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Gründung

Imbiss eröffnen: Voraussetzungen, Kosten und Schritt-für-Schritt-Plan

Pitchdeck Magazin Redaktion·
Mysterious night view of Konnopke's Imbiss in Berlin with silhouette foreground.
Bild von Matias Mango auf Pexels

Einen Imbiss eröffnen gilt als der günstigste Einstieg in die Gastronomie: überschaubare Fläche, schlankes Sortiment, kein Servicepersonal. Doch die oft kolportierten 10.000 bis 20.000 Euro Startkapital sind für ein festes Lokal fast immer zu knapp bemessen. Was dein Vorhaben tatsächlich kostet, hängt von Betriebsform, Standort und Konzept ab – und davon, ob du Genehmigungen und Kalkulation von Anfang an ernst nimmst. Dieser Fahrplan zeigt dir alle Voraussetzungen, belastbare Größenordnungen mit Stand 2025/2026 und die sieben Schritte vom Standort bis zur Eröffnung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Pflichtvoraussetzungen: Gewerbeanmeldung, Infektionsschutzbelehrung nach § 43 IfSG, HACCP-Hygienekonzept und die Nutzungsgenehmigung des Bauamts – plus Gaststättenerlaubnis, wenn du Alkohol ausschenkst.
  • Kapitalbedarf: festes Imbisslokal rund 90.000 bis 150.000 Euro, Foodtruck rund 90.000 bis 160.000 Euro, Marktstand oder Imbisswagen rund 30.000 bis 65.000 Euro – jeweils inklusive Liquiditätspuffer.
  • Wareneinsatzquote: je nach Produkt realistisch 20 bis 38 Prozent; Pommes liegt am unteren, Döner am oberen Ende der Spanne.
  • Break-even: meist bei mehreren hundert Euro Tagesumsatz – ein Beispielbetrieb mit 12.400 Euro Monatskosten braucht rund 480 Euro Umsatz pro Öffnungstag.
  • Häufigster Fehler: den Standort schönreden und Preise an der Konkurrenz statt an der eigenen Kalkulation ausrichten.

Voraussetzungen für die Imbiss-Eröffnung: Diese Genehmigungen brauchst du

Ein fester Imbiss ist ein regulärer Gastronomiebetrieb mit klaren Pflichten, bevor die erste Portion über die Theke geht. Eine gastronomische Ausbildung brauchst du nicht; die formalen Anmeldungen und Hygienevorgaben sind dafür umso verbindlicher. Der Behördenweg läuft in der Praxis meist in dieser Reihenfolge:

  • Gewerbeamt: Gewerbeanmeldung für den Imbiss
  • Gesundheitsamt: Infektionsschutzbelehrung und Anmeldung zur Lebensmittelüberwachung
  • Bauamt: Nutzungsgenehmigung beziehungsweise Nutzungsänderung der Fläche
  • Ordnungsamt beziehungsweise Gaststättenbehörde: Gaststättenanzeige und nur bei Alkoholausschank die Gaststättenerlaubnis
Infografik: Genehmigungsübersicht zur Imbiss-Eröffnung – Behördenweg von der Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt über Gesundheitsamt und Bauamt bis zur Gaststättenerlaubnis bei Alkoholausschank

Gewerbeanmeldung: Die Anmeldung erfolgt beim Gewerbeamt deiner Kommune, persönlich oder in vielen Städten online. Die Gebühr liegt meist im niedrigen zweistelligen Bereich, die Bearbeitung dauert rund ein bis zwei Wochen. Im Anschluss melden sich automatisch das Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und die Berufsgenossenschaft. Für mobile Konzepte auf öffentlichen Flächen kommt je nach Kommune eine Sondernutzungsgenehmigung oder eine Reisegewerbekarte hinzu.

Gaststättenanzeige und Gaststättenerlaubnis: Die Gaststättenerlaubnis für den Imbiss – früher Konzession genannt – brauchst du nur, wenn du Alkohol ausschenkst. Sie kostet grob 500 bis 2.000 Euro, dauert vier bis zwölf Wochen und setzt eine Zuverlässigkeitsprüfung voraus, etwa über ein Führungszeugnis und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts. Die meisten Imbisse verkaufen keinen Alkohol und sparen sich dieses Verfahren. In vielen Bundesländern musst du den Betrieb aber trotzdem als Gaststätte beim Ordnungsamt anzeigen – ein deutlich einfacherer Akt als die Erlaubnis.

