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Erfolgsstories

RECUP: Wie das Münchner Start-up Deutschlands größtes Mehrweg-Pfandsystem aufbaute

Pitchdeck Magazin Redaktion·
Startseite von RECUP mit Markenclaim zum größten Mehrwegsystem für die Gastronomie

RECUP ist aus einer Idee in der Uni-Cafeteria heraus gewachsen – nach eigenen Angaben inzwischen zum größten Mehrweg-Pfandsystem für die Gastronomie in Deutschland mit rund 20.000 Aus- und Rückgabestellen (Stand 2024/2025). Dahinter steht ein B2B-Modell, das Cafés, Bäckereien, Tankstellenshops und Kantinen in einem gemeinsamen Pool aus Pfandbechern und Mehrwegschalen bündelt. Dieses Porträt ordnet ein, wie zwei Studenten das System ab 2016 in München aufbauten, wie das Pool-Pfand-Prinzip funktioniert, welche Rolle die gesetzliche Mehrwegangebotspflicht beim Wachstum spielte – und wie die aktuelle Lage des Unternehmens aussieht.

RECUP im Steckbrief

Die wichtigsten Fakten zu RECUP im Überblick:

Firmenname & SitzRECUP GmbH (gegründet als reCup GmbH), München
Gründungsjahr2016
GründerFabian Eckert und Florian Pachaly
Branche & GeschäftsmodellMehrweg-Pfandsystem für die To-go-Gastronomie (B2B)
VerbreitungRund 20.000 Aus- und Rückgabestellen deutschlandweit (Stand 2024/2025, Quelle: recup.de)

Hinter diesen Eckdaten stehen zwei Gründer, denen das Einwegmüll-Problem im eigenen Studienalltag begegnete.

Infografik: RECUP im Steckbrief – RECUP GmbH (gegründet als reCup GmbH) mit Sitz in München, Gründungsjahr 2016, rund 20.000 Aus- und Rückgabestellen (Stand 2024/2025)

Wer steckt hinter RECUP?

Hinter RECUP stehen die Gründer Fabian Eckert und Florian Pachaly. Die Idee für das Pfandsystem kam ihnen laut einem RTL-Bericht während des Studiums – in der Uni-Cafeteria, wo ihnen auffiel, wie viele Einwegbecher dort täglich im Müll landeten. 2016 gründeten die beiden in München die reCup GmbH, aus der später die heutige RECUP GmbH wurde; das bestätigt auch das Pressekit des Unternehmens.

Eckert ist bis heute Geschäftsführer und das öffentliche Gesicht des Unternehmens; das IHK-Magazin München etwa porträtierte ihn 2024 als „reCup-Chef“. Gemeinsam bauten Eckert und Pachaly das Studentenprojekt zu einem System aus, das Branchenmedien und das Unternehmen selbst inzwischen als größtes Mehrwegsystem für die deutsche Gastronomie bezeichnen.

Die Gründungsgeschichte und die Idee hinter dem Pfandsystem

Das Ausgangsproblem war 2016 überall sichtbar: Der Coffee-to-go-Markt boomte, und mit ihm der Müll aus beschichteten Pappbechern und Einwegverpackungen. Eckert und Pachaly wollten den Einwegmüll im To-go-Bereich spürbar reduzieren – mit einem Becher, der nicht weggeworfen, sondern gegen Pfand immer wieder in den Kreislauf zurückgegeben wird. Der entscheidende Unterschied zu früheren Mehrwegansätzen lag in der Systemidee: Der Becher sollte nicht an ein einzelnes Café gebunden sein, sondern in einem offenen Netz aus vielen Betrieben funktionieren.

Aus dieser Idee entwickelte das Team zwei Produktlinien. Der RECUP-Mehrwegbecher ist in den Größen 0,2 bis 0,5 Liter erhältlich und hält laut Anbieter rund 1.000 Spülgänge; die REBOWL-Mehrwegschalen für Essen zum Mitnehmen kommen auf etwa 500 Spülgänge. Beide Linien sind nach Unternehmensangaben BPA-frei, spülmaschinengeeignet und vollständig recyclebar – sie werden also wie normales Gastronomiegeschirr gereinigt und wieder ausgegeben.

