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Interviews

Von den USA zurück nach Obernzell: Ein Interview zum Neustart im Gastgewerbe

Pitchdeck Magazin Redaktion·
Von den USA zurück nach Obernzell: Ein Interview zum Neustart im Gastgewerbe
Pexels

Ein beruflicher Neustart muss nicht in einem Technologieunternehmen stattfinden. Beate Schartner arbeitete mehr als 20 Jahre im Hotel- und Gaststättengewerbe in den USA, kehrte in ihre Heimat zurück und übernahm das Landhotel Donaublick in Obernzell. Dieses Interview über einen Neustart im Gastgewerbe wird mit der Geschäftsführung Beate Schartner geführt.

Rückkehr und unternehmerischer Neustart

pitchdeck: Was lässt sich über Beate Schartners beruflichen Weg und die Übernahme in Obernzell sagen?

Beate Schartner: Beate Schartner war mehr als 20 Jahre in den USA im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig. Danach kehrte sie in ihre Heimat zurück und übernahm das Hotel in Obernzell. Sie ist Inhaberin des Landhotel Donaublick. Damit stehen drei Stationen fest: die langjährige Tätigkeit in der Branche, die Rückkehr und die Übernahme eines bestehenden Hauses. Das Hotel verbindet heute Gastronomie und Übernachtungen. Über persönliche Beweggründe für den Wechsel oder die Bedingungen der Übernahme sagt diese Abfolge für sich genommen nichts aus.

pitchdeck: Warum kann dieser Weg für Menschen interessant sein, die über eine Gründung oder Übernahme nachdenken?

Beate Schartner: Der Fall zeigt eine Übernahme nach langjähriger Tätigkeit im selben Berufsfeld. Anders als bei einer Neugründung stand bereits ein Hotel am Standort Obernzell. Daraus lassen sich Fragen für eigene Vorhaben entwickeln: Welche Erfahrungen bringst du mit, welche Eigenschaften hat ein bestehender Betrieb und wie passt sein Angebot zum Ort? Antworten darauf hängen stets vom jeweiligen Haus und seinen Voraussetzungen ab. Schartners beruflicher Weg ist deshalb ein konkretes Beispiel für einen Wechsel in die unternehmerische Verantwortung, aber keine allgemeingültige Anleitung für eine Übernahme.

Vom Restaurant zum Hotelbetrieb

pitchdeck: Wie entwickelte sich das Angebot in Obernzell?

Beate Schartner: Das Restaurant wurde im November 2019 eröffnet. Der Hotelbetrieb kam kurze Zeit später hinzu. Diese Reihenfolge beschreibt zwei Schritte der Betriebsentwicklung: Zunächst öffnete die Gastronomie, danach ergänzten Übernachtungen das Angebot. Beide Bereiche gehören zum selben Haus. Gäste können dort essen oder das Hotel für einen Aufenthalt in der Region nutzen. Die Abfolge macht die Entwicklung nachvollziehbar, ohne dass sich daraus Aussagen über Besucherzahlen, wirtschaftliche Ergebnisse oder die Gründe für die gewählte Reihenfolge ableiten lassen.

pitchdeck: Welche Leistungen kommen im heutigen Betrieb zusammen?

Beate Schartner: Zum Angebot gehören Übernachtungen, ein Restaurant mit regionaler und internationaler Küche sowie Möglichkeiten für Feiern. Hinzu kommen die Panoramaterrasse mit Blick auf die Donau und Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung. Die einzelnen Bereiche stehen für unterschiedliche Besuchsanlässe: eine Mahlzeit, einen Aufenthalt oder eine Veranstaltung. Wer das Angebot betrachtet, sollte diese Anlässe unterscheiden, statt Hotel, Restaurant und Veranstaltungsräume als eine einzige Leistung zu behandeln. Zugleich befinden sie sich am selben Standort und können während eines Besuchs miteinander verbunden werden.

pitchdeck: Was zeigt die Verbindung dieser Angebotsbereiche?

Beate Schartner: Sie zeigt zunächst, wie unterschiedlich ein Haus genutzt werden kann. Restaurantgäste brauchen nicht zwingend ein Zimmer; Übernachtungsgäste interessieren sich möglicherweise auch für die Gastronomie oder die Umgebung. Für Feiern stehen wiederum eigene Räume zur Verfügung. Aus der Angebotsstruktur allein folgt weder, wie häufig die einzelnen Bereiche genutzt werden, noch welche wirtschaftliche Bedeutung sie haben. Für die Betrachtung eines Betriebs ist die Unterscheidung trotzdem hilfreich: Du kannst fragen, welchen Anlass jede Leistung bedient und wie die Leistungen am Standort zusammenpassen.

Standort und Angebot als Teil des Geschäftsmodells

pitchdeck: Welche Rolle spielt Obernzell als Standort des Hotels?