Infektionsschutzbelehrung nach § 43 IfSG: Alle, die gewerblich mit Lebensmitteln arbeiten, brauchen vor Aufnahme der Tätigkeit eine Belehrung beim Gesundheitsamt – du ebenso wie dein Personal. Die Bescheinigung – umgangssprachlich Gesundheitszeugnis genannt – wird direkt nach der Belehrung ausgestellt und ist kostenlos oder kostet nur eine geringe Verwaltungsgebühr.

HACCP-Hygienekonzept: Als Lebensmittelbetrieb musst du ein Eigenkontrollsystem nach dem HACCP-Prinzip dokumentieren: Reinigungspläne, Temperaturkontrollen, Wareneingangskontrollen. Dafür sind keine externen Zertifikate nötig, aber sauber dokumentierte Abläufe. Einstiegsschulungen kosten erfahrungsgemäß 200 bis 500 Euro.

Nutzungsgenehmigung des Bauamts: Wird eine Fläche erstmals gastronomisch genutzt, brauchst du eine Nutzungsänderung – mit Auflagen zu Lüftung, Fettabscheidern und Brandschutz. Rechne mit grob 300 bis 2.000 Euro Gebühren und mehreren Wochen bis Monaten Vorlauf. Kläre diesen Punkt vor der Mietvertragsunterschrift, nicht danach.

Was kostet die Eröffnung eines Imbisses? Kostenaufstellung im Überblick

Die Spanne reicht vom gebrauchten Imbisswagen bis zum sanierten Ladenlokal in Innenstadtlage. Damit du nicht mit einer pauschalen Gesamtsumme planst, findest du hier die wichtigsten Kostenpositionen einzeln aufgeschlüsselt – als Größenordnungen für ein festes Imbisslokal von etwa 30 bis 60 Quadratmetern. Alle Angaben sind Richtwerte mit Stand 2025/2026 und können je nach Region und Zustand der Fläche deutlich abweichen.

KostenpositionGrößenordnungHinweis
Umbau und Lüftung12.000–45.000 €Lüftungsanlage allein 4.000–12.000 €, Fettabscheider 1.500–5.000 €; abhängig vom Ausgangszustand der Fläche
Küchen- und Thekenausstattung7.000–28.000 €Konzeptabhängig: Fritteuse, Dönergrill oder Grillplatte, Kühlung, Edelstahl-Arbeitsflächen; Gebrauchtgeräte oft 40–60 % günstiger
Kaution und erste Miete2.000–9.000 €Üblich sind zwei bis drei Monatsmieten als Kaution
Erster Wareneinsatz1.500–4.000 €Inklusive Verpackungsmaterial – eine regelmäßig unterschätzte Position
TSE-Kasse und Technik1.500–4.000 €TSE-zertifiziertes Kassensystem ist Pflicht; zusätzlich gilt eine Kassenmeldepflicht an die Finanzverwaltung
Genehmigungen und Behörden400–2.000 €Deutlich günstiger ohne Alkoholausschank, da die Gaststättenerlaubnis entfällt
Marketing zur Eröffnung500–3.000 €Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und für Laufkundschaft oft der wichtigste Kanal
Liquiditätspuffer für die Anlaufphase30.000–60.000 €Drei bis vier Monate laufende Kosten unter dem Break-even einplanen
Unvorhergesehenes10–15 % der InvestitionPuffer für Bausüberraschungen, Reparaturen und Preissteigerungen

In Summe ergibt das für ein festes Lokal eine Investition von grob 50.000 bis 90.000 Euro plus Puffer. Übernimmst du eine Fläche, die bereits als Imbiss betrieben wurde, liegen die Umbaukosten erfahrungsgemäß 30 bis 50 Prozent darunter – prüfe dann aber die Zahlen des Vorbetriebs sehr genau. Aktuelle Branchenkennzahlen, an denen du deine Annahmen spiegeln kannst, veröffentlicht regelmäßig der DEHOGA Bundesverband.