Das B2B-Modell von RECUP: Pool-Pfand, Partnerbetriebe und Rücknahme

Das RECUP-Pfandsystem verdient sein Geld mit einem B2B-Service statt mit dem Becherverkauf: Gastronomiebetriebe zahlen einen monatlichen Nutzungsbeitrag, dessen Höhe von der Vertragslaufzeit abhängt und der unabhängig von der benötigten Stückzahl anfällt. Das Pfand selbst ist für den Betrieb ein durchlaufender Posten: Er leiht die RECUP-Becher für 1 Euro und die REBOWL-Schalen für 5 Euro beim Unternehmen aus und gibt sie gegen denselben Betrag an seine Kundschaft weiter; bei Bedarf kann er Behälter nachbestellen oder zurückgeben. Der Einstieg ist damit vergleichsweise niedrigschwellig, weil Betriebe weder eigene Mehrwegbehälter anschaffen noch ein separates Rücknahmesystem aufbauen müssen.

Für die Kundschaft funktioniert das System in drei Schritten:

  • 1. Bestellen: Das To-go-Getränk oder das Take-away-Gericht im RECUP oder in der REBOWL bestellen und 1 beziehungsweise 5 Euro Pfand hinterlegen.
  • 2. Genießen: Getränk oder Essen wie gewohnt unterwegs verzehren – ohne Einwegmüll.
  • 3. Rückgabe: Die Behälter bei jedem Partnerbetrieb deutschlandweit zurückgeben und das Pfand zurückerhalten – eine App-Registrierung ist dafür nicht nötig.

Genau dieses Pool-Pfand-Prinzip unterscheidet RECUP von hausinternen Mehrweglösungen: Die Rückgabe ist nicht an den Ausgabeort gebunden, was die Hürde für Gäste deutlich senkt. Für Betriebe rechnet sich das Modell laut Mehrwegrechner auf recup.de ab etwa 12 ausgegebenen To-go-Getränken beziehungsweise 6 ausgegebenen Essen pro Tag im Vergleich zu Einwegbechern und -schalen.

Verbreitung und Netzwerkgröße: RECUP in der Gastronomie

Wie groß das Netzwerk inzwischen ist, zeigt die zentrale Kennzahl des Unternehmens: Mit rund 20.000 Aus- und Rückgabestellen ist RECUP nach eigenen Angaben das deutschlandweit größte Pfandsystem für Getränke und Essen zum Mitnehmen (Stand 2024/2025, Quelle: recup.de). Auch das IHK-Magazin München beschrieb das Unternehmen 2024 als „Deutschlands größtes Mehrwegsystem für die Gastronomie“.

Zum Netzwerk gehören unabhängige Cafés ebenso wie Ketten und Markenbetriebe. Auf seiner Website nennt RECUP unter anderem die Tankstellenmarke Aral, den Bio-Händler Alnatura und die Münchner Hofpfisterei als Partner. Aral verweist auf der eigenen Website ebenfalls auf mehr als 20.000 Rückgabestellen im RECUP-Verbund. Die Dichte des Netzwerks gilt dabei als entscheidender Faktor: Je mehr Betriebe teilnehmen, desto alltagstauglicher wird die Rückgabe für die Gäste.

Die Verbreitung endet nicht an der deutschen Grenze: Mit recup.at ist das System auch in Österreich aktiv. Laut einem Fachpack-Bericht vom Oktober 2024 funktioniert die Rückgabe inzwischen grenzüberschreitend – ein in Wien geliehener Becher lässt sich demnach in München zurückgeben.

Die Mehrwegangebotspflicht als Wachstumstreiber

Ein regulatorischer Schub kam 2023 hinzu: Seit dem 1. Januar 2023 sind Gastronomiebetriebe per Gesetz dazu verpflichtet, ihren Gästen bei To-go-Getränken und -Essen eine Mehrweg-Alternative anzubieten. Ausgenommen von dieser Mehrwegangebotspflicht sind nur Kleinbetriebe mit einer Verkaufsfläche bis zu 80 Quadratmetern und maximal fünf Mitarbeitenden.

