Was ist das EBITDA?
EBITDA steht für „Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ – auf Deutsch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). Die Kennzahl zeigt die operative Ertragskraft eines Unternehmens, bereinigt um Finanzierungs-, Steuer- und Abschreibungseffekte. Dadurch lassen sich Unternehmen mit unterschiedlicher Kapitalstruktur und Investitionshistorie besser vergleichen.
EBITDA-Formel: zwei Rechenwege
Es gibt zwei gängige Wege, das EBITDA zu berechnen – beide führen zum gleichen Ergebnis. Der Rechner oben unterstützt beide.
1. Von unten (aus dem Jahresüberschuss)
EBITDA = Jahresüberschuss + Steuern + Zinsen + Abschreibungen
2. Von oben (aus dem EBIT)
EBITDA = EBIT + Abschreibungen
Hintergrund: Das EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Rechnen Sie zum Jahresüberschuss zuerst Steuern und Zinsen hinzu, erhalten Sie das EBIT. Addieren Sie anschließend die Abschreibungen (AfA), ergibt sich das EBITDA.
EBITDA-Marge berechnen
Die EBITDA-Marge setzt das EBITDA ins Verhältnis zum Umsatz und macht Unternehmen unterschiedlicher Größe vergleichbar:
EBITDA-Marge = EBITDA ÷ Umsatz × 100
Sie zeigt, wie viel Prozent jedes Umsatz-Euros als operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen übrig bleiben. Je höher die Marge, desto profitabler arbeitet das Kerngeschäft.
Beispielrechnung
Beispielfirma mit 1.000.000 € Umsatz und einem Jahresüberschuss von 120.000 €:
| Jahresüberschuss | 120.000 € |
| + Steuern | 40.000 € |
| + Zinsen | 20.000 € |
| = EBIT | 180.000 € |
| + Abschreibungen (AfA) | 80.000 € |
| = EBITDA | 260.000 € |
Die EBITDA-Marge beträgt 260.000 € ÷ 1.000.000 € × 100 = 26 % – ein solider Wert. Zum Vergleich: Die EBIT-Marge liegt bei 18 %, da hier die Abschreibungen das Ergebnis mindern.
EBIT, EBITDA & Jahresüberschuss im Vergleich
Die drei Kennzahlen bauen aufeinander auf. Von oben nach unten werden schrittweise mehr Posten abgezogen:
| Kennzahl | enthält noch | bereinigt um |
|---|---|---|
| EBITDA | Abschreibungen, Zinsen, Steuern | – |
| EBIT | Zinsen, Steuern | Abschreibungen |
| Jahresüberschuss | – | Zinsen, Steuern, Abschreibungen |
EBITDA-Marge: Richtwerte zur Einordnung
Was eine „gute“ Marge ist, hängt von der Branche ab. Diese branchenübergreifenden Richtwerte nutzt der Rechner zur Einordnung:
| EBITDA-Marge | Einordnung |
|---|---|
| unter 10 % | niedrig |
| 10–20 % | solide |
| 20–35 % | stark |
| über 35 % | sehr stark |
Richtwerte zur groben Orientierung – vergleichen Sie immer innerhalb derselben Branche und über mehrere Jahre.
Vom EBITDA zum Unternehmenswert
In der Praxis dient das EBITDA als Basis für die Unternehmensbewertung über das Multiplikatorverfahren:
Unternehmenswert ≈ EBITDA × Branchen-Multiple
Bei kleinen und mittleren Unternehmen liegt das EBITDA-Multiple meist zwischen 3 und 6, bei skalierbaren Geschäftsmodellen (z. B. SaaS) deutlich höher. Der Rechner zeigt Ihnen direkt einen groben Unternehmenswert. Für eine fundierte Wertspanne aus mehreren Methoden nutzen Sie den Unternehmenswert-Rechner.
Grenzen des EBITDA
Das EBITDA ist beliebt, weil es operativ und vergleichbar ist – aber es hat klare Schwächen, die Sie kennen sollten:
- Investitionen unsichtbar: Abschreibungen werden herausgerechnet, der reale Investitionsbedarf (Capex) bleibt verborgen.
- Kein Cashflow: Ein hohes EBITDA bedeutet nicht automatisch viel freies Geld in der Kasse.
- Schulden ausgeblendet: Zinsen fließen nicht ein – hoch verschuldete Firmen wirken profitabler, als sie sind.
- Manipulationsanfällig: Durch „bereinigtes“ (adjusted) EBITDA lassen sich Zahlen schönrechnen.
Häufige Fragen
Wie berechnet man das EBITDA?
EBITDA = Jahresüberschuss + Steuern + Zinsen + Abschreibungen. Alternativ vom EBIT aus: EBITDA = EBIT + Abschreibungen. Beispiel: 120.000 € Jahresüberschuss + 40.000 € Steuern + 20.000 € Zinsen + 80.000 € Abschreibungen = 260.000 € EBITDA.
Was ist der Unterschied zwischen EBIT und EBITDA?
EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. EBITDA rechnet zusätzlich die Abschreibungen (Depreciation & Amortization) heraus. Es gilt: EBITDA = EBIT + Abschreibungen. EBITDA liegt also immer über dem EBIT, wenn Abschreibungen anfallen.
Wofür steht die Abkürzung EBITDA?
EBITDA steht für „Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ – also Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen (Depreciation) und immaterielle Vermögenswerte (Amortization).
Wie berechnet man die EBITDA-Marge?
EBITDA-Marge = EBITDA ÷ Umsatz × 100. Sie zeigt, wie viel Prozent vom Umsatz als operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen übrig bleiben. Bei 260.000 € EBITDA und 1.000.000 € Umsatz sind das 26 %.
Was ist eine gute EBITDA-Marge?
Das hängt stark von der Branche ab. Als grobe Richtwerte gelten: unter 10 % niedrig, 10–20 % solide, über 20 % stark. Software/SaaS erreicht oft 30 %+, Handel und margenschwache Branchen liegen darunter. Vergleichen Sie immer innerhalb derselben Branche.
Welche Schwächen hat das EBITDA?
EBITDA blendet Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus und kann die Lage zu rosig darstellen: Investitionen (Capex), Schuldenlast und Steuerbelastung bleiben unsichtbar. Ein hohes EBITDA bedeutet nicht automatisch hohen Cashflow oder Gewinn.
Wie wird aus dem EBITDA ein Unternehmenswert?
Über das Multiplikatorverfahren: Unternehmenswert ≈ EBITDA × Branchen-Multiple. Bei KMU liegt das EBITDA-Multiple meist zwischen 3 und 6. Eine fundierte Wertspanne aus mehreren Methoden liefert unser Unternehmenswert-Rechner.