbildung gibt es nicht. Trotzdem ist eine fachliche Qualifikation, etwa eine Trainerlizenz oder ein Sportstudium, aus zwei Gründen sinnvoll: Sie verbessert die Betreuungsqualität, und manche Haftpflichtversicherer verlangen Qualifikationsnachweise, bevor sie dein Studio versichern. Wähle außerdem früh die Rechtsform: Das Einzelunternehmen ist unkompliziert, eine UG oder GmbH begrenzt dagegen dein persönliches Haftungsrisiko. In Grenzfällen, etwa bei reinem Kleingruppentraining, kann die Frage nach einer freiberuflichen oder gewerblichen Tätigkeit aufkommen – das Existenzgründungsportal erläutert die Abgrenzung.
Schließe parallel die nötigen Versicherungen ab. Die Betriebshaftpflicht ist für ein Fitnessstudio praktisch unverzichtbar, denn sie greift, wenn sich ein Mitglied verletzt oder ein Sachschaden entsteht. Eine Inhaltsversicherung schützt Geräte und Einrichtung gegen Schäden etwa durch Feuer oder Wasser. Sobald du Personal beschäftigst, bist du zudem verpflichtend Mitglied in der zuständigen Berufsgenossenschaft für die gesetzliche Unfallversicherung. Rechne außerdem mit dem Finanzamt: Nach der Gewerbeanmeldung erhältst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, dessen Bearbeitung etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Wirf zudem vorab einen Blick auf die Gesetzesänderungen, die 2026 für Fitnessstudios gelten, damit du deine Kalkulation auf aktueller Grundlage aufsetzt.
Baurecht und Nutzungsänderung der Fläche
Die Fläche muss baurechtlich als Fitnessstudio genutzt werden dürfen. Wandelst du eine Ladenfläche, ein Büro oder eine Lagerhalle in eine Sportstätte um, ist in der Regel eine Nutzungsänderung beim Bauamt zu beantragen. Kläre das, bevor du den Mietvertrag unterschreibst – nachträgliche Auflagen können Umbauten und Verzögerungen von Monaten bedeuten. Bei großen Flächen oder hohen Personenzahlen können zusätzliche Anforderungen etwa an Flucht- und Rettungswege relevant werden; die Details hängen von der jeweiligen Landesbauordnung ab. Ein kurzer Termin beim örtlichen Bauamt verschafft dir hier Klarheit, bevor du investierst.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: der Schallschutz. Fallende Gewichte, Laufbänder und Kursmusik erzeugen Schall und Erschütterungen, die bei angrenzenden Büros oder Wohnungen schnell zu Konflikten führen. Prüfe deshalb schon bei der Besichtigung die baulichen Gegebenheiten und die entsprechenden Klauseln im Mietvertrag. In vielen Fällen lassen sich Probleme mit schwimmend verlegten Böden und Dämmung entschärfen, bevor sie teuer werden.
Umkleiden, Sanitäranlagen und weitere Auflagen
Trainingsfläche allein reicht nicht: Du brauchst Umkleiden, Duschen und Toiletten in ausreichender Anzahl, abgestimmt auf Fläche und Mitgliederzahl. Für die Bereiche deiner Mitarbeiter gilt zudem die Arbeitsstättenverordnung als Rahmen. Hinzu kommen je nach Bundesland und Kommune Vorgaben zu Hygiene, Lüftung und Barrierefreiheit. Plane den Sanitärbereich von Anfang an großzügig – ein nachträglicher Ausbau gehört zu den teuersten Korrekturen überhaupt.
GEMA-Anmeldung für die Musik im Studio
Hintergrundmusik im Trainingsraum und Musik in Kursen sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Deshalb musst du dein Studio vor der Eröffnung bei der GEMA anmelden. Die Höhe des Tarifs richtet sich unter anderem nach der Fläche und der Art der Nutzung; die aktuellen Tarife erfragst du am besten direkt bei der GEMA, statt mit Schätzwerten zu kalkulieren. Wer die Anmeldung auslässt, riskiert Nachforderungen, die rückwirkend deutlich teurer werden können.
Standort und Konzept: die Basis jeder Kalkulation
Bevor du über einzelne Kosten sprichst, musst du festlegen, was für ein Studio du aufbaust und wo es stehen soll. Konzept und Standort bestimmen Fläche, Investition, Personalbedarf und später die Beitragshöhe. Vier Konzeptarten dominieren den Markt:
- Mikro- oder Boutique-Studio: kleine Fläche, Fokus auf Kurse oder Personal Training, wenige Mitglieder, dafür hoher Monatsbeitrag und geringerer Personalbedarf.