Küchen- und Thekenausstattung in einem Imbiss mit Fritteuse und Grillplatte
Bild von Clem Onojeghuo

Zusätzlich zu diesen einmaligen Investitionen musst du die laufenden monatlichen Kosten von Anfang an mitfinanzieren. Neben Miete und Wareneinsatz ist Personal der größte Block: Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2025 bei 12,82 Euro pro Stunde; inklusive Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung kostet dich eine Vollzeitkraft grob 2.600 bis 2.900 Euro monatlich. Für Aushilfen gilt 2025 eine Minijob-Grenze von 556 Euro im Monat. Hinzu kommen Energie (je nach Konzept grob 400 bis 1.200 Euro), Entsorgung, Betriebshaftpflicht- und Inhaltsversicherung sowie Gebühren für Kartenzahlung. Summiere diese Posten realistisch, bevor du deinen Liquiditätspuffer festlegst – er muss genau diese Kosten in der Anlaufphase abdecken.

Festes Imbisslokal vs. Foodtruck vs. Marktstand: Der Kapitalbedarf im Vergleich

Der wichtigste Hebel für deinen Kapitalbedarf ist die Betriebsform. Beim Foodtruck ist das Fahrzeug die größte Einzelposition: gebraucht und ausgebaut 20.000 bis 60.000 Euro, als Neuausbau 60.000 bis 120.000 Euro und mehr. Beim Marktstand entfällt dagegen der teure Umbau – dafür ist das Umsatzpotenzial begrenzt und wetterabhängig. Die Gesamtrechnung inklusive Liquiditätspuffer für die Anlaufphase sieht so aus (Größenordnungen, Stand 2025/2026):

BetriebsformGesamtkapitalbedarfHinweis
Festes Imbisslokal90.000–150.000 €Häufigster Gründungstyp; in Großstädten eher am oberen Ende oder darüber
Foodtruck90.000–160.000 €Kein Mietrisiko, aber Standortgenehmigungen und Standgebühren sind der kritische Faktor
Marktstand / Imbisswagen30.000–65.000 €Niedrige Fixkosten, dafür begrenzte Skalierung und Wetterabhängigkeit

Wichtig: Diese Summen umfassen Investition plus Puffer. Wer nur die reine Investition betrachtet, unterschätzt den tatsächlichen Bedarf systematisch – die Anlaufphase unter dem Break-even kostet bei einem festen Lokal schnell 40.000 bis 60.000 Euro zusätzlich.

Ein bewährter Weg, den Bedarf zu senken, ist der stufenweise Einstieg: Du testest Nachfrage, Sortiment und Preise zunächst mit einem Marktstand, baust Rücklagen auf und wechselst dann in ein festes Lokal oder einen Foodtruck. So gehst du mit eigenen, belastbaren Zahlen in die Bankgespräche und finanzierst die teuerste Betriebsform teilweise aus laufenden Einnahmen – statt die gesamte Anlaufphase auf einmal fremdfinanzieren zu müssen.

In 7 Schritten vom Standort bis zur Eröffnung

Die folgende Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt, weil sie verhindert, dass du Geld ausgibst, bevor die kritischen Prüfungen abgeschlossen sind. Wer etwa den Mietvertrag unterschreibt, bevor das Bauamt die Nutzung bestätigt, trägt das volle Risiko für eine Fläche, die er am Ende vielleicht nicht nutzen darf.

  • Konzept festlegen und Standort prüfen. Ein Imbiss lebt von Laufkundschaft. Zähle Passanten zu den Stoßzeiten Mittag und Abend, analysiere das Mittagsgeschäft im Umfeld und prüfe, ob dein Sortiment zur lokalen Nachfrage passt. Wiederhole die Zählung an mehreren Tagen – Werktag und Wochenende unterscheiden sich oft deutlich – und gleiche die Zahlen mit dem Transaktionsbedarf aus deiner Break-even-Rechnung ab.
  • Businessplan und Finanzplan erstellen. Der Plan ist Pflicht für Bankgespräche und Förderanträge – und zwingt dich, Investition, laufende Kosten und Break-even konkret durchzurechnen.
  • Gewerbe anmelden. Erst wenn Standort und Finanzierung stehen, meldest du das Gewerbe an und startest die formalen Verfahren.
  • Gesundheitsamt einbinden. IfSG-Belehrung für dich und dein Personal organisieren, HACCP-Konzept aufsetzen und den Betrieb zur Lebensmittelüberwachung anmelden.
  • Bauamt und Umbau klären. Nutzungsänderung beantragen, Lüftung und Fettabscheider planen und den Umbau an die Auflagen koppeln.
  • Ausstattung und Kassensystem beschaffen. Küchentechnik passend zum Sortiment bestellen, TSE-Kasse einrichten und Kartenzahlung sicherstellen.
  • Eröffnung vorbereiten und Marketing starten. Google-Unternehmensprofil anlegen, Flyer im Umkreis verteilen, einen Probetag mit verkleinertem Sortiment durchführen.