Beate Schartner: Das Haus liegt in Obernzell nahe Passau und an der Donau. Von der Panoramaterrasse fällt der Blick auf den Fluss; der Donauradweg Passau–Wien gehört zum regionalen Umfeld. Damit ist der Standort für unterschiedliche Aufenthalte von Bedeutung, etwa für eine Radtour, einen Ausflug oder eine Übernachtung im Passauer Land. Auch Freizeitmöglichkeiten im Bayerischen Wald sind Teil des regionalen Bezugs. Diese Merkmale beschreiben, was Gäste in der Umgebung vorfinden. Sie belegen für sich allein weder eine bestimmte Nachfrage noch einen geschäftlichen Erfolg.

pitchdeck: Wie hängen Aufenthalt und Aktivitäten in der Umgebung zusammen?

Beate Schartner: Ein Hotelaufenthalt kann Ausgangspunkt für Unternehmungen in der Region sein. Dazu zählen Radfahren am Donauradweg, Wandern entlang der Donau sowie Ausflüge nach Passau und zu weiteren Zielen im Passauer Land. Im Haus ergänzen Restaurant und Terrasse die Übernachtung. Auch ein Besuch ohne Übernachtung ist möglich. Welche Kombination für Gäste passt, hängt vom jeweiligen Anlass ab: Manche machen auf einer Reise Station, andere verbringen mehr Zeit in der Umgebung oder kommen zum Essen. Das Angebot lässt sich deshalb anhand mehrerer Nutzungen beschreiben, ohne eine davon als die wichtigste festzulegen.

pitchdeck: Welche Räume gehören zum Angebot für Veranstaltungen?

Beate Schartner: Zum Haus gehören unter anderem die Zeller Stub’n, ein Gewölbekeller und ein Wintergarten. Diese Räume ergänzen Restaurant und Hotel um Möglichkeiten für Feiern und Zusammenkünfte. Ihre unterschiedlichen Formen geben Gästen Anhaltspunkte, welcher Rahmen zu einem Anlass passen könnte. Wie oft die Räume genutzt werden oder welchen Anteil Veranstaltungen am Betrieb haben, ergibt sich aus ihrer Beschreibung nicht. Fest steht, dass Veranstaltungen neben Gastronomie und Übernachtungen zu den angebotenen Nutzungen des Hauses zählen.

Redaktionelle Einordnung: Restaurant, Hotel und Veranstaltungsräume sprechen unterschiedliche Besuchsanlässe an und befinden sich am selben Standort. Für Gründer:innen ist daran die Frage interessant, wie Leistungen voneinander abzugrenzen sind und wo sie sich ergänzen. Ein Geschäftsmodell kann mehrere Angebote unter einem Dach umfassen; ihre bloße Kombination sagt aber noch nichts über deren Wirtschaftlichkeit aus. Am Beispiel des Hauses lässt sich zunächst beschreiben, was angeboten wird und welche Rolle der Standort für einen Besuch spielen kann.

Was sich aus dem Beispiel für Gründer:innen ableiten lässt

pitchdeck: Welche Fragen kannst du dir als Gründer:in oder bei einer Übernahme anhand dieses Beispiels stellen?

Beate Schartner: Eine Frage betrifft die Passung zwischen Standort und Angebot: Welche Gründe haben Gäste, an einem bestimmten Ort einzukehren oder zu übernachten? Eine weitere richtet sich auf die Leistungen: Welche Angebote stehen eigenständig für sich, und welche können einen Aufenthalt ergänzen? Bei einer Übernahme kommt hinzu, welche Erfahrungen du aus deinem bisherigen Berufsweg mitbringst und welche Eigenschaften das bestehende Haus hat. Schartners Tätigkeit in der Branche, die Übernahme und die Entwicklung von Restaurant und Hotel liefern dafür Anknüpfungspunkte. Sie beantworten diese Fragen für andere Betriebe jedoch nicht.

pitchdeck: Was bedeutet regionale Verankerung für das Hotel ganz praktisch?

Beate Schartner: Sie zeigt sich in der Lage in Obernzell, der Nähe zu Passau und der Donau sowie in den Aktivitäten, die Gäste in der Umgebung unternehmen können. Der Donauradweg, Wanderwege und Ausflugsziele im Passauer Land und im Bayerischen Wald geben einem Aufenthalt einen regionalen Bezug. Das Restaurant bietet regionale Spezialitäten neben internationaler Küche. Standort, Freizeitmöglichkeiten und Gastronomie stehen damit in einer erkennbaren Beziehung zur Umgebung. Welche Bedeutung einzelne Angebote für die Entscheidung eines Gastes haben, lässt sich daraus nicht pauschal bestimmen.

pitchdeck: Lässt sich aus dem Betrieb eine Blaupause für andere Vorhaben gewinnen?

Beate Schartner: Ein einzelnes Haus liefert keine Blaupause für andere Standorte oder Branchen. Das Beispiel in Obernzell veranschaulicht aber, welche Bestandteile du bei einem Vorhaben getrennt betrachten kannst: vorhandene Berufserfahrung, ein bestehendes Haus, die Abfolge der Angebotserweiterung und die Verbindung zur Region. Restaurant, Übernachtung, Feiern und Freizeitbezüge sprechen verschiedene Besuchsanlässe an. Ob und wie sich eine ähnliche Verbindung anderswo umsetzen lässt, hängt von den dortigen Voraussetzungen ab. Der praktische Nutzen des Beispiels liegt deshalb in den Fragen, die es aufwirft, nicht in einer vorgefertigten Antwort.

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