- Klassisches Mittelklasse-Studio: Gerätetraining plus Kursangebot auf größerer Fläche, moderate Beiträge, mehrere hundert Mitglieder als Zielgröße.
- Premium- und Wellness-Anlage: zusätzlich Sauna, Schwimmbereich oder Gastronomie – höchste Investition, aber auch höhere Beiträge.
- Franchise: du übernimmst ein erprobtes Konzept mit Marke und System, zahlst dafür Einstiegs- und laufende Gebühren und gibst einen Teil deiner Gestaltungsfreiheit ab.
Der Flächenbedarf unterscheidet sich je nach Konzept erheblich: Mikro- und Boutique-Studios kommen oft mit rund 100 bis 300 Quadratmetern aus, klassische Mittelklasse-Studios liegen grob zwischen 500 und 1.500 Quadratmetern, Premium-Anlagen mit Wellnessbereich brauchen häufig deutlich mehr. Diese Werte sind nur eine grobe Orientierung und schwanken je nach Anbieter und Region. Entscheidend ist, dass Trainingsfläche, Kursräume, Umkleiden und Nebenräume zu deinem Konzept passen – nicht, pauschal möglichst viel Fläche anzumieten.
Beim Standort zählen drei Faktoren: Erreichbarkeit mit Parkplätzen oder guter ÖPNV-Anbindung, Sichtbarkeit für Laufkundschaft und vor allem die Zielgruppe im Einzugsgebiet. Analysiere Alter, Einkommen und Wettbewerb im Umkreis von etwa 15 Minuten Fahrzeit. Eine günstige Miete ohne passende Zielgruppe ist am Ende teurer als eine teure Fläche an einem gefragten Ort. Sprich außerdem früh mit dem Vermieter über die geplante Nutzung als Sportstätte und lass dir wichtige Zusagen schriftlich geben – das erspart dir Diskussionen, wenn der Ausbau beginnt.

Was kostet die Eröffnung eines Fitnessstudios?
Die Antwort hängt stark von Konzept, Fläche und Lage ab. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Kostenpositionen mit realistischen Größenordnungen. Alle Angaben verstehen sich als grobe Orientierung und können je nach Region und Anspruch deutlich schwanken.
| Kostenposition | Größenordnung | Hinweis |
|---|---|---|
| Fläche und Miete | etwa 2.000 bis 5.000 Euro monatlich für rund 300 m² in guter Lage (Stand 2025) | plus Kaution von meist drei Monatsmieten; Nebenkosten und Umbau kommen hinzu |
| Geräteausstattung | von wenigen zehntausend Euro (kompaktes Studio) bis in den sechsstelligen Bereich (mittelgroße Anlage) | größter Einzelposten; Spanne hängt von Fläche, Gerätemix und Neuware gegenüber Leasing ab |
| Personal und Trainer | pro Vollzeitkraft monatlich mehrere tausend Euro inklusive Lohnnebenkosten | laufende Kosten; Teilzeitkräfte für Theke, Reinigung und Kurse zusätzlich einplanen |
| Lizenzen und Genehmigungen | Gewerbeanmeldung zweistellig bis niedrig dreistellig; GEMA je nach Tarif | GEMA-Tarif richtet sich nach Fläche und Nutzungsart; Beträge direkt erfragen |
| Marketing und Eröffnung | für die Startphase häufig ein vierstelliger Betrag | Vorab-Mitgliederwerbung vor der Eröffnung senkt das Risiko der Anlaufphase deutlich |
Drei Positionen fallen in vielen Erstkalkulationen unter den Tisch: die Kaution und der Umbau der Fläche (Elektrik, belastbarer Boden, Sanitärbereich) sowie die technische Infrastruktur. Dazu gehören Zutrittssysteme, Kassentechnik und eine Software zur Mitgliederverwaltung inklusive Lastschrifteinzug – laufende Kosten, die je nach Anbieter und Funktionsumfang variieren und jeden Monat anfallen. Nimm diese Punkte früh in den Investitionsplan auf, damit die Gesamtsumme nicht erst nach Vertragsunterschrift wächst.