Plane für diesen Ablauf realistisch drei bis sechs Monate ein – je nachdem, wie aufwendig der Umbau ist und wie schnell die Behörden in deiner Kommune arbeiten. Der größte Zeitfresser ist fast nie die Gewerbeanmeldung, sondern die Nutzungsänderung und die Lüftungsplanung.

Kläre in dieser Phase auch deine Rechtsform: Die meisten Imbisse starten als Einzelunternehmen – unkompliziert, schnell und ohne Stammkapital. Eine UG oder GmbH begrenzt deine Haftung auf das Gesellschaftsvermögen, verursacht aber Notarkosten und einen laufend höheren Buchführungsaufwand; sie lohnt sich vor allem bei mehreren Gesellschaftern oder hohen Investitionen. Für die Genehmigungen selbst spielt die Rechtsform keine Rolle – die Auflagen gelten für jeden Betrieb gleichermaßen.

Fördermöglichkeiten und Finanzierung für deinen Imbiss

Die wenigsten Gründer bringen 90.000 bis 150.000 Euro aus eigener Tasche mit. Üblich ist ein Mix aus Eigenkapital, Bankdarlehen und Förderprogrammen. Als Faustregel gilt: Mindestens 20 Prozent des Gesamtbedarfs solltest du als Eigenkapital einbringen – bei einem festen Lokal also rund 18.000 bis 30.000 Euro. Diese Bausteine kommen infrage:

  • KfW-Gründerkredite: Förderdarlehen der KfW, die du über deine Hausbank beantragst. Programme wie das StartGeld decken Vorhaben bis zu 125.000 Euro ab, für größere Summen gibt es den ERP-Gründerkredit. Vorteil sind meist günstigere Konditionen und Haftungsfreistellungen für die Hausbank.
  • Bürgschaftsbanken: Wenn dir Sicherheiten fehlen, kann die Bürgschaftsbank deines Bundeslandes einen Großteil des Kredits absichern – häufig der Schlüssel, um überhaupt eine Finanzierungszusage zu bekommen. Üblich sind Bürgschaften von bis zu 80 Prozent des Darlehensbetrags, dafür fallen einmalige und laufende Provisionsgebühren an.
  • Klassisches Bankdarlehen: Mit durchgerechnetem Businessplan und ausreichend Eigenkapital auch direkt bei der Hausbank möglich.
  • Leasing: Küchentechnik und Foodtrucks lassen sich leasen; für mittlere Foodtruck-Fahrzeuge liegen die Raten grob bei 600 bis 1.500 Euro monatlich. Das schont das Startkapital, verteuert die Gesamtrechnung aber.
  • Gründungszuschuss: Wer aus einer Arbeitslosigkeit mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I gründet, kann bei der Agentur für Arbeit einen Zuschuss beantragen.

Bevor du Anträge stellst, lohnt sich eine Fördermittelberatung – viele Gründerzentren und Kammern bieten sie kostenlos an. Ohne sauberen Finanzplan läuft bei keinem dieser Wege etwas; er ist die Eintrittskarte für jedes Bankgespräch.

Achte bei Förderdarlehen außerdem auf die Reihenfolge: Die KfW-Programme beantragst du über deine Hausbank, und zwar vor Beginn der Investition. Wer erst Geräte bestellt oder den Umbau vergibt und danach den Antrag stellt, fällt bei den meisten Programmen heraus. Plane deshalb zwischen Finanzierungszusage und Baubeginn genügend Puffer ein und halte Zusagen und Konditionen schriftlich fest.