RECUP positionierte sich seither aktiv als fertige Lösung für genau diese Pflicht – mit eigener Infoseite, Mehrwegrechner und Partner-Shop. Die Unternehmens-Timeline zeigt, wie eng Gründung, Regulierung und Expansion zusammenhängen: 2016 die Gründung in München, ab Januar 2023 die Mehrwegangebotspflicht, im Herbst 2023 die Übernahme von Crafting Future, im Februar 2025 die Verstärkung der Geschäftsführung – flankiert vom Ausbau des Netzwerks auf rund 20.000 Aus- und Rückgabestellen.

RECUP heute: aktuelle Lage und Ausblick

Strukturell hat sich das Unternehmen zuletzt zweifach verändert. Im Herbst 2023 übernahm es die Crafting Future GmbH, einen Anbieter von Mehrweg-Verpackungslösungen, der seither als Tochterunternehmen firmiert; beide Seiten sprachen damals vom Ziel, ihre Kompetenzen im Mehrwegmarkt zu bündeln (Lebensmittel Praxis, September 2023). Im Februar 2025 verstärkte zudem Philipp Goos die Geschäftsführung als neuer CEO. Laut Pressemitteilung vom 18. Februar 2025 rücken damit die nächste Wachstumsphase und die Expansion in Europa in den Fokus.

Gleichzeitig zeichnen Branchenberichte ein nüchternes Bild der Marktlage. Das IHK-Magazin München beschrieb das Unternehmen in der Ausgabe 05-06/2024 (Autorin: Harriet Austen) als gut positioniert, aber mit einer schwierigen Marktlage konfrontiert. „Ich muss jeden Tag umdenken“, sagte Gründer Fabian Eckert in dem IHK-Interview und verwies darauf, dass bei reCup „dieses Jahr alles neu“ sei. Zur Einordnung: Der Mehrwegmarkt wächst, doch die Umstellung in der Gastronomie läuft nach Beobachtung von Fachmedien schleppender als erhofft. RECUP reagiert darauf bislang mit Zukäufen und personeller Verstärkung im Management.

FAQ: Häufige Fragen zu RECUP

Was ist RECUP und wie funktioniert das Pfandsystem?

RECUP ist nach Unternehmensangaben das größte Mehrweg-Pfandsystem für die Gastronomie in Deutschland. Du hinterlegst für einen Becher 1 Euro Pfand (für eine REBOWL-Schale 5 Euro) und gibst den Behälter nach der Nutzung bei einem beliebigen Partnerbetrieb zurück – deutschlandweit und ohne App-Registrierung.

Wer hat RECUP gegründet?

Gegründet wurde das Unternehmen 2016 in München von Fabian Eckert und Florian Pachaly, damals als reCup GmbH. Auf die Idee kamen die beiden laut RTL während des Studiums in der Uni-Cafeteria.

Was kostet RECUP für Gastronomiebetriebe?

Betriebe zahlen einen monatlichen Nutzungsbeitrag, der von der Vertragslaufzeit abhängt; das Pfand ist ein durchlaufender Posten. Laut Anbieter arbeitet das System ab rund 12 To-go-Getränken oder 6 Essen pro Tag günstiger als Einweglösungen.

Ist RECUP für Gastronomen verpflichtend?

Nein. Seit dem 1. Januar 2023 müssen Gastronomiebetriebe eine Mehrweg-Option anbieten – RECUP ist dafür eine mögliche Lösung, aber nicht die einzige. Kleinbetriebe mit einer Verkaufsfläche bis zu 80 Quadratmetern und maximal fünf Mitarbeitenden sind von der Pflicht ausgenommen.

Wie viele RECUP-Rückgabestellen gibt es in Deutschland?

Nach Unternehmensangaben gibt es rund 20.000 Aus- und Rückgabestellen (Stand 2024/2025). Hinzu kommen Partnerbetriebe in Österreich, bei denen die Rückgabe grenzüberschreitend möglich ist.

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