Addiert ergeben sich daraus die Gesamtkosten: Branchenangaben (Stand 2026) beziffern die Startinvestition auf rund 50.000 bis 100.000 Euro für ein kleines Studio und auf etwa 100.000 bis 300.000 Euro für eine mittelgroße Anlage. Premium-Konzepte mit Wellnessbereich oder sehr große Flächen können deutlich darüber liegen. Bedenke zusätzlich die laufenden Kosten der ersten Monate: Miete, Gehälter und Energie fallen ab Tag eins an, während der Mitgliederstamm erst wächst. Eine Rücklage für die Anlaufphase ist deshalb kein Luxus, sondern Teil der Finanzplanung.

Schritt für Schritt: von der Konzeptwahl bis zur Eröffnung
Mit einem klaren Ablauf vermeidest du Doppelarbeit und teure Reihenfolgefehler. Diese Checkliste führt dich von der Idee bis zum ersten offiziellen Trainingstag:
- Konzept und Zielgruppe festlegen: Lege fest, wen du ansprechen willst und welches Trainingsangebot dazu passt. Jede spätere Entscheidung baut darauf auf.
- Markt- und Standortanalyse durchführen: Prüfe Wettbewerb, Einzugsgebiet und Zielgruppenpotenzial an mehreren infrage kommenden Flächen.
- Businessplan und Finanzplan erstellen: Kalkuliere Investition, laufende Kosten, Beitragsmodell und realistische Mitgliederentwicklung. Der Plan ist Pflichtlektüre für jede Bank.
- Rechtsform wählen: Entscheide zwischen Einzelunternehmen, UG und GmbH – vor allem mit Blick auf Haftung und Steuern.
- Finanzierung sichern: Kombiniere Eigenkapital, Kredit und gegebenenfalls Leasing, bevor du Verträge unterschreibst.
- Fläche sichern und Baurecht prüfen: Mietvertrag erst unterschreiben, wenn die Nutzung als Fitnessstudio baurechtlich geklärt ist.
- Anmeldungen und Versicherungen erledigen: Gewerbe anmelden, GEMA-Anmeldung einreichen, Betriebshaftpflicht und weitere Versicherungen abschließen.
- Umbau und Gerätebestellung: Umbau, Sanitärbereich und Ausstattung koordinieren; Geräte früh bestellen, weil Lieferzeiten mehrere Wochen betragen können.
- Personal einstellen: Trainer sowie Kräfte für Empfang und Reinigung rechtzeitig einstellen und einarbeiten.
- Marketing vor der Eröffnung starten: Beginne Wochen vorher mit Vorab-Mitgliedschaften zu vergünstigten Konditionen, lokalen Anzeigen und Social Media.
- Soft-Opening und Eröffnung: Teste Abläufe zuerst mit einem kleinen Kreis, behebe Probleme und eröffne dann offiziell mit einer Aktion.
Für diesen Weg solltest du insgesamt mehrere Monate einplanen; Standortsuche, Genehmigungen und Umbau nehmen erfahrungsgemäß am meisten Zeit in Anspruch. Halte die Reihenfolge ein: Die Gewerbeanmeldung kommt nach dem Mietvertrag, und die Gerätebestellung erst, wenn Fläche und Finanzierung sicher stehen.
Viele Schritte lassen sich parallel erledigen, und genau darin liegt dein Zeitgewinn: Während der Umbau läuft, kannst du bereits Personal suchen, die Website aufsetzen und Vorab-Mitgliedschaften verkaufen. Wartezeiten auf Genehmigungen oder Gerätelieferungen nutzt du für Schulungen und Marketing. Kritisch sind dagegen die Abhängigkeiten: Ohne geklärtes Baurecht kein Mietvertrag, ohne Mietvertrag keine verbindliche Gerätebestellung, ohne eingerichtete Fläche kein Soft-Opening.
Fördermöglichkeiten und Finanzierung der Geräteausstattung
Kaum ein Gründer stemmt die Investition komplett aus eigener Tasche (Bootstrapping). Üblich ist eine Mischung aus mehreren Bausteinen, die jeweils eigene Stärken haben:
- Bankkredit: der klassische Weg. Voraussetzung ist ein überzeugender Businessplan mit belastbarer Finanzplanung.
- KfW-Gründerkredite: Die KfW bietet Förderprogramme für Existenzgründer, die über deine Hausbank beantragt werden. Konditionen und Programmdetails prüfst du am besten aktuell auf der KfW-Website oder im Beratungsgespräch.
- Leasing oder Mietkauf der Geräte: eine verbreitete Alternative zum Kauf. Du schonst dein Eigenkapital und zahlst monatliche Raten, akzeptierst dafür höhere Gesamtkosten über die Laufzeit.
- Zuschüsse und Beratungsförderung: Je nach Region gibt es Gründerzuschüsse oder geförderte Beratung. Ein Termin bei der Gründungsberatung deiner IHK zeigt dir, welche Programme an deinem Standort infrage kommen.
Was Banken, Förderstellen und Investoren von dir sehen wollen, ist in allen Varianten ähnlich: eine vollständige Investitionsaufstellung, eine konservative Umsatzplanung auf Basis deiner Beitrags- und Mitgliederannahmen und eine Liquiditätsplanung, die mindestens das erste Jahr bis zur Kostendeckung abbildet. Je nach Finanzierungsbaustein kommen Sicherheiten oder Bürgschaften hinzu. Bereite diese Unterlagen sauber auf – sie entscheiden nicht nur über die Zusage, sondern auch über die Konditionen.
Für fast alle Finanzierungswege gilt: Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto besser stehen deine Chancen und desto günstiger die Konditionen. Plane die Gerätefinanzierung so, dass die monatlichen Raten auch in einem schwächeren Monat tragbar bleiben – Leasingraten laufen unabhängig von deiner Mitgliederzahl weiter.
Realistische Mitglieder-, Beitrags- und Auslastungskennzahlen
Der Markt gibt dir Rückenwind: Laut Branchendaten (Stand 2019) zählt der deutsche Fitnessmarkt mehr als elf Millionen Mitglieder und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehreren Milliarden Euro. Daraus für dein einzelnes Studio eine Gewinngarantie abzuleiten, wäre trotzdem falsch – entscheidend ist deine eigene Kalkulation.
Bei den Beiträgen bewegen sich die Segmente in groben Marktspannen: Discount-Ketten liegen häufig um die 20 bis 30 Euro im Monat, das mittlere Segment grob zwischen 40 und 80 Euro, Premium- und Boutique-Konzepte darüber. Für deine Planung ist nicht die nackte Mitgliederzahl entscheidend, sondern drei Dinge zusammen: der durchschnittliche Beitrag, die Kündigungsquote und die Auslastung zu den Stoßzeiten. Ein Studio mit 800 Mitgliedern, von denen viele schnell wieder kündigen, ist schlechter aufgestellt als eines mit 500 stabilen Mitgliedern.
Eine einfache Beispielrechnung macht das deutlich: Angenommen, deine monatlichen Fixkosten liegen bei 25.000 Euro und dein durchschnittlicher Beitrag bei 50 Euro. Dann brauchst du 500 zahlende Mitglieder, nur um die laufenden Kosten zu decken – Gewinn entsteht erst oberhalb dieser Schwelle. Rechne deine eigene Schwelle mit deinen echten Zahlen durch (etwa mit einem Break-Even-Rechner), bevor du die Fläche anmietest, und plane einen Puffer für die Monate ein, in denen du unterhalb der Schwelle liegst.
Zwei Hebel verbessern deine Rechnung zusätzlich. Erstens Zusatzumsätze: Getränke und Shakes, Kursformate, Personal Training oder der Verkauf von Trainingszubehör erhöhen den Erlös pro Mitglied, ohne dass du neue Mitglieder werben musst. Zweitens die Bindung: Längere Vertragslaufzeiten und gute Betreuung senken die Kündigungsquote und machen deine Planung stabiler. Rechne außerdem mit Saisonalität – der Zulauf ist erfahrungsgemäß zu Jahresbeginn und im Frühjahr am stärksten, die Sommermonate oft schwächer. Deine Liquiditätsplanung sollte diese Schwankungen abfedern können.
Häufige Fehler bei der Gründung eines Fitnessstudios
Die meisten Probleme junger Studios lassen sich auf wenige wiederkehrende Fehler zurückführen. Diese fünf solltest du aktiv vermeiden:
- Überinvestition in Geräte: Der teuerste Fehler. Wer bei unklarer Mitgliederzahl die Fläche mit Premiumgeräten vollstellt, belastet sich mit Fixkosten oder Leasingraten, die der Umsatz nicht trägt. Beginne mit dem Gerätemix, den dein Konzept wirklich braucht, und erweitere später.
- Zu kleine Umkleide- und Sanitärplanung: Volle Umkleiden und Wartezeiten an Duschen sind ein häufiger Kündigungsgrund – und nachträglicher Ausbau ist teuer.
- Personalkosten unterschätzt: Gehälter, Lohnnebenkosten und Vertretungen laufen jeden Monat, auch wenn die Mitgliederzahlen zunächst hinter dem Plan zurückbleiben.
- Keine Rücklage für die Anlaufphase: Bis der Mitgliederstamm die Kostenschwelle erreicht, vergehen oft mehrere Monate. Ohne Puffer wird aus einer normalen Anlaufphase eine Liquiditätskrise.
- Standort ohne Zielgruppen-Check: Eine günstige Fläche nützt nichts, wenn im Einzugsgebiet zu wenig potenzielle Mitglieder wohnen oder der Wettbewerb die Zielgruppe bereits abdeckt.
Der gemeinsame Nenner dieser Fehler: Sie entstehen in der Planungsphase und lassen sich dort auch vermeiden – mit einer konservativen Kalkulation, die eher mit weniger Mitgliedern und höheren Kosten rechnet, als du dir erhoffst. Erstelle vor jeder größeren Investition eine einfache Szenariorechnung: Was passiert, wenn die Mitgliederzahlen drei Monate hinter dem Plan zurückbleiben und gleichzeitig eine ungeplante Ausgabe anfällt? Wer diese Rechnung einmal durchgespielt hat, trifft in der Anlaufphase ruhigere Entscheidungen.
FAQ: Häufige Fragen rund um die Eröffnung eines Fitnessstudios
Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Fitnessstudio?
Eine feste Vorgabe gibt es nicht, doch viele Geldgeber erwarten, dass du einen nennenswerten Teil der Investition selbst einbringst. Als grobe Faustregel gilt in der Praxis häufig ein Eigenkapitalanteil von etwa 20 bis 30 Prozent der Gesamtinvestition. Bei einer mittelgroßen Anlage mit 150.000 Euro Startkosten lägst du damit grob bei 30.000 bis 45.000 Euro Eigenmitteln. Leasing der Geräte kann den Eigenkapitalbedarf senken, erhöht dafür die monatliche Belastung.
Brauche ich eine spezielle Ausbildung, um ein Fitnessstudio zu eröffnen?
Nein, gesetzlich ist keine bestimmte Ausbildung vorgeschrieben – die Hürde liegt allein in der Gewerbeanmeldung. Eine Trainerqualifikation ist dennoch sinnvoll: Sie stärkt die Betreuungsqualität, erleichtert den Abschluss von Versicherungen und wirkt im Marketing als Vertrauenssignal. Branchenüblich sind etwa Trainerlizenzen verschiedener Stufen oder ein Sportstudium. Ohne eigenes Fachwissen kannst du die Lücke mit qualifiziertem Personal schließen.
Wie viele Mitglieder brauche ich für Gewinn?
Das hängt von deinen Fixkosten und deinem durchschnittlichen Beitrag ab. Die Formel ist einfach: monatliche Fixkosten geteilt durch den durchschnittlichen Monatsbeitrag ergibt die Mitgliederzahl für die Kostendeckung. Bei 25.000 Euro Fixkosten und 50 Euro Beitrag liegt die Schwelle bei 500 Mitgliedern. Da Beiträge, Kündigungsquoten und Kosten je nach Konzept stark variieren, gibt es keine allgemeingültige Zahl – rechne immer mit deinen eigenen Werten.
Was kostet die GEMA-Anmeldung?
Die Kosten hängen vom jeweiligen Tarif ab, der sich nach Fläche und Nutzungsart richtet – Hintergrundmusik im Trainingsraum wird anders berechnet als Musik in Kursen. Verlässliche aktuelle Beträge erfragst du direkt bei der GEMA. Plane die Position als laufende jährliche Kosten ein; sie ist im Verhältnis zu Miete und Personal klein, gehört aber von Anfang an in deine Kalkulation.
Lohnt sich ein Fitnessstudio ohne Erfahrung?
Ja, unter zwei Bedingungen: Du bringst betriebswirtschaftliches Grundverständnis mit und holst dir fehlendes Fachwissen ins Team – etwa einen erfahrenen Studioleiter oder qualifizierte Trainer. Franchise-Systeme senken die Einstiegshürde zusätzlich, weil Konzept, Marketing und Prozesse bereits existieren. Ohne Erfahrung und ohne tragfähigen Finanzplan wird es dagegen riskant: Die Anlaufphase verzeiht keine Kalkulationsfehler. Wer die Voraussetzungen ernst nimmt, konservativ kalkuliert und die typischen Fehler vermeidet, kann den Schritt in die Selbstständigkeit mit einem Fitnessstudio solide angehen.
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