Wareneinsatzquote im Imbiss, Umsatz je Standort und Break-even

Die Wareneinsatzquote gibt an, wie viel Prozent des Verkaufspreises für Zutaten und Verpackung draufgehen. Sie ist die zentrale Steuerungsgröße deines Betriebs – und sie unterscheidet sich je nach Produkt deutlich. Diese Richtwerte (Stand 2025) orientieren sich an Branchenkennzahlen und den Richtsatzsammlungen der Finanzverwaltung:

ProduktTypische WareneinsatzquoteHinweis
Pommes / Currywurst20–28 %Hohe Marge bei einfachem Produkt und günstigen Rohstoffen
Döner28–38 %Fleischpreise seit 2022 stark gestiegen – Kalkulation regelmäßig aktualisieren
Burger25–35 %Die Fleischqualität bestimmt Preis und Marge
Falafel / vegetarische Wraps18–26 %Günstige Rohstoffe, beste Marge im Sortiment
Getränke18–30 %Solide Marge, aber selten der Hauptumsatzträger

Die Quote selbst berechnest du als Wareneinsatz geteilt durch Nettoumsatz. Umgekehrt hilft sie dir bei der Preiskalkulation: Liegt der Wareneinsatz deines Kernprodukts bei 2,30 Euro und deine Zielquote bei 30 Prozent, ergibt das einen Nettoverkaufspreis von rund 7,70 Euro. Rechne das für jedes Produkt einzeln durch – Mischkalkulationen funktionieren nur, wenn mindestens ein Margenträger wie Pommes oder Getränke im Sortiment bleibt.

Im Gesamtdurchschnitt liegt ein gut geführter Imbiss bei einer Wareneinsatzquote von etwa 25 bis 33 Prozent. Was daraus an Umsatz nötig wird, hängt am Standort: Ein kleiner Marktstand kommt mit 300 bis 600 Euro Tagesumsatz aus, ein gut positioniertes Lokal in Stadtlage macht 500 bis 1.500 Euro täglich, und Hochfrequenz-Lagen an Bahnhof, Fußgängerzone oder Campus können 2.000 bis 4.000 Euro erreichen. Diese Spannen sind Bruttoumsätze – entscheidend ist, was nach Kosten bleibt.

Eine konkrete Break-even-Rechnung macht das greifbar: Ein Beispielbetrieb mit 12.400 Euro monatlichen Gesamtkosten (Miete, Personal zu Mindestlohn-Konditionen, Wareneinsatz, Energie, kalkulatorischem Inhabergehalt) braucht bei 26 Öffnungstagen rund 480 Euro Umsatz pro Tag. Bei einem durchschnittlichen Bon von 7,50 Euro sind das etwa 64 Transaktionen täglich. Ob das realistisch ist, entscheidet sich fast ausschließlich in den zwei Stoßzeiten Mittag (11:30 bis 13:30 Uhr) und früher Abend (17 bis 20 Uhr). Wer in diesen Stoßzeiten 50 Verkäufe macht, hat den Tagesbedarf nahezu erreicht.

Rechne zudem mit saisonalen Schwankungen: Außenplätze und Fußgängerzonen verlieren in nasskalten Monaten erfahrungsgemäß Laufkundschaft, Bürostandorte in der Urlaubs- und Weihnachtszeit. Dein Liquiditätspuffer sollte deshalb nicht nur die Anlaufphase, sondern auch mindestens einen schwachen Monat abfedern können.

Typisches Imbiss-Sortiment mit Döner, Pommes, Burger und Falafel
Bild von Farhad Ibrahimzade

Häufige Fehler bei der Imbiss-Gründung

Die meisten gescheiterten Imbisse scheitern nicht am Produkt, sondern an vermeidbaren Planungsfehlern. Diese sieben Muster tauchen in der Praxis immer wieder auf:

  • Den Standort schönreden: Günstige Miete kompensiert keine fehlende Laufkundschaft. Ein Imbiss lebt vom Vorbeilaufen – ein Standortproblem lässt sich durch Qualität nicht lösen.
  • Preise an der Konkurrenz orientieren: Wer seinen Dönerpreis vom Laden gegenüber abschreibt, kopiert fremde Kosten statt eigene zu kalkulieren. Der Preis gehört von den eigenen Kosten her abgeleitet.
  • Verpackungsmaterial vergessen: Bei 150 bis 200 Portionen täglich summieren sich Becher, Tüten und Besteck auf 300 bis 500 Euro im Monat – eine Position, die in vielen Finanzplänen fehlt.
  • Wareneinsatz nicht nachkalkulieren: Steigende Fleisch- und Energiepreise ohne Preisanpassung fressen die Marge still auf. Kalkuliere dein Kernprodukt alle drei bis vier Monate neu.
  • Lüftung und Fettabscheider unterschätzen: Beides ist Pflicht, kostet im Umbau Tausende Euro und verursacht laufende Entsorgungskosten von grob 80 bis 200 Euro monatlich.
  • Foodtruck ohne gesicherte Standorte: Ohne drei bis fünf verlässliche Wochenplätze – Firmenparkplätze, Märkte, Events – ist ein Foodtruck keine Einnahmequelle, sondern ein teures Risiko. Erst Standorte sichern, dann kaufen.
  • Sortiment zu breit: Wer Döner, Burger, Pizza und Suppe gleichzeitig anbietet, verkompliziert Einkauf und Mise en place. Drei bis fünf Hauptprodukte, konstant gut umgesetzt, schlagen ein langes Mittelmaß-Angebot. Wie tragfähig radikale Fokussierung sein kann, zeigt etwa das Sushi-Delivery-Nischenmodell von Tachibana in Düsseldorf.
  • Nur Bargeld akzeptieren: Ein wachsender Teil der Kundschaft zahlt selbst kleine Beträge mit Karte oder Smartphone. Wer Kartenzahlung verweigert, verliert messbar Umsatz – gerade bei höheren Bonbeträgen und jüngerer Laufkundschaft.

Ein Imbiss ist kein Selbstläufer, aber mit sauberer Standortanalyse, ehrlicher Kalkulation und ausreichendem Puffer ein tragfähiges Geschäftsmodell. Plane die ersten Monate konservativ – dann hat dein Konzept eine realistische Chance, aus der Anlaufphase in stabile Umsätze zu wachsen.

Häufig gestellte Fragen zur Imbiss-Eröffnung (FAQ)

Kann ich einen Imbiss ohne Berufsausbildung eröffnen?

Ja. In Deutschland gibt es keine Ausbildungspflicht für die Eröffnung eines Imbisses ohne Alkoholausschank. Du brauchst die Gewerbeanmeldung, die Infektionsschutzbelehrung nach § 43 IfSG und ein HACCP-Konzept. Praktische Erfahrung ist keine rechtliche Pflicht, aber wirtschaftlich sinnvoll – wer noch nie in einem Imbiss gearbeitet hat, unterschätzt fast immer Tempo und Arbeitsaufwand in den Stoßzeiten.

Wie viel Umsatz macht ein durchschnittlicher Imbiss täglich?

Das hängt stark von Standort und Konzept ab. Als Größenordnung: Ein kleiner Marktstand kommt mit 300 bis 600 Euro täglich aus, ein gut gelegenes Imbisslokal macht 500 bis 1.500 Euro, Top-Frequenzlagen erreichen 2.000 bis 4.000 Euro. Entscheidend ist nicht der Umsatz allein, sondern ob er deinen individuellen Break-even übersteigt.

Lohnt sich ein Döner-Imbiss noch?

Grundsätzlich ja – die Nachfrage nach Döner ist stabil hoch. Die Marge ist jedoch enger geworden, weil die Fleischpreise seit 2022 deutlich gestiegen sind. Wer seine Preise regelmäßig an die Einkaufskosten anpasst, kann weiterhin gut verdienen; wer das versäumt, arbeitet trotz vollem Laden strukturell zu günstig.

Was ist der Unterschied zwischen einem Imbiss und einem Fast-Food-Restaurant?

Rechtlich gibt es keine scharfe Grenze – beides fällt unter das Gastgewerbe. Praktisch ist ein Imbiss kleiner (meist unter 60 Quadratmetern), hat wenige oder keine Sitzplätze, ein schmales Sortiment und schnelle Transaktionen ohne Servicepersonal. Ein Fast-Food-Restaurant mit vielen Sitzplätzen und breiter Karte nähert sich strukturell einem Vollrestaurant an und braucht entsprechend mehr Kapital.

Wie viel Startkapital brauche ich mindestens?

Für einen Marktstand oder gebrauchten Imbisswagen solltest du mit Puffer rund 30.000 bis 65.000 Euro einplanen. Ein festes Lokal liegt bei 90.000 bis 150.000 Euro Gesamtbedarf. Mit nur 10.000 bis 15.000 Euro ist ein fester Imbiss in guter Lage nicht realistisch finanzierbar – dann ist der schrittweise Aufbau über einen Marktstand oder die Übernahme eines bereits ausgestatteten Bestandsbetriebs der tragfähigere Weg